Kleinbahn im Rheinpark
Parkeisenbahn mit Westernzügen und historischer Porsche-Lok auf einem 2 km langen Rundkurs durch das Gelände zweier Kölner Bundesgartenschauen
Unterwegs kreuzen die Züge 23 Bahnübergänge und fahren unter zwei Fußgängerbrücken hindurch. Bei gutem Wetter startet alle 20 Minuten ein Zug, bei schlechtem Wetter ruht der Betrieb.
Auf einen Blick
- Art
- inhabergeführte Parkeisenbahn
- Lage
- Rheinpark, Stadtteil Deutz (Stadtbezirk Innenstadt)
- Heutige Bahn
- erbaut zur Bundesgartenschau 1971
- Strecke
- Rundkurs von etwa 2 km, Spurweite 600 mm
- Stationen
- Bahnhof Tanzbrunnen, Haltepunkte Thermalbad und Rosengarten
- Fahrzeuge
- zwei Westernzüge, eine Porsche-Lok, eine Reservelok
Das „Fleißige Lieschen“, eine der drei Krupp-Dampflokomotiven der Parkeisenbahn von 1957, wurde nach Großbritannien verkauft und läuft dort seit 1976 als „Black Prince“ bei der Romney, Hythe and Dymchurch Railway.
Die Porsche-Lok
Die Benzinlok vom Typ VWZ-600 hat einen Porsche-Industriemotor vom Typ 616. Ihre Front ist dem Porsche 356 nachempfunden, Form und Lackierung einem TEE-Triebzug. Als Baujahr wird 1959 genannt; gefertigt hat sie die Sollinger Hütte in Uslar bei Hannover, laut Fahrzeugangaben zwischen 1959 und 1971. Im September 2001 wurde sie aus Dortmund angekauft, als Herkunft ist der Westfalenpark angegeben; sie gehört zu den Porsche-Loks, die schon zur Bundesgartenschau 1971 fuhren. Nach über 2000 Stunden Aufarbeitung ist sie bei besonderen Anlässen unterwegs, nach einer weiteren Angabe auch an Sonn- und Feiertagen.
Die Westernzüge
Im Alltag fahren zwei Westernzüge mit je fünf Wagen. Ihre Dieselloks von Schöma sind amerikanischen Dampfloks nachgebildet. Der erste Zug mit schwarz-roter Lok besteht aus einem offenen Aussichtswagen und vier geschlossenen Wagen mit bunten Dächern, der zweite mit rot-schwarzer Lok nur aus geschlossenen Wagen. Als Reserve dient eine Feldbahn-Diesellok von DIEMA, die früher in einem Torfwerk arbeitete.
Die erste Bahn von 1957
Zur ersten Bundesgartenschau betrieb die KVB hier eine Parkeisenbahn mit 381 mm Spurweite, die international Aufsehen erregte. Sie fuhr mit drei Krupp-Dampfzügen namens „Rosenkavalier“, „Männertreu“ und „Fleißiges Lieschen“, die den Zweiten Weltkrieg im Lokschuppen der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn überstanden hatten. Schon 1958 wurde der Betrieb aus Kostengründen eingestellt, die Gleise wurden abgebaut und die Züge nach Großbritannien verkauft. Das „Fleißige Lieschen“ fährt seit 1976 als „Black Prince“ bei der Romney, Hythe and Dymchurch Railway.
Die Bahn seit 1971
Auf der neuen Strecke verkehrten anfangs Porsche-Züge. 1972 ging die Bahn als Pacht an die Henry Escher KG, die Porsche-Züge wurden nach Dortmund verkauft und ein Westernzug der Firma Schwingel angeschafft. 1981 übernahm der Kölner Industriekaufmann Karlheinz Potrz Zug, Depot, Bahnhof und Haltepunkte und baute den Betrieb aus. Später kamen die DIEMA-Lok und 1992 ein zweiter Westernzug hinzu, der 1998 Motive aus Otmar Alts Grafikserie „Meine Tiere“ erhielt.
Unterwegs auf der Strecke
Der zweigleisige Bahnhof Tanzbrunnen liegt direkt an der gleichnamigen Veranstaltungsfläche; einen großen Spielplatz in der Nähe passieren die Züge ohne Halt. Der Haltepunkt Thermalbad befindet sich unmittelbar vor der Claudius-Therme, kurz davor steht das zweigleisige Depot, das an eine lange Autogarage erinnert. Seine hintere Einfahrt wurde um 2000 bei einer Modernisierung stillgelegt und ist heute teilweise abgebaut. Am Haltepunkt Rosengarten liegen der Kölner Jugendpark, eine Minigolfanlage und eine Kinder-Autoscooterbahn; hier hatte früher auch der 2001 stillgelegte Rheinpark-Sessellift eine Station. Neben der Rundfahrt sind auch Fahrten auf Teilstrecken möglich.
Zeitstrahl
- 1957Erste Parkeisenbahn (381 mm) zur BUGA im Rheinpark, betrieben von der KVB
- 1958Betrieb aus Kostengründen eingestellt, Züge nach Großbritannien verkauft
- 1971Bau der heutigen 600-mm-Strecke zur zweiten BUGA mit Porsche-Zügen
- 1972Kleinbahn privat verpachtet (Henry Escher KG), Westernzug erworben
- 1981Karlheinz Potrz kauft Westernzug und Anlagen von der Henry Escher KG
- 1985DIEMA-Lok als Reservelok hinzugekommen
- 1992Zweiter Westernzug hinzugekommen
- 2001Porsche-Lok aus Dortmund angekauft und aufgearbeitet
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Quellen & Links
- Offizielle Webseite
- Offizielle Webseite (abgerufen 2026-10-17)
- Wikidata (abgerufen 2026-10-15)
- Wikipedia (abgerufen 2026-10-15, rev 268119685)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-15
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