Düxer Bock
Inoffizielles Wappentier des Stadtteils Deutz: Das Brunnendenkmal erinnert an eine alte Kölner Legende um Schneider und Steuereinnehmer.
Der Düxer Bock ist das inoffizielle Wappentier des Kölner Stadtteils Deutz und steht zugleich für eine alte städtische Legende.
Auf einen Blick
- Art
- Bronzeplastik auf einer Brunnensäule
- Standort
- Platz an der Lorenzstraße, Köln-Deutz
- Errichtet
- 1964
- Künstler
- Gerhard Marcks
- Anlass
- 500-jähriges Bestehen der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft
- Gestalt
- Ziegenbock auf hoher Steinsäule, aus deren unterem Teil Wasser in ein Becken fließt
Die Hausfassade in der Siegburger Straße 24, die den Ursprung des Düxer Bocks bildet, existiert seit 1935/36 nicht mehr – sie musste dem Verbreiterungsbau der Deutzer Brückenauffahrt weichen, woraufhin die Stadt Köln den Deutzern ein Ersatz-Denkmal versprach und dieses Versprechen erst fast 30 Jahre später einlöste.
Wappentier von Deutz
Über das Denkmal hinaus ist der Düxer Bock fester Bestandteil der Deutzer Identität. Zahlreiche Vereine und Initiativen führen ihn im Namen, im Logo oder als Maskottchen.
Die Legende
Erzählt wird von einem Streit zwischen einem Deutzer Schneider und seinem Nachbarn, einem Steuereinnehmer. Der Schneider züchtete Singvögel in Käfigen über seinem Fenster; der gegenüber wohnende Steuereinnehmer fühlte sich im Morgenschlaf durch deren Gesang gestört. Seine Klage vor Gericht verlor er, weil der Schneider darauf verwies, dass viele Kölner Familien Singvögel hielten — selbst der Richter. Daraufhin hängte der Steuereinnehmer einen schlecht gefütterten Geißbock in einem Vogelkorb an sein Fenster, dessen Meckern über die Straße tönte. Fortan verspotteten die Leute den Schneider, wo er sich zeigte, mit dem Ruf „Schneidermeckmeckmeck“. Als der Steuereinnehmer später einen steinernen Bock über seiner Haustür anbringen ließ, trieb der Spott den Schneider mit seiner Familie fort. In einem versöhnlichen zweiten Teil heiratet dessen Tochter Gertrud den Sohn des Steuereinnehmers, Fritz.
Geschichte des Bocks
Bereits 1512 wurde in der Siegburger Straße ein Haus „Im Bock“ erwähnt, 1795 „Das Haus mit dem Bocksbild“; über dem Eingang saß ein Bock aus schwarzem Stein. Im Mittelalter galt der Brauch, dass ein Schneidergeselle nach bestandener Prüfung den steinernen Bock küssen und ihn unter Hutschwenken dreimal hochleben lassen musste. Eine eigens gefertigte Düxer Bockfahne zeigte eine Waage, nach der ein Geißbock mehr als 99 Schneider wiegt; sie wurde alljährlich an den Schützenfesttagen ausgehängt. Das Gebäude in der Siegburger Straße 24 wurde 1935/36 für die Verbreiterung der Brückenauffahrt zur Deutzer Brücke abgerissen; heute liegt dort eine Wiese. Fahne und Relief sind im Archiv des Kölner Stadtmuseums eingelagert.
Denkmal und Gestaltung
Den Anstoß gab das bevorstehende 500-jährige Bestehen der Deutzer St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, an das einst versprochene Bockdenkmal zu erinnern. Der Kölner Stadtrat bestand auf einer modernen, zeitgemäßen Skulptur. Ausgeführt wurde sie 1964 von dem damals in Köln ansässigen Bildhauer Gerhard Marcks, der sich schon früh mit Tierdarstellungen beschäftigt hatte.
Zeitstrahl
- 1512Ersterwähnung eines Hauses „Im Bock" in der Siegburger Straße
- 1583Haus trägt den Namen „Wirt im Bock"
- 1795Haus heißt nun „Das Haus mit dem Bocksbild"
- 1935/36Historisches Gebäude Siegburger Straße 24 abgerissen (Brückenverbreiterung)
- 1964Denkmal von Gerhard Marcks anlässlich des 500-jährigen Schützenbrüderschaft-Jubiläums errichtet
Galerie
Karte
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Adresse
Am
50679 Köln
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-24)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-24, rev 259390930)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





