Stüttgenhof
Eine der ältesten Hofanlagen Kölns – teils von einem Wassergraben umgeben und bis heute von den Eigentümern selbst bewirtschaftet.
Für die Umgebung des Hofes weisen archäologische Untersuchungen eine Besiedlung bis in die Jungsteinzeit nach.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Historische Hofanlage, teils mit erhaltener alter Bausubstanz und Anlageform
- Lage
- An der Westseite des Stüttgenweges, zwischen Dürener und Gleueler Straße
- Stadtteil
- Lindenthal (Stadtbezirk Lindenthal)
- Erstnennung
- 1271
- Denkmalschutz
- Seit 1989, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Besonderheit
- Wird nach wie vor von den Eigentümern selbst landwirtschaftlich genutzt
Auf dem Gelände des Stüttgenhofes wurde 1929 mit dem „Lindenthaler Dorf“ eine jungsteinzeitliche Siedlung der Bandkeramischen Kultur entdeckt, und 1973 fanden sich in unmittelbarer Nähe zudem Spuren der eisenzeitlichen Hunsrück-Eifel-Kultur.
Lage und Stadtteil
Der Stüttgenweg begrenzt hier das Stadtteilgebiet sowie den äußeren Grüngürtel nach Westen. Die gesicherten Lagedaten weisen den Hof dem Stadtteil Lindenthal zu, während ihn die Wikipedia-Beschreibung auf Junkersdorfer Gebiet verortet.
Frechener Bach und Grüngürtel
In der Nähe verläuft der Frechener Bach, der bereits den mittelalterlichen Wassergraben sowie Teiche zur Fischzucht speiste; sein Wasser wird bei Bedarf noch immer genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts versorgte er den Weiher des von Adolf Kowallek neu angelegten Kölner Stadtwaldes, erreichte jedoch nie den Rhein. Im Rahmen der Regionale 2010 wurde der Bach renaturiert. Auf früheren Ländereien alter Krieler Hofgüter entsteht dabei hinter der Bahntrasse der KVB eine Erweiterung des Grüngürtels mit etwa 17.000 Jungbäumen und einer Fläche von 40.000 m².
Ausgrabungen und Vorgeschichte
Fritz Fremersdorf begann in den 1920er und 1930er Jahren mit der systematischen archäologisch-topografischen Erforschung des Stadtgebiets und schuf so den Rahmen für die Freilegung des „Lindenthaler Dorfes“ im Jahr 1929, einer steinzeitlichen Ansiedlung zwischen Stüttgenweg und Militärringstraße. Die Forscher Buttler und Haberey ordneten diesen Siedlungsplatz der bandkeramischen Zeit zu. 1973 erfuhr das Römisch-Germanische Museum, dass Ländereien des Stüttgenhofes an die Rheinbraun AG übergegangen waren, die dort einen Verwaltungsbau errichten wollte; dies gab den Anstoß zu neuerlichen Bodenuntersuchungen. Bei den Grabungen südlich der Dürener Straße und nordöstlich des Hofes kamen Funde zutage, die einen Siedlungsplatz der Hunsrück-Eifel-Kultur belegten, einer eisenzeitlichen Gruppe der Mittelrheinregion vom Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. bis um 250 v. Chr.
Römische Landwirtschaft und Kontinuität
Das westliche Vorland der Colonia diente den Römern als Kornkammer. Auf großen Gutshöfen betrieben sie extensive Landwirtschaft, die von den Eignern der „Villa Stute“ und den späteren Besitzern des Stüttgenhofes bis zum Aufkommen künstlicher Düngung fortgeführt wurde.
Name und frühe Besitzer
Der Name geht auf germanische Wurzeln zurück: das angelsächsische und niederdeutsche Wort „stôd“ beziehungsweise das mittelhochdeutsche „stuod“ bezeichnet einen Pferdepferch. Der Zusammenhang wird in Herden wilder und halbwilder Pferde gesehen, die es in fränkischer Zeit bis ins frühe Mittelalter im linksrheinischen Gebiet gab; Höfe fingen diese Pferde ein und pferchten sie ein, um sie nach und nach zu domestizieren. Alte Urkunden nennen den Hof „zum Stuytgen“ oder „zom Stuitgin“. Bei der Ersterwähnung 1271 befand sich die „Villa Stute“ im Besitz der Deutschordenskommende Sankt Katharina zu Köln, der späteren Kommende Jungen-Biesen.
Zeitstrahl
- 1271Erste urkundliche Erwähnung des Hofes
- 1920er/1930erFritz Fremersdorf beginnt systematische archäologische Erforschung des Stadtgebiets
- 1929Freilegung des steinzeitlichen „Lindenthaler Dorfes“ nahe dem Stüttgenweg
- 1973Ländereien des Stüttgenhofes gehen an Rheinbraun AG über, neue Bodenuntersuchungen
- 1989Der Stüttgenhof wird unter Denkmalschutz gestellt
Karte
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