Justizzentrum Köln
105 Meter hoher Gerichtskomplex in Köln-Sülz, der Amts- und Landgericht sowie Staatsanwaltschaft an der Luxemburger Straße bündelt.
Der Standort entstand auf dem Gelände eines früheren Güterbahnhofs, von dem bis zum 18. Juni 1974 die als „Schwarze Bahn“ bezeichnete Route ausging.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Sitz mehrerer Justizbehörden
- Baustil
- Moderne
- Bezugsfertig
- 30. April 1981
- Fläche/Personal
- rund 64.000 m², etwa 1700 Bedienstete
- Baukosten
- 127 Millionen Mark
- Verkehr
- Stadtbahnhaltestelle Weißhausstraße (Linie 18)
Das Gelände des Justizzentrums war früher der Güterbahnhof Sülz, von dem bis 1974 die berüchtigte „Schwarze Bahn“ startete und endete.
Bündelung der Behörden
Unter dem Begriff Justizzentrum sind mehrere Kölner Justizbehörden zusammengefasst. Zuvor verteilten sich diese überwiegend auf das Justizgebäude am Appellhofplatz und das Justizgebäude Reichenspergerplatz. Da die Raumkapazitäten nicht mehr ausreichten, wurde ein Neubau nötig. Heute bildet der Standort den gemeinsamen Sitz von Amts- und Landgericht Köln sowie der Staatsanwaltschaft Köln.
Bau und Entwicklung
Für das Projekt stand ein 143.000 m² großes Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Sülz zur Verfügung. Es wurde für 21,6 Millionen Mark an die Kölner Stadtentwicklungs- und Bauträgergesellschaft moderne stadt GmbH verkauft und von dieser arrondiert. Der Kölner Architekt Henrik Busch, der auch das Colonia-Hochhaus entwarf, gestaltete bis 1980 den ersten Abschnitt einer 23-stöckigen Stahlkonstruktion; den zweiten, 16-geschossigen Bauabschnitt übernahm HPP. 1987 bezog die Staatsanwaltschaft ein eigenes Gebäude Am Justizzentrum 13, 1989 zog das Institut für Anwaltsrecht der Universität zu Köln Am Justizzentrum 7 ein.
Lage und Umgebung
Der Komplex befindet sich an der Luxemburger Straße 101 nahe der Kreuzung Universitätsstraße / Weißhausstraße. Schräg gegenüber liegt das Uni-Center.
Sanierungspläne und Neubau
Seit April 2012 befasste sich der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) mit einer Generalsanierung des hochtechnisierten Baus. Bereits im November 2012 empfahl der BLB der Landesregierung, statt der Sanierung einen Neubau an anderer Stelle zu errichten. Für eine Minimalsanierung, vor allem des Brandschutzes, waren 18 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen, während eine Generalsanierung rund 150 Millionen Euro gekostet hätte. Im Februar 2014 entschieden sich Justiz- und Finanzministerium sowie der BLB aus Wirtschaftlichkeits- und operablen Gründen für einen Neubau. Die Planungshoheit ging an die Stadt Köln, deren Rat sich im April 2014 mehrheitlich für die benachbarte Hans-Carl-Nipperdey-Straße entschied. 2019 wurde das östlich gelegene Gelände bestätigt; der Grüngürtel soll unangetastet bleiben. Die Planungen begannen 2022, der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll noch im selben Jahrzehnt erfolgen.
Zeitstrahl
- 1980Architekt Henrik Busch entwirft bis 1980 den ersten Bauabschnitt
- 17. März 1981Verwaltungsgericht Köln übernimmt Räume am Appellhofplatz
- 30. April 1981Bauwerk wird bezugsfertig
- Juni 1984Grundsteinlegung für Gebäude der Staatsanwaltschaft Köln
- 1987Staatsanwaltschaft bezieht Gebäude Am Justizzentrum Nr. 13
- April 1989Institut für Anwaltsrecht zieht Am Justizzentrum Nr. 7 ein
- 2014Entscheidung für Neubau statt Sanierung, Standortwahl Nipperdey-Straße
- 9. August 2019Bekanntgabe des Neubaustandorts östlich des Geländes
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