Flugplatz Köln-Ostheim
Kölns zweiter Flugplatz nach dem Butzweilerhof: ein Fliegerhorst der Luftwaffe, auf dessen früherem Flugfeld heute der Stadtteil Neubrück liegt.
Im rechtsrheinischen Köln, im Bereich Ostheim/Merheim, diente der Fliegerhorst vor und während des Zweiten Weltkriegs als Militärflugplatz. Nach 1945 wurde hier nicht mehr geflogen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemaliger Militärflugplatz (Fliegerhorst)
- Lage
- Stadtteil Merheim, Stadtbezirk Kalk
- Stellung
- zweiter Flugplatz Kölns nach dem Flughafen Butzweilerhof
- Baubeginn
- 27. April 1936
- Übernahme durch die Luftwaffe
- 8. Juni 1937
- Luftfahrtgeschichte
- Erstflug der Horten H V im Jahr 1937
Auf dem Gelände des Fliegerhorsts Köln-Ostheim baute Walter Horten schon während der Bauphase seine Nurflügel-Segelflugzeuge, und 1937 gelang den Horten-Brüdern hier der Erstflug ihrer Horten H V.
Geheime Planung und Bau
Das Reichsluftfahrtministerium ordnete die Anlage 1934 an und hielt die Pläne streng geheim. Das rechtsrheinische Gebiet war damals noch auf 50 km Breite entmilitarisiert, und die künftige Luftwaffe war noch nicht enttarnt. Parallel zum Fliegerhorst entstand die Autobahn Düsseldorf–Frankfurt, die heutige Bundesautobahn 3. Sie zerteilte Ostheim 1936/1937: Östlich lag nun der Fliegerhorst, westlich das Dorf. Die Straße nach Merheim erhielt den Namen des Flugpioniers Bruno Werntgen, auf der anderen Seite der Autobahn blieb es beim Namen Ostmerheimer Straße.
Die Nurflügler der Horten-Brüder
Schon während der Bauarbeiten begann Walter Horten in Ostheim mit dem Bau seiner Nurflügel-Segelflugzeuge. 1937 gelang den Horten-Brüdern hier der Erstflug ihrer Horten H V.
Stationierte Verbände
Als erster Verband lag die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 234 in Ostheim, ausgerüstet mit Bf 109 und He 51. Anfang 1939 ersetzten Bf 109 E1/E3 die letzten He 51. Im Mai 1939 erhielten die I. und II. Gruppe die neue Bezeichnung Jagdgeschwader 26 „Schlageter“. Die I. Gruppe wurde einige Monate später aus Köln abgezogen. Im Krieg wurde der Flugbetrieb reduziert; die Erprobungsgruppe 210 und die III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 nutzten den Platz mit Bf 109 und Bf 110. Ab Mai 1944 waren die ersten drei Staffeln der Nachtschlachtgruppe 2 mit etwa 80 Ju 87 D-3 und D-5 hier stationiert. Die Funkleitstelle wurde in das ehemalige Hotel Haus Frankenforst im gleichnamigen Stadtteil des heutigen Bergisch Gladbach verlegt.
Im Zweiten Weltkrieg
Im Januar 1940 wurden in Ostheim Lastensegler für den Fallschirmjäger-Angriff auf das belgische Fort Eben-Emael stationiert. Hermann Göring inspizierte die Vorbereitungen Ende Februar. Nach Beginn des Westfeldzugs am 10. Mai 1940 flog die RAF einen ersten Luftangriff auf Köln, der auch den Fliegerhorst traf. In den letzten Monaten des Jahres 1944 wurde der Platz immer öfter Ziel alliierter Angriffe. Mit der näherrückenden Westfront diente er als Einsatzbasis für Tag-Abfangjäger. Für das „Unternehmen Bodenplatte“ wurden rund 60 Fw 190 F-8 in Ostheim zusammengezogen. Die Operation begann am Neujahrstag 1945 unter dem Kommando von Oberst Alfred Druschel, der dabei starb. Beim letzten Angriff der United States Army Air Forces Ende Januar 1945 kamen 17 deutsche Flakhelfer ums Leben. Der Platz blieb bis Kriegsende weitgehend einsatzfähig, wurde am 8. März 1945 aufgegeben und geräumt und danach erst von amerikanischen, dann von britischen Truppen übernommen.
Nachnutzung
Da der Flughafen Wahn nur rund zehn Kilometer entfernt lag, sahen die Alliierten keinen Grund, die Flughafenanlagen zu erhalten, und ließen sie abreißen. 1946 ging das Gelände an die Stadt Köln. Die überwiegend erhaltenen Kasernengebäude werden heute als Wohn- und Gewerbegebäude sowie vom Krankenhaus Merheim genutzt. Im früheren Flugleitungsgebäude war von 1967 bis April 2015 die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung untergebracht. Auf dem einstigen Flugfeld entstand in den 1960er Jahren die „Konrad-Adenauer-Siedlung“, der heutige Stadtteil Neubrück.
Zeitstrahl
- 1934Reichsluftfahrtministerium ordnet neuen Fliegerhorst in Ostheim/Merheim an
- 1936Baubeginn am 27. April; Ostheim durch Autobahnbau zerteilt
- 1937Luftwaffe übernimmt Liegenschaft am 8. Juni; erster Nutzer I./JG 234
- 1940Lastensegler für Angriff auf Eben-Emael stationiert; RAF-Luftangriff nach 10. Mai
- 1944Mai: Basis der Nachtschlachtgruppe 2; Flugplatz zunehmend Ziel alliierter Angriffe
- 1945Unternehmen Bodenplatte am 1. Januar; 8. März Aufgabe; 13. April US-Besetzung
- 1946Übergabe des Geländes an die Stadt Köln
- 1947Östlicher Teil an Arzneimittelfabrik Dr. Madaus & Co. verpachtet
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