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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Hochbunker Körnerstraße / bunker k101

Ehemaliger Luftschutzbunker in Köln-Ehrenfeld, heute als bunker k101 ein denkmalgeschützter Kultur- und Erinnerungsort.

Der Hochbunker Körnerstraße in Köln-Ehrenfeld wurde in den 1940er-Jahren als Luftschutzbunker errichtet und dient heute als bunker k101 der Kunst und dem Gedenken.

Auf einen Blick

Lage
Körnerstraße (zwischen Nr. 91 und 113), Köln-Ehrenfeld
Bauzeit
1942/1943, vermutlich Februar 1943 fertiggestellt
Architekt
Hans Schumacher (Köln), der insgesamt sieben Bunker in der Stadt plante
Bauart
dreigeschossiger Stahlbeton-Hochbunker, 50,3 × 15 m, 1.700 m² Nutzfläche, Walmdach
Kapazität
1.500 Plätze, zeitweise mit bis zu 7.500 Menschen weit überbelegt
Denkmalschutz
seit dem 25. April 1995 (Nr. 7443)
Betreiber heute
Förderkreis Hochbunker Körnerstraße 101 e. V.
Website
bunkerk101.de

Der Bau

Das freistehende Gebäude besitzt einen erweiterten rechteckigen Grundriss und steht mit der langen Seite parallel zur Straße. Es besteht aus unverkleidetem Stahlbeton und trägt ein pfannengedecktes Walmdach. Die Decke unter dem Dach und die Bunkersohle sind jeweils 1,4 Meter dick; im Keller messen die Wände 1,8 Meter, in den Obergeschossen 1,1 Meter.

Die Frischluft gelangte durch mehrfach verwinkelte Öffnungen in den oberen Etagen ins Innere. Die Lüftung erzeugte einen leichten Überdruck, der zusammen mit einer Gasschleuse das Eindringen von Gas verhindern sollte; bei einem Angriff wurden die Öffnungen von innen verstopft. Der Strom kam aus dem öffentlichen Netz, und bei Ausfällen wiesen phosphoreszierende Markierungen den Weg.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Bau und Kriegsnutzung

Der Bunker entstand auf einem Grundstück neben dem Standort der Synagoge Ehrenfeld, die in der Nacht zum 10. November 1938 während der Novemberpogrome bis auf die Außenmauern zerstört worden war. Das angrenzende Gartengrundstück wurde 1939 enteignet und zwangsversteigert und ab Dezember 1940 dem „Führer-Sofortprogramm“ zugeführt.

In den letzten beiden Kriegsjahren schützte der Bunker die Zivilbevölkerung vor Luftangriffen – Ehrenfeld war 55 Mal Ziel alliierter Bombardements. Anwohner erhielten einen Bunkerausweis mit zugewiesenem Platz. Juden, Sinti und Roma sowie Zwangsarbeiter blieb der Zutritt verwehrt. 1944 lernten sich hier die beiden Edelweißpiraten Franz Rheinberger und Bartholomäus Schink kennen; der Bunker diente der Gruppe fortan als einer ihrer Treffpunkte.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende diente das Gebäude zunächst entlassenen Kriegsgefangenen, danach bis Mitte der 1950er-Jahre ausgebombten Familien als Notunterkunft. In der beengten Massenunterkunft, in der viele traumatisierte Menschen zusammenlebten, kam es häufig zu Konflikten, und mangelnde Hygiene begünstigte etwa die Ausbreitung von Kopfläusen. Anschließend nutzte man den Bau als Möbellager. Eine 1964 angebrachte Gedenktafel erweckte lange den falschen Eindruck, der Bunker stehe auf dem Synagogengrundstück; sie wurde später abgehängt und durch eine Tafel am richtigen Standort ersetzt.

© Joauth · CC BY-SA 3.0

Kultur- und Erinnerungsort heute

Die erste künstlerische Nutzung fand 1981 statt, als Daniel Spoerri mit Studierenden die Aktion „Promenade sentimentale“ durchführte. Nach jahrelangem Engagement Ehrenfelder Künstlerinnen und Künstler – 2011 sammelte eine Projektgruppe rund 2.000 Unterschriften gegen den drohenden Verkauf – gründete sich 2012 der „Förderkreis Hochbunker Körnerstraße 101“ e. V., der das Gebäude vom Bund mietet. 2013 wurde es als bunker K101 wieder öffentlich zugänglich. Seither zeigen hier vor allem in Ehrenfeld lebende Künstler ihre Arbeiten, ein Schwerpunkt liegt inzwischen auf elektronischer Kunst. Jährlich am 10. November startet am Bunker ein Schweigemarsch des Bündnisses „Ehrenfeld gegen Rechtsextremismus“ zum Mahnmal für die hingerichteten Edelweißpiraten und Zwangsarbeiter in der Schönsteinstraße.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wissenswertes

Am 12. November 2025 erhielt der Förderkreis für sein Engagement um die Erinnerungskultur und die Arbeit im Veedel den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

© © 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0

Galerie

© © 1971markus@wikipedia.de · CC BY-SA 4.0 · Commons
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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Adresse

Körnerstraße 101
50823 Köln

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-11

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