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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.

St. Lupus

Längst abgetragene mittelalterliche Pfarrkirche mit Hospital am heutigen Bahnhofsvorplatz – im ältesten Kölner Schriftbeleg zum Bierkonsum genannt.

In der Kölner Altstadt-Nord, ungefähr dort, wo heute die Trankgasse verläuft, bestanden mit St. Lupus eine katholische Pfarrei, eine Pfarrkirche und ein Hospital. Wo sich inzwischen der Vorplatz des Hauptbahnhofs ausbreitet, erhob sich der Bau bis zu seinem Abbruch 1808.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige Pfarrei, Pfarrkirche und Hospital
Lage
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt; Kreuzung Trankgasse/Maximinenstraße
Patrozinium
Lupus von Sens
Erste Erwähnung als Pfarrkirche
1171
Abriss
1808
Erhaltenes Stück
Predigtkanzel von 1630 (heute in St. Brictius)
Wusstest du?

Im ältesten schriftlichen Nachweis für den ersten Biergenuss in Köln – anlässlich des Todes von Erzbischof Hermann III. im Jahr 1099 – wird St. Lupus namentlich erwähnt: Das dortige Hospital ist damit untrennbar mit der Kölner Biergeschichte verbunden.

Geschichte

Auf den heiligen Kunibert soll die Gründung zurückgehen; die Kirche war dem Stift St. Kunibert zugeordnet und versah später den Dienst als Dompfarre. Ihre früheste Nennung als Pfarrkirche fällt ins Jahr 1171, als sie neben 13 weiteren Pfarreien und Kapellen in einer Stiftung für das Jahresgedächtnis des Erzbischofs Rainald von Dassel auftauchte. Schon 1099 erscheint der Name St. Lupus gemeinsam mit dem Hospital – nämlich in jener Aufzeichnung, die anlässlich des Todes von Erzbischof Hermann III. von Hochstaden den ältesten schriftlichen Nachweis des Bierkonsums in Köln bildet.

Bau

Der einschiffige Bau trug einen quadratischen Turm, den ein Spitzhelm bekrönte. Vergleichbar war dieser mit dem seinerzeitigen Helm von St. Ursula und mit jenem, der heute St. Severin ziert.

Bruderschaft und Hospital

Mit Zustimmung des Kölner Erzbischofs Hermann V. von Wied entstand 1515 an St. Lupus eine Josefsbruderschaft. Bedürftigen stand der Beitritt ohne Gebühr offen, sofern sie sich verpflichteten, an jedem Sonntag dreimal für das Seelenheil der verstorbenen Mitglieder zu beten.

Wissenswertes

Aus der einstigen Ausstattung überdauerte die Predigtkanzel von 1630; ihren Platz hat sie heute in der Pfarrkirche St. Brictius gefunden.

Zeitstrahl

  1. 1099
    St. Lupus mit Hospital im Zusammenhang mit dem Tod Erzbischof Hermanns III. erwähnt
  2. 1171
    Erstmalige Erwähnung als Pfarrkirche in einer Stiftung für Erzbischof Rainald von Dassel
  3. 1515
    Gründung einer Josefsbruderschaft mit Genehmigung von Erzbischof Hermann V. von Wied
  4. 1630
    Predigtkanzel gefertigt (heute in der Pfarrkirche St. Brictius)
  5. 1808
    Abriss der Kirche an der Kreuzung Trankgasse/Maximinenstraße

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27