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© CEphoto, Uwe Aranas · CC BY-SA 3.0

St. Johann Baptist

Romanische Kirche an der Severinstraße, die 2004 als „Schiefer Turm von Köln" Schlagzeilen machte und heute Jugendzentrum Crux ist.

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St. Johann Baptist ist eine römisch-katholische Kirche in der Severinstraße in der Kölner Altstadt-Süd. Sie zählt zu den ältesten Kirchen der Stadt und dient heute als jugendpastorales Zentrum des Erzbistums Köln.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Kirche, Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Lage
Severinstraße, Stadtteil Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Ersterwähnung
948, seit 1080 als Pfarrkirche bezeugt
Turmhöhe
44 Meter
Benannt nach
Johannes der Täufer
Heutige Nutzung
Jugendpastorales Zentrum Crux des Erzbistums Köln
Besonderheit
2004 als „Schiefer Turm von Köln" in den Schlagzeilen
Wusstest du?

Im September 2004 neigte sich der 44 Meter hohe Kirchturm durch Tunnelbauarbeiten für die Kölner U-Bahn über Nacht um 77 Zentimeter und wurde kurzzeitig als „Schiefer Turm von Köln" bekannt – die Reparatur per Hydraulikpressen kostete rund eine Million Euro, die die KVB-Versicherung tragen musste.

Geschichte

Die Kirche wurde 948 erstmals erwähnt und ist seit 1080 als Pfarrkirche belegt. Bis zur Säkularisation verlief auf der Südseite parallel die Deutschordenskirche St. Katharina von 1219. Zwischen 1943 und 1945 wurde St. Johann Baptist fast vollständig zerstört: Der Turm fiel ganz, der Chor bis auf den Sockel. Mittelschiff und Teile der Seitenschiffe blieben erhalten. Von 1960 bis 1962 entstand ein Neubau, der das alte Mittelschiff um einen Westturm aus Backstein ergänzte und den Bau als Basilika zusammenfasste.

© Mercator · Public domain

Der „Schiefe Turm von Köln"

Am 29. September 2004 neigte sich der 44 Meter hohe Kirchturm um 77 Zentimeter nach Westen, nachdem tags zuvor in 14 Metern Tiefe ein Versorgungsschacht für die Nord-Süd-Stadtbahn unter der Kirche vorgetrieben worden war. Um einen Einsturz zu verhindern, wurde der Turm mit sechs Stahlprofilen schräg abgestützt und die Hohlräume darunter mit Beton verfüllt. Am 26. Oktober richteten Hydraulikpressen den Turm in kontrollierten Schritten wieder gerade. Die Reparatur kostete rund eine Million Euro, die die Versicherung der Kölner Verkehrs-Betriebe trug.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

Zur Ausstattung gehören eine Sitzmadonna um 1320, ein Reliquienschrein der heiligen Antonina aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ein messingenes Taufbecken von 1566 sowie bronzene Adlerpulte. Die ornamentale Farbverglasung schuf Willi Strauß 1963. Von den vier Vorkriegsglocken überdauerte nur die große Glocke „Antonina" von 1400, die sich in Privatbesitz befindet; seit 1962 hängen sechs neue Glocken im Turm, abgestimmt auf das Geläut von St. Severin.

© Maximilian Schönherr · CC BY-SA 4.0

Heute

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde die Kirche am 28. Juni 2009 wiedereröffnet und der Jugend der Stadt übergeben. Seitdem trägt sie die Bezeichnung CRUX-Kirche St. Johann Baptist und bildet den Mittelpunkt des jugendpastoralen Zentrums Crux. Sie gehört der Kirchengemeinde St. Severin, wird vom Förderverein Romanische Kirchen Köln betreut; im Zuge des Umbaus entstand ein abgetrenntes Kirchencafé.

© Glockenzeit · CC BY-SA 4.0

Zeitstrahl

  1. 948
    Erste urkundliche Erwähnung der Kirche
  2. 1080
    Als Pfarrkirche bezeugt
  3. 1219
    Deutschordenskirche St. Katharina auf der Südseite erbaut
  4. 1943–1945
    Kirche fast gänzlich zerstört; Turm und Chor vernichtet
  5. 1960–1962
    Wiederaufbau: Westturm aus Backstein ergänzt, Basilika-Stil
  6. 29. September 2004
    Kirchturm neigt sich um 77 cm nach Westen (U-Bahn-Bau)
  7. 26. Oktober 2005
    Turm mittels Hydraulikpressen wieder geradegerichtet
  8. 28. Juni 2009
    Wiedereröffnung nach Renovierung als CRUX-Kirche

Galerie

© Fritz Zapp · CC BY-SA 3.0 · Commons

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