Kartäuserkirche
Gotische Kirche des 1334 gegründeten Kölner Kartäuserklosters — heute evangelische Gemeindekirche mit Farbglasfenstern von Charles Crodel.
Die Kartäuserkirche gehörte zum 1334 gegründeten Kartäuserkloster, der Kölner Kartause. Heute dient sie der Evangelischen Gemeinde Köln als Gemeindekirche und gehört zum Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige Klosterkirche, heute evangelische Gemeindekirche
- Lage
- Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
- Baustil
- Gotik
- Bauzeit
- Mitte 14. Jahrhundert bis 1393 (Hochaltarweihe)
- Patrozinium
- hl. Barbara (Barbara von Nikomedien)
- Grundriss
- Einschiffig, siebenjochig, mit Kreuzrippengewölben und polygonaler Apsis
- Ausstattung
- 23 Farbglasfenster von Charles Crodel
Die Kartäuserkirche diente nach ihrer Profanierung 1794 über 125 Jahre lang als Lagerraum eines Militärlazaretts – erst französisch, dann preußisch – bevor sie 1923 der Evangelischen Gemeinde übergeben wurde, obwohl sie ursprünglich eine katholische Klosterkirche war.
Geschichte
Die Kirche entstand ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in schlichten gotischen Formen. 1425/27 kamen an der Nordseite die Engel- und die Marienkapelle hinzu, 1510 erweiterte der Konvent die nördliche Sakristei. Ein Lettner teilte den Raum bis zu seinem Abbruch Anfang des 19. Jahrhunderts in einen Kleriker- und einen Laienbruderteil. 1794 lösten die Franzosen das Kloster als erstes in Köln auf; danach diente der profanierte Bau bis Anfang 1920 als Lagerraum eines Militärlazaretts.
Wege zur heutigen Gemeindekirche
1923 erhielt die Evangelische Gemeinde Köln die Kirche und Teile des Klosters als Ersatz für die Pantaleonskirche. Ab dem 16. September 1928 wurde der restaurierte Bau wieder als Gotteshaus genutzt. 1945 zerstörten Bomben weite Teile der Anlage schwer. Beim Wiederaufbau 1946–53 unter dem Architekten Georg Eberlein wurde bewusst der gotische Zustand der Erbauungszeit wiederhergestellt und spätere, vor allem barocke Veränderungen weitgehend beseitigt. So entstand ein schlichter Predigtraum, der allein durch die Architektur wirkt.
Ausstattung des 20. Jahrhunderts
Für die Ausstattung von 1953–59 sind im Wesentlichen die befreundeten Künstler Gerhard Marcks und Charles Crodel verantwortlich. Crodel schuf die 23 Farbglasfenster, darunter das Bild des letzten Weinstocks des Kartäusergartens; verwendet wurde unter anderem Goldglas, das nur August Wagner in Berlin herzustellen vermochte. Von Marcks stammen Altartisch mit Kreuz, Taufständer, Kanzel und Kirchenbänke. Seit 2011 steht im Altarbereich das Triptychon „Die Heilige Familie“ von Jürgen Hans Grümmer, der in den 1990er Jahren den Kapitelsaal als Atelier nutzte.
Wissenswertes
Anders als bei Kartäuserkirchen sonst üblich trug die Kirche nach einem Vorgängerbau nicht das Marien-, sondern das Barbara-Patrozinium. Die Decken der Engel- und der Marienkapelle zeigen florale Malereien der Erbauungszeit, in der Marienkapelle 1950 rekonstruiert.
Zeitstrahl
- 1334Gründung des Kartäuserklosters in Köln
- 1393Hochaltarweihe – Kirchenbau (ab Mitte 14. Jh.) abgeschlossen
- 1425/27Engel- und Marienkapelle an der Nordseite erbaut
- 1510Erweiterung der nördlichen Sakristei durch den Konvent
- 1794Franzosen lösen Kloster auf; Kirche profaniert, als Lazarett genutzt
- 1923Kirche und Klosterteile der Evangelischen Gemeinde Köln übereignet
- 1928Ab 16. September: restaurierter Bau wieder als evangelisches Gotteshaus genutzt
- 1945–1953Schwere Bombenschäden 1945; Wiederherstellung 1946–53 unter Georg Eberlein
Galerie
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26




