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© Carolus Ludovicus · CC BY-SA 2.0 de

Herz-Jesu-Kirche

Neugotische Kirche am Zülpicher Platz, deren Turm dem Freiburger Münsterturm nachempfunden ist – nach Kriegszerstörung modern wiederaufgebaut.

Indoor

Die Herz-Jesu-Kirche ist eine römisch-katholische Kirche am Zülpicher Platz, im südlichen Teil der ab 1880 angelegten Kölner Neustadt – dem heutigen Stadtteil Südstadt. Sie entstand als eine der neuen Pfarrkirchen dieser Neustadt und ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Pfarrkirche
Lage
Zülpicher Platz, Stadtteil Südstadt, Stadtbezirk Innenstadt
Baustil
Neogotik
Erbaut
1893–1895, Glockenturm 1906–1909
Architekt
Friedrich von Schmidt (Wiener Dombaumeister)
Wiederaufbau
1953–1957 nach Kriegszerstörung
Besonderheit
Turm im Aufbau an den Freiburger Münsterturm angelehnt
Wusstest du?

Für den Grundstein der Kirche stiftete Papst Leo XIII. persönlich einen Stein mit dem Christusmonogramm aus der antiken Priscillakatakombe in Rom – einer der ältesten christlichen Begräbnisstätten der Welt.

Geschichte

Für den Kirchenbau wurde 1889 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, mit der Vorgabe, dass die neue Kirche den Vergleich mit dem Kölner Dom aufnehmen solle. Aus acht Einreichungen wählte das Preisgericht den Entwurf von Friedrich von Schmidt; nach dessen Tod 1891 übernahm sein Sohn Heinrich die Ausführung. Für den Grundstein stiftete Papst Leo XII. 1892 einen Stein mit Christusmonogramm aus der Priscillakatakombe in Rom. Geweiht wurde die Kirche 1900, der Turm folgte bis 1909.

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Zerstörung und Wiederaufbau

Bei den Luftangriffen vom Oktober 1944 und März 1945 wurde der Bau weitgehend zerstört; erhalten blieben Turm und Nordmauer. Zunächst diente ab 1946 eine in die Ruine eingebaute Notkirche. Der Wiederaufbau unter Wiederverwendung des Turmes erfolgte 1953 bis 1957 durch Dombaumeister Willy Weyres und Wilhelm Hartmann.

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Architektur

Ursprünglich war die Kirche eine neugotische Hallenkirche mit Querhaus, basilikalem Umgangschor und Westturm. Beim Wiederaufbau bestimmten die verwertbaren Reste des Erstbaus die Proportionen. Statt der früheren Kreuzrippengewölbe entstand über schlanken Stahlstützen eine gefaltete Holzdecke; der frühere Chor wurde zur eigenständigen Sakramentskapelle reduziert. Die Farbverglasung gestaltete der Kölner Glasmaler Franz Pauli.

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Glocken

Das ursprüngliche Geläut wurde während der Glockenkonfiskation im Zweiten Weltkrieg bis auf die Immaculata-Glocke eingeschmolzen. Als Ersatz goss die Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher 1966 fünf neue Bronzeglocken.

Wissenswertes

Seit 1964 wird die Gemeinde von Maristenpatres seelsorgerisch betreut. Am Eingang der Sakramentskapelle steht ein 1902 geschaffenes Herz-Jesu-Standbild des Bildhauers Alexander Iven. Die heutige Orgel wurde 1962 von der Firma Emanuel Kemper & Sohn gebaut.

Zeitstrahl

  1. 1893
    Grundsteinlegung am 8. Mai durch Erzbischof Krementz
  2. 1895
    Lang- und Querhaus fertiggestellt (17. Oktober)
  3. 1900
    Einweihung der Kirche durch Erzbischof Simar (31. Mai)
  4. 1906–1909
    Bau des Glockenturms nach Plänen von Wilhelm Hospelt
  5. 1944–1945
    Weitgehende Zerstörung durch Luftangriffe
  6. 1946
    Notkirche an Christi Himmelfahrt in Betrieb genommen
  7. 1953–1957
    Wiederaufbau durch Dombaumeister Weyres und Hartmann
  8. 1957
    Weihe des Kirchenneubaus am 17. März

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26