Dominikanerkloster Köln
Frühes Kölner Dominikanerkloster, an dem Albertus Magnus lehrte und bestattet wurde – heute nicht mehr erhalten.
Das Dominikanerkloster „Heilig Kreuz" gehörte zu den frühesten Niederlassungen des Ordens im deutschsprachigen Raum und stand im mittelalterlichen Kölner Stadtteil Niederich. Erhalten ist es heute nicht mehr.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Dominikanerkloster mit Kirche, Wirtschaftsgebäuden und Langhaus
- Gegründet
- wohl 1221, förmliche Etablierung zwischen Pfingsten 1221 und 1224
- Lage
- ehemals Breite Straße Nr. 4/Ecke Stolkgasse, heute Unter Sachsenhausen Nr. 4 (heutiger Stadtteil Altstadt-Nord)
- Rang
- neben dem Kloster Friesach das älteste der deutschsprachigen Dominikanerklöster, später Hauptkonvent der Rheinprovinz
- Verbunden mit
- Albertus Magnus, der hier lehrte und bestattet wurde
- Ende
- 1802 säkularisiert, Kirche am 28. September geschlossen
Als Albertus Magnus 1280 starb, wurde er in der Klosterkirche beigesetzt – doch 1483, gut 200 Jahre nach seinem Tod, wurden seine Gebeine wieder ausgegraben und in einem Hochgrab aufgestellt, bevor dieses 1671 erneut durch einen Barockschrein ersetzt wurde: drei Bestattungen für einen Mann in einem einzigen Kloster.
Gründung
Nach der Bestimmung der Ordensprovinz „Teutonia" durch das Generalkapitel in Bologna 1221 zog eine Delegation unter Frater Salomon nach Köln. Die Stiftsherren von St. Andreas stellten das Hospital der Kirche St. Maria Magdalena zur Verfügung. Erster Kölner Prior wurde der in Köln geborene Bruder Heinrich von Köln. 1224 ist erstmals vom „conventus Sanctae Crucis" die Rede.
Albertus Magnus und das Studium generale
1248 kam Albertus Magnus, der hier bereits sein Noviziat absolviert hatte, von Paris nach Köln und übernahm die Leitung des neu gegründeten „Studium generale". Im Kloster legte er einen botanischen Garten an. Nach seinem Tod 1280 wurde er in der Klosterkirche beigesetzt; 1483 entstand für ihn ein Hochgrab. Seine Reliquien wurden 1802 nach St. Andreas überführt.
Die Klosterkirche
Um 1250 entstand westlich der Stolkgasse eine dreischiffige spätromanische Hallenkirche von 35 m Länge mit flacher Decke. 1271 erhielt sie einen hufeisenförmigen Hochchor im gotischen Stil, für den Albertus Magnus den größten Teil seines Nachlasses stiftete. Ein Brand zerstörte 1659 Kloster, Wirtschaftsgebäude und Langhaus weitgehend; danach folgte ein Wiederaufbau.
Niedergang und Säkularisierung
Bis 1303 war das Kloster das organisatorische Zentrum des Ordens im deutschen Raum; danach führte Köln die Provinz „Teutonia". Beim Einmarsch französischer Truppen 1794 wurden Kirchen und Klöster als Lazarette oder Kasernen genutzt. 1799 mussten die damals 31 Mönche das Areal binnen zwei Stunden verlassen. 1802 wurde das Kloster säkularisiert und die Kirche am 28. September geschlossen.
Zeitstrahl
- 1221Gründung des Dominikanerklosters „Heilig Kreuz" in Köln
- 1248Albertus Magnus übernimmt Leitung des neu gegründeten Studium generale
- um 1250Errichtung einer dreischiffigen spätromanischen Hallenkirche (35 m Länge)
- 1271Kirche erhält hufeisenförmigen Hochchor im gotischen Stil
- 1475Gründung der Kölner Rosenkranzbruderschaft (8. September)
- 1659Kloster und Kirche durch Feuer weitgehend zerstört (2. März)
- 1799Französische Besatzung fordert Mönche zum Verlassen des Areals auf (17. Juni)
- 1802Kloster säkularisiert, Kirche am 28. September geschlossen
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





