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© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Historisches Rathaus

Deutschlands ältestes Rathaus – mit gotischem Ratsturm, Renaissance-Laube und über 800 Jahren dokumentierter Baugeschichte in der Kölner Altstadt.

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Das Historische Rathaus am Rathausplatz in der Kölner Altstadt gilt aufgrund seiner Bauzeugnisse als ältestes Rathaus Deutschlands. Seine schriftlich belegte Baugeschichte reicht über 800 Jahre zurück.

Auf einen Blick

Art
Kommunalverwaltung, historischer Verwaltungsbau
Lage
Rathausplatz, Stadtteil Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt
Baustil
Gotik mit vorgelagerter Renaissance-Laube
Höhe Ratsturm
61 Meter
Baugeschichte
über 800 Jahre dokumentiert
Schutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen (Denkmalnummer 114)
Wusstest du?

Im Hansasaal des Kölner Rathauses beschlossen 1367 die Hansestädte eine Konföderation, um gegen den dänischen König Waldemar IV. Krieg zu führen – damit war ein kommunales Verwaltungsgebäude Geburtsort eines bedeutenden militärischen Bündnisses.

Anfänge

Der Rathauskomplex steht im Kernbereich der um das Jahr 50 zur Stadt (Colonia) erhobenen römischen Siedlung. Urkunden aus den Jahren 1135/52 erwähnen ein „Haus, in dem die Bürger zusammenkommen“. Ein Dokument von 1149 verortet das Haus im damaligen Judenviertel. Dieser erste, vermutlich romanische Bau ruhte teilweise auf Resten der römischen Stadtmauer.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 2.5

Der gotische Saalbau

Der älteste heute erhaltene Bauteil entstand um 1330, als der romanische Vorgänger durch einen gotischen Saalbau ersetzt wurde. Der Saal nahm das gesamte Obergeschoss ein und erhielt den Namen Langer Saal, später Hansasaal. Am 19. November 1367 schlossen sich hier Hansestädte zu einer Konföderation zusammen, um gegen den dänischen König Waldemar IV. Krieg zu führen. Während der Pogrome gegen die jüdischen Bewohner des umliegenden Viertels griff 1349 das Feuer der Nachbarhäuser über und beschädigte auch das Rathaus.

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Der Ratsturm

Nach einem Beschluss von 1406 entstand zwischen 1407 und 1414 der spätgotische Ratsturm, der niederländischen Belfrieden ähnelt. Er diente auch der sicheren Aufbewahrung städtischer Urkunden, Privilegien und Geldbriefe. Über zwei vierkantigen folgen zwei achteckige Geschosse; das oberste, die Kure, war Wachstube des Feuerwächters. Im ersten Stock lag die Ratskammer für die Sitzungen des Rates.

© Thomas Voekler · CC BY-SA 3.0

Verbindung und Prophetenkammer

1424 wurden die Juden „up ewige tyden“ aus der Stadt verbannt. Dadurch wurde das zwischen Rathaus und Turm liegende Grundstück des Anselm von Osnabrück frei, was die bauliche Verbindung beider Gebäude ermöglichte. In dem neuen zweigeschossigen Bau diente die Prophetenkammer als Übergang zur Ratskammer. Ihre acht Prophetenfiguren gehörten zur repräsentativen Ausgestaltung des Rathauses.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Renaissance-Laube

Dem um 1330 errichteten Kernbau mit Walmdach wurde zwischen 1569 und 1573 die Renaissance-Laube vorgelagert, eine offene Loggia im Stil der Renaissance.

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Umgebung

Den heutigen Rathausplatz begrenzt an der Nordwestseite der 1660/61 errichtete Spanische Bau. In der Nachbarschaft stehen das Farina-Haus, das Haus Neuerburg am Gülichplatz und das Wallraf-Richartz-Museum.

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Zeitstrahl

  1. 1135/1152
    Erste urkundliche Erwähnung als Bürgerversammlungshaus
  2. 1149
    Haus als im Judenviertel gelegen urkundlich beschrieben
  3. um 1330
    Ersatz des romanischen Baus durch gotischen Saalbau (Hansasaal)
  4. 1349
    Rathaus durch Feuer der Pogrome gegen jüdische Bewohner beschädigt
  5. 1407–1414
    Bau des Ratsturms (61 m hoch, spätgotisch)
  6. 1424
    Juden aus der Stadt verbannt; Turm und Rathaus baulich verbunden
  7. 1569–1573
    Vorgelagerte Renaissance-Laube (Loggia) errichtet
  8. 1660/1661
    Spanischer Bau am Rathausplatz errichtet

Galerie

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50667 Köln

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