St. Remigius
Klassizistische frühere Pfarrkirche in Sürth (1825–1830), die antike und mittelalterliche Bauformen mischt und barocke Ausstattung einer abgerissenen Kölner Kirche bewahrt.
St. Remigius ist eine ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Sürth. Der klassizistische Bau verbindet antike und mittelalterliche Formen und bewahrt Ausstattungsstücke einer abgerissenen Kölner Barockkirche.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche
- Lage
- Sürther Hauptstraße, im Stadtteil Sürth (Stadtbezirk Rodenkirchen)
- Baustil
- Klassizismus mit gotischen und barocken Elementen
- Bauzeit
- 1825 bis 1830, Einweihung am 25. Juli 1830
- Architekt
- Johann Josef Baudewin
- Turm
- 31 Meter hoher Choranschlussturm
- Umgebung
- eigener Park (ehemaliger Friedhof)
- Patrozinium
- seit 1904 Heiliger Remigius
Die barocke Innenausstattung von St. Remigius stammt größtenteils aus einer abgerissenen Kölner Kirche: St. Johann Evangelist musste 1829 weichen, weil der Kölner Dom freigelegt werden sollte – Kanzel, Beichtstühle und Skulpturen fanden so ihren Weg nach Sürth.
Geschichte
Vor dem Neubau stand in der Alten Kirchgasse eine dreijochige romanische Kapelle. Mit dem Wachsen der Bevölkerung stifteten der Kölner Rechtsprofessor Peter Andreas Breuer und seine Frau eine neue Pfarrkirche; an das Stifterehepaar erinnern eine gusseiserne Inschrifttafel über dem Hauptportal und ein Gedenkblatt in der Eingangshalle. Bei der Einweihung 1830 war die Kirche den Heiligen Petrus und Andreas, den Namenspatronen Breuers, gewidmet. Nach einer Neuausstattung und dem Bau der Sakristei fand 1904 die Neueinweihung statt, seither trägt sie das Patrozinium des Heiligen Remigius.
Architektur
Die Fassade folgt dem Vorbild frühchristlicher Basiliken Italiens und kontrastiert Ziegelmauerwerk mit weißen Fenstersprossen, Blenden und Gesimsen. Charakteristisch ist die Mischung der Baustile: gotische Elemente an den Obergaden-Fenstern und am Glockenturm, ein Portal mit Ädikula und Segmentgiebel nach barockem Vorbild. In den Blendnischen neben dem mittleren Fenster stehen Statuen der Heiligen Petrus und Andreas, die der Kölner Bildhauer Matthias Heiermann zwischen 1999 und 2000 schuf.
Innenraum
Sieben kräftige toskanische Säulen trennen Haupt- und Seitenschiffe und lenken den Blick auf den Altar. Statt einer flachen Decke überspannen segmentbogenförmige Kreuzrippengewölbe das Mittelschiff, während ein siebenstrahliges Sterngewölbe den Altarraum hervorhebt. Licht fällt durch gotisierende Obergaden-Fenster und die Rundfenster der Seitenschiffe ein, sodass antike und mittelalterliche Formen verknüpft werden.
Ausstattung
Ein Teil der barocken Ausstattung stammt aus der Kölner Barockkirche St. Johann Evangelist, die 1829 für die Freilegung des Domchores abgerissen wurde. Dazu zählen die Kanzel, der Windfang, die Beichtstühle sowie die Skulpturen der Muttergottes auf der Mondsichel und des Heiligen Remigius. Die Kreuzigungsgruppe an der Nordwand unterhalb der Empore bildete dort einst den Hochaltar.
Zeitstrahl
- 1825–1830Neubau der Pfarrkirche durch Johann Josef Baudewin
- 25. Juli 1830Einweihung, geweiht den Heiligen Petrus und Andreas
- 1829Abriss von St. Johann Evangelist; Inventar gelangt nach Sürth
- 1901Grundlegende Renovierung, Neuausstattung und Sakristeianbau
- 5. Juli 1904Neueinweihung; Kirche erhält Patrozinium des Heiligen Remigius
- 1971Renovierung und Neugestaltung durch Architekt Hannsjosef Schäfer
- 1998Erneute Renovierung mit neuer Farbgestaltung und Umstellung der Ausstattung
- 1. Januar 2007Pfarrgemeinde zur Kirchengemeinde St. Joseph und Remigius zusammengelegt
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





