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St. Nikolaus (Köln-Dünnwald)

Romanische Basilika von 1117/1118, einst Stift der Prämonstratenserinnen — bis ins 16. Jahrhundert mit Doppelturm-Fassade.

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St. Nikolaus ist eine römisch-katholische romanische Basilika und Pfarrkirche im Kölner Stadtteil Dünnwald. Errichtet wurde sie ursprünglich als Stiftskirche der Prämonstratenserinnen.

Auf einen Blick

Art
Romanische Basilika und Pfarrkirche
Lage
Stadtteil Dünnwald, Stadtbezirk Mülheim
Gegründet
1117, der Rechtsakt vermutlich 1118
Stifter
der Ritter Heidenreich („Heidinicus")
Baustil
Romanik mit gotischen Anteilen
Schutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Benannt nach
Nikolaus von Myra
Wusstest du?

Lange glaubte man, dass ein zweiter Turm der Kirche nie gebaut wurde – archäologische Untersuchungen des LVR bewiesen jedoch 2005, dass ein Südturm tatsächlich existierte und erst Ende des 16. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Gründung und Stift

Die Stiftungsurkunde nennt das Jahr 1117, wobei die Zustimmung wohl erst 1118 erfolgte; daher tauchen beide Jahreszahlen auf. Zurück geht die Gründung auf den Ritter Heidenreich, dessen Stiftung von Adolf II. von Berg und Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg mit Privilegien und Gütern ausgestattet wurde. Stift und Pfarrei blieben rechtlich getrennt; 1122 erhielt die Kirche die vollen Pfarrrechte. Spätestens ab 1142 lebten hier Prämonstratenserinnen aus dem Kloster Steinfeld. Das Stift brachte Tochtergründungen in Meer, Füssenich und im böhmischen Kloster Doksany hervor.

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Bau und Gestalt

Der Gründungsbau war eine kurze, querschifflose dreischiffige Pfeilerbasilika mit flacher Decke. Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts kamen für die Nonnen drei Joche nach Westen, eine Nonnenempore und ein Turm hinzu. Untersuchungen des Landschaftsverbands Rheinland von 2005 ergaben, dass die Kirche in einem durchgehenden Bauabschnitt entstand. Dieselben Forschungen wiesen einen zweiten, südlichen Turm nach, der Ende des 16. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde. Bis dahin besaß die Kirche eine doppeltürmige Fassade mit niedrigem Mittelschiff; heute prägt nur noch der Nordturm das Bild.

Umbauten der Jahrhunderte

Mit dem Abbruch des Südturms wurde das Dach des Mittelschiffs von 42 auf 54 Grad angehoben, und drei kleine romanische Fenster der Westfassade wichen dem heutigen großen Rundbogenfenster mit Maßwerk. Das nördliche Seitenschiff wurde im 14. Jahrhundert eingewölbt und 1653 barockisiert, wobei es seine Quergiebeldächer und die Apsis eine geschweifte Haube erhielt. Nach der Säkularisierung 1803 wurde St. Nikolaus Pfarrkirche; 1875 erneuerte man das südliche Seitenschiff in romanisierenden Formen.

Ausstattung

Altar und Taufbecken schuf der von Ernst Barlach beeinflusste Bildhauer Eduard Schmitz um 1955 aus Lahnmarmor. Der Altar birgt Reliquien der Heiligen Ursula und Gereon und trägt die Symbole der vier Evangelisten — Stier, Löwe, Mensch und Adler. Das Taufbecken ist als stilisierter Fisch geformt.

Wissenswertes

Bei einer Sanierung zwischen 1997 und 2007 fanden sich im nördlichen Seitenschiff Fundamentreste unterhalb des heutigen Bodens, die unter der Nordwand zum Innenhof verlaufen. Möglicherweise stand hier vor der Kirche ein landwirtschaftliches Gebäude; damit wären sie das älteste Zeugnis menschlicher Besiedlung in Dünnwald. Eine Schautafel in der Kirche dokumentiert den Fund.

Zeitstrahl

  1. 1117
    Gründung durch Stiftungsurkunde (Ritter Heidenreich)
  2. 1122
    Verleihung voller Pfarrrechte durch Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenberg
  3. ab 1142
    Stift mit Prämonstratenserinnen aus Kloster Steinfeld besetzt
  4. Ende 16. Jh.
    Südturm wegen Baufälligkeit abgebrochen, Dach und Westfassade verändert
  5. 1643
    Stift durch den Abt von Steinfeld in ein Priorat umgewandelt
  6. 1653
    Barockisierung des nördlichen Seitenschiffes (charakteristische Quergiebeldächer)
  7. 1803
    Säkularisierung des Stifts; St. Nikolaus wird Pfarrkirche
  8. 1875
    Südliches Seitenschiff in romanisierenden Formen erneuert

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