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St. Maria vom Frieden

Barocke Klosterkirche der Unbeschuhten Karmelitinnen in der Kölner Altstadt-Süd – Kölner Karmel der später heiliggesprochenen Edith Stein.

Indoor Bei Regen Eintritt frei

St. Maria vom Frieden ist eine barocke Klosterkirche der Unbeschuhten Karmelitinnen in der südlichen Altstadt von Köln. Zum Kölner Karmel Maria vom Frieden gehörte die später heiliggesprochene Edith Stein.

Auf einen Blick

Art
Klosterkirche der Unbeschuhten Karmelitinnen
Baustil
Barock, nach dem Vorbild der römischen Kirche Il Gesù
Lage
Altstadt-Süd, Eckgrundstück Schnurgasse / Vor den Siebenburgen
Weihe
1692, Westfassade 1716 fertiggestellt
Patrozinium
bezogen auf ein 1642 vermachtes Gnadenbild der Muttergottes
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wiederaufbau
1947–1957 im alten Stil nach Kriegszerstörung
Wusstest du?

Edith Stein – konvertierte Jüdin, Philosophin und später heiliggesprochene Mitpatronin Europas – gehörte zum Konvent dieses Kölner Karmel und wurde 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet; heute ist das Kloster Sitz des Edith-Stein-Archivs und der Edith-Stein-Stiftung.

Geschichte

Um 1614 kamen erste Unbeschuhte Karmeliten nach Köln. Während des Dreißigjährigen Krieges zogen 1637 auf Anraten der Kölner Patres Karmelitinnen aus Antwerpen in die Stadt, unter ihnen die spätere Priorin Isabella a Spiritu Sancto. Ab 1639 erwarben die Nonnen im Gelände Vor den Siebenburgen Bauland. Die Grundsteinlegung erfolgte 1643 durch den Kölner Erzbischof Ferdinand von Bayern. Wegen fehlender Geldmittel zog sich der Bau hin; erst 1692 wurde die Kirche geweiht. 1802 wurde der Konvent aufgelöst. Heute lebt am Karmel Maria vom Frieden eine Gemeinschaft Unbeschuhter Karmelitinnen.

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Maria de’ Medici und das Gnadenbild

Den Kirchenbau ermöglichte maßgeblich die französische Königin Maria de’ Medici, die ab 1641 im Kölner Exil lebte und dem Orden nach ihrem Tod 1642 einen Großteil ihres Vermögens hinterließ. 1643 erhielten die Nonnen aus ihrem Nachlass das Gnadenbild der Maria von Scherpenheuvel aus Brabant. Nach der Kirchweihe wurde es zu einem Wallfahrtsziel in Köln.

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Die Eiche von Scherpenheuvel

Einer Überlieferung aus dem 16. Jahrhundert zufolge stand in der Flur Scherpenheuvels eine Eiche mit einem Marienbildnis, vor dem Gläubige beteten; der Ort wurde zur Pilgerstätte. Nachdem Besucher Zweige des Baumes mitgenommen hatten, verdorrte die Eiche und wurde gefällt; an ihrer Stelle entstand eine Kapelle. Aus dem Holz ließ die französische Königin später eine große Marienstatue für ihre Hofkapelle schnitzen.

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Edith Stein

Zum Kölner Karmel Maria vom Frieden gehörte Edith Stein, mit Ordensnamen Schwester Teresia Benedicta a cruce. Als konvertierte Jüdin wurde sie 1942 von den Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau ermordet. 1987 wurde sie selig- und 1998 heiliggesprochen; sie gilt als Mitpatronin Europas. Der Kölner Karmel ist Sitz des Edith-Stein-Archivs.

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Zerstörung und Wiederaufbau

Im April 1942 wurden Kirche und Kloster weitgehend zerstört. Zwischen 1947 und 1957 erfolgte der schrittweise Wiederaufbau im alten Stil. Kirche und Kloster liegen wenige Gehminuten von der KVB-Haltestelle Ulrepforte entfernt.

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Zeitstrahl

  1. 1614
    Erste Unbeschuhte Karmeliten kommen nach Köln
  2. 1620–1628
    Bau eines Klosters und einer Kirche auf dem Hofgelände Zum Dau
  3. 1637
    Erste Unbeschuhte Karmelitinnen aus Antwerpen ziehen nach Köln
  4. 1643
    Grundsteinlegung durch Erzbischof Ferdinand von Bayern
  5. 1649
    Neuer Konvent wird bezogen
  6. 1692
    Kirchweihe nach mehrjähriger Bauzeit
  7. 1716
    Fertigstellung der Westfassade
  8. 1942
    Kirche und Kloster weitgehend durch Bomben zerstört
  9. 1947–1957
    Wiederaufbau im alten Stil

Galerie

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