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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

St. Jakob

Abgegangene Kölner Pfarrkirche am Waidmarkt, im 11. Jahrhundert unter Erzbischof Anno errichtet und bis 1825 erhalten.

St. Jakob war eine Pfarrkirche am Kölner Waidmarkt, in deren Umfeld im Mittelalter ein Viertel mit Ordensniederlassung, Hospital und Konvent entstand.

Auf einen Blick

Art
ehemalige Pfarrkirche (abgegangen)
Lage
Waidmarkt, vor dem Südtor der alten Römerstadt; heute Altstadt-Süd, Innenstadt
Errichtet
zwischen 1059 und 1070 unter Erzbischof Anno
Umbau
ab 1534 zur spätgotischen Hallenkirche
Abgegangen
Bauwerk bestand bis 1825
Patron
Jakobus der Ältere
Wusstest du?

Der Turm der spätgotischen Kirche brauchte trotz mehrfacher Baustopps ganze acht Jahre bis zur Fertigstellung (1540–1548) – und das, obwohl er lediglich zwei Geschosse über dem Kirchenschiff aufwies.

Frühe Anfänge

Einer Überlieferung zufolge soll bereits um 641 unter dem Frankenkönig Dagobert vor der „Hohen Pforte“ der alten Römerstadt ein dem heiligen Jakobus geweihtes Bethaus gestanden haben. Ein früher schriftlicher Nachweis findet sich in der Vita Annonis Minor: Im Mai 1070 brachte Erzbischof Anno II. den Arm des heiligen Caesarius von Terracina in die Jakobskapelle.

© Justus Vingboons · Public domain

Mittelalterliche Kirche am Waidmarkt

Das schlichte Bauwerk hatte ein flach gedecktes Langhaus, eine kleine Apsis mit einem Fenster und einen Turm aus Tuffstein. Dieser stand im Westen über einem Seitenschiff und trug ein stumpfes, bleigedecktes Dach; er war etwas niedriger gehalten als der der benachbarten Stiftskirche St. Georg. Der Waidmarkt selbst lag vor der römischen Stadtmauer gegenüber der Hohen Pforte, an der seit römischer Zeit nach Süden führenden Fernstraße nach Bonn.

© Arnold Mercator · Public domain

Religiöses Umfeld am Waidmarkt

Westlich des Waidmarkts ließen sich religiöse Gemeinschaften nieder. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts bestand hier eine erste Kölner Niederlassung der Karmeliter. Für 1251 ist ein Hospital St. Georg belegt, aus dem der 1350 erstmals erwähnte Konvent „S. Jakob“ hervorgegangen sein soll.

© HOWI - Horsch, Willy · CC BY-SA 3.0

Spätgotischer Umbau

Weil die Kirche für die gewachsene Gemeinde zu klein geworden war, brach das benachbarte Stift St. Georg 1532 einen Teil seines Hofes ab und schuf so Platz. 1534 begann unter Kirchmeister Christian von Weinsberg der Umbau zu einer dreischiffigen, fünfjochigen spätgotischen Hallenkirche; Werkmeister war Tilman von der Urdenbach. Die alte Apsis ersetzte ein fünfseitiger Chor, dessen Hochchor 1537 fertiggestellt wurde; nach seiner Weihe folgte die des Hochaltars. Ab 1540 entstand in der Achse des Mittelschiffs ein neuer, quadratischer Turm, der nach achtjähriger Bauzeit fertig war. 1552 verband ein überwölbter Gang die Kirche mit St. Georg.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Wissenswertes

Der Chronist Hermann von Weinsberg lebte im 16. Jahrhundert im Kirchspiel St. Jakob und überlieferte Angaben zu seiner Pfarrkirche, die er als schlichte Landkirche beschrieb. Sein Großvater Gottschalk von Schwelm gelangte hier durch Wahl zum Kirchmeister, dem höchsten von Laien verwalteten Kirchenamt.

Zeitstrahl

  1. um 641
    Legendäres Bethaus vor der Hohen Pforte Kölns unter König Dagobert
  2. 1059/70
    Erzbischof Anno II. errichtet die Jakobskirche am Waidmarkt
  3. Mai 1070
    Anno II. bringt den Arm des hl. Caesarius in die Jakobskapelle
  4. 1350
    Konvent „S. Jakob" westlich des Waidmarkts erstmals urkundlich erwähnt
  5. 1534
    Umbau zur spätgotischen Basilika unter Kirchmeister Christian von Weinsberg begonnen
  6. 1537
    Fünfseitiger Hochchor fertiggestellt und geweiht
  7. 1540
    Bau eines neuen Turmes in der Achse des Mittelschiffes begonnen
  8. 1825
    Kirchenbauwerk abgebrochen und damit endgültig beseitigt

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27