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St. Gregorius im Elend

Im Krieg zerstörte und wieder aufgebaute Kölner Barockkirche, hervorgegangen aus dem „Elendskirchhof" – einst Begräbnisort für Fremde und Ausgegrenzte.

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St. Gregorius im Elend, im Volksmund „Elendskirche" genannt, steht in der Kölner Altstadt-Süd an der Straße An St. Katharinen. Der heutige Bau ist eine Rekonstruktion der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche, die auf einen Vorgängerbau des 18. Jahrhunderts zurückgeht.

Auf einen Blick

Art
Kirche, Rekonstruktion eines zerstörten Baus
Stadtteil
Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Lage
An St. Katharinen, zwischen Sionstal, Arnold-von-Siegen-Straße und Severinstraße
Patron
Gregor der Große
Baustil
spätbarock
Architekt
Karl Band
Denkmalschutz
Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Wusstest du?

Der Kirchhof diente als Begräbnisstätte für Heimatlose, Ehrlose, Selbstmörder und Hingerichtete – also all jene, die auf einem normalen Pfarrkirchhof nicht bestattet werden durften. Noch kurioser: Auf demselben Gelände liegt ein Grabstein, der an die Familie des niederländischen Dichters Joost van den Vondel erinnert, die als Mennoniten vor der Gegenreformation aus Antwerpen nach Köln geflohen war.

Name und Herkunft

Der Name geht auf den Standort zurück, das Katharinengässchen, früher „im Elend" genannt. In französischer Zeit 1812/13 hieß die Stelle „Cul de sac Ste. Cathérine" – Sackgasse St. Katharina. Noch im 19. Jahrhundert waren bei den Kölnern die Bezeichnungen „Am Elend" und „Elendskirchhof" gebräuchlich.

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Der Elendskirchhof

Der hinter dem ehemaligen Katharinen-Hospital gelegene Kirchhof wurde 1335 als „ellendiger kirchooyv" erwähnt, damals noch ohne Kapelle. Hier wurden heimatlos in Köln verstorbene Fremde bestattet, die zu dieser Zeit auf einem Pfarrkirchhof nicht beigesetzt werden durften. Der Ort diente auch als Begräbnisstätte der Ehrlosen, der Selbstmörder und der Hingerichteten, ab dem 16. Jahrhundert „unkatholische Tote" genannt. Bis zur Anlage des Geusenfriedhofs 1574 fanden hier auch Protestanten ihre letzte Ruhe.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Erinnerungssteine

Einige Grabmale im kleinen Kirchenhof verweisen auf diese Vergangenheit. Der Historiker Paul Clemen erwähnte den Grabstein des Kaspar von Kleingedank, genannt „Mommersloch", mit dem Todesjahr 1590. Ein Gedenkstein erinnert an die mennonitische Familie des Joost van den Vondel, die wegen der Gegenreformation aus Antwerpen nach Köln floh, ein weiterer an das Klosterfräulein Cornelia von Kaas (1762–1837).

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Von der Kapelle zur Kirche

Für 1473 wird ein Altar überliefert, woraus auf ein erstes kleines Oratorium geschlossen wird; 1528 ist eine Kapelle belegt. Zwischen 1675 und 1678 gründete Jakob de Groote eine Familienstiftung, aus deren Mitteln die Kapelle erweitert und der Friedhof mit einer Umfassungsmauer versehen wurde. Die zuvor dem heiligen Michael geweihte Kapelle erhielt dabei Gregor als Hauptpatron und hieß fortan „Sankt Gregorius im Elend".

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Zeitstrahl

  1. 1335
    Kirchhof erstmals als „ellendiger kirchooyv" urkundlich erwähnt
  2. 1473
    Altar auf dem Gelände errichtet; erstes Oratorium vermutet
  3. 1528
    Kapelle erstmals urkundlich erwähnt
  4. 1574
    Geusenfriedhof angelegt; Kirchhof gibt protestantische Begräbnisfunktion ab
  5. 1675–1678
    Stiftung de Groote; Kapelle zur Kirche erweitert, erhält Namen „St. Gregorius im Elend"
  6. 18. Jh.
    Spätbarocker Kirchenbau errichtet (heute nicht mehr erhalten)
  7. 2. Weltkrieg
    Kirche zerstört; heutiger Bau ist eine Rekonstruktion

Galerie

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27