Servitinnenkloster St. Lucia in Köln
Servitinnenkloster am Filzengraben, 1802 säkularisiert und 1857 niedergelegt – heute erhebt sich dort die evangelische Trinitatiskirche.
St. Lucia gehörte den Servitinnen, dem weiblichen Zweig des Servitenordens, und lag in der Kölner Rheinvorstadt. Mehrfach wechselte der Konvent seinen Sitz; sein letzter befand sich von 1639 bis zur Auflösung 1802 am Filzengraben.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kloster der Servitinnen, des weiblichen Zweigs eines Bettelordens
- Lage
- Altstadt-Süd; letzter Standort am Filzengraben
- Bestand
- möglicherweise seit Ende des 13. Jahrhunderts; am Filzengraben 1639–1802
- Benannt nach
- Lucia von Syrakus
- Aufgabe
- unter anderem Krankenpflege
- Konvent im 18. Jahrhundert
- 13 bis 15 Nonnen und zwei bis drei Laienschwestern
- Ende
- Aufhebung 1802 im Zuge der Säkularisation, Abbruch der Bauten 1857
- Heute
- Standort der evangelischen Trinitatiskirche
Nach der Säkularisation 1802 versteckte die neue Besitzerfamilie Hirn in den ehemaligen Klostergebäuden bis 1814 heimlich Trappisten aus Darfeld – ausgerechnet in einem aufgehobenen Nonnenkloster fanden Mönche eines anderen Ordens geheimen Unterschlupf.
Ursprung und Standorte
Da nur wenige Quellen vorliegen, lassen sich Zeit und Hergang der Gründung nicht sicher bestimmen. Gegründet wurde der Servitenorden Mitte des 13. Jahrhunderts in Florenz; für Köln ist zwischen 1272 und 1274 eine Niederlassung des männlichen Zweigs in der Glockengasse bezeugt. Vermutlich trafen in jener Zeit auch Schwestern ein, deren Schwerpunkt die Krankenpflege bildete. Ihr erster Sitz dürfte am Kattenbug beim Zeughaus gelegen haben; gegen 1500 bezogen sie in der Marzellenstraße das Anwesen eines ehemaligen Beginenkonvents. 1629 traten sie dieses Haus an die Jesuiten ab und kauften 1639 den Klarissen deren Kloster am Filzengraben ab.
Kapelle und Klosterbauten
Die übernommene Kapelle trug das Patrozinium der heiligen Lucia, war 1612/13 entstanden und wurde 1613 geweiht. Über einem drei Meter hohen Unterbau erreichte der Saalbau 18 Meter Länge und acht Meter Breite; zur Straße hin sorgten fünf spitzbogige Maßwerkfenster mit darüberliegenden Ovalfenstern für Licht. An der Fassade zum Filzengraben trafen spätgotische und barocke Formen zusammen. Das 1631 errichtete Konventsgebäude erstreckte sich samt Gärten vom Filzengraben bis zur Großen Witschgasse und ordnete sich um einen Kreuzgang mit Innenhof.
Klosterleben
Die Aufsicht über die Servitinnen lag beim Kölner Erzbischof. Eine Visitation im Dezember 1640 band die Schwestern an die Augustinusregel, ehe im Januar 1641 die Klausur folgte. 1649 deckte eine weitere Visitation Verstöße gegen Klausur und Schweigepflicht auf. 1665 erhielt der Kölner Konvent den Auftrag, das 1623 als Tochtergründung entstandene Servitinnenkloster in Linz am Rhein zu reformieren. Zum Besitz zählten Häuser und Ländereien in Köln und in mehreren Orten der Umgebung.
Nach der Aufhebung
Als das Kloster 1802 mit noch 13 Nonnen aufgelöst wurde, schloss 1805 auch die Kapelle. Die Kaufmannswitwe Franziska Hirn übernahm den gesamten Gebäudekomplex; in den Klosterbauten richtete sie eine Wollfabrik ein, während die Kapelle der Familie als Privatkapelle diente. Bis 1814 gewährte sie hier Trappisten aus Darfeld heimlich Unterschlupf. 1849 ging das Kloster an die Kölner evangelische Gemeinde über, die 1857 Kapelle und Klosterbauten abtragen ließ. An ihre Stelle trat die 1861 vollendete evangelische Trinitatiskirche. Im Pfarrgarten blieb ein Stück der alten Klostermauer erhalten.
Zeitstrahl
- 1272–1274Kurze Niederlassung des männlichen Servitenordens in der Kölner Glockengasse
- um 1500Servitinnen ziehen in das Haus des Beginenkonvents Monheim (Marzellenstraße)
- 1612/13Bau und Weihe der Luciakapelle am Filzengraben (durch Klarissen)
- 1639Servitinnen erwerben das Klarissenkloster am Filzengraben (letzter Standort)
- 1641Weihbischof führt am 15. Januar die Klausur im Kloster ein
- 1802Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation (noch 13 Nonnen)
- 1849Evangelische Gemeinde Köln kauft das Kloster für 28 000 Taler
- 1861Fertigstellung der Trinitatiskirche an Stelle der 1857 abgerissenen Klosterbauten
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





