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© KlausMiniwolf · CC BY-SA 4.0

Jeremiahaus

Evangelisches Gemeindezentrum mit verborgenem Kirchsaal, das straßenseitig einem Backstein-Wohnhaus der 1960er ähnelte.

Benannt nach dem Propheten Jeremia, gehörte das Haus zur Evangelischen Gemeinde Köln. Seine Entwidmung 2006 war die erste Kirchenschließung in der Geschichte dieser Gemeinde.

Auf einen Blick

Art
Gemeindezentrum mit integriertem Kirchsaal
Träger
Evangelische Gemeinde Köln
Lage
Mozartstraße 15, Komponistenviertel am westlichen Rand der Innenstadt
Grundsteinlegung
22. Dezember 1963
Eingeweiht
6. Dezember 1964 (zweiter Advent)
Namensgeber
der Prophet Jeremia
Entwidmung
Totensonntag 2006
Besonderheit
zweisprachige Gottesdienste der finnischen Gemeinde

Architektur

Zur Straßenfront hin wirkte der Bau wie ein Wohnhaus aus Backstein aus den 1960er-Jahren. Erst ein kleiner Glockenturm, ein Schaukasten und ein Kreuz deuteten die kirchliche Bestimmung an. Den Kirchsaal fand man zum Garten hin, wo er dem Blick von der Straße entzogen blieb. Nach der Thomaskirche (1968) war das Jeremiahaus die zweitjüngste Predigtstätte der Gemeinde in dem Stadtbezirk Köln-Innenstadt, der zeitweise sieben evangelische Kirchen zählte.

© Chris06 · Public domain

Vom Alten Haus zum Neubau

An der Mozartstraße 15 besaß die Gemeinde bereits seit den 1930er-Jahren ein Mietshaus als Pfarrer-Wohnhaus, das im Krieg stark beschädigt wurde. Der im Stil des frühen 20. Jahrhunderts errichtete Bau hatte danach kein Dachgeschoss mehr und umfasste nur noch vier Etagen; am Eingang wies ein schlichtes Metallschild „Evangelisches Gemeindehaus“ auf seine Nutzung hin. Nach 1945 diente das Haus bis 1956 dem 1943 zerstörten Friedrich-Wilhelm-Gymnasium als Notunterkunft, bis 1954 wohnten dort außerdem ein Pfarrer und weitere Gemeindeangestellte. 1956 entstanden im Erdgeschoss Gemeinderäume und im zweiten Stock zwei Schwesternwohnungen, wofür die Pfarrerwohnung im ersten Stock aufgegeben werden musste. Als sich Umbaupläne des Gemeindebaumeisters Georg Eberlein als nicht tragfähig erwiesen, beschloss das Presbyterium im Januar 1962, das „Alte Haus“ abzureißen und neu zu bauen. Auf knappem Grund sollten Kirche, unterschiedlich große Gemeinderäume sowie Wohnungen für Pfarrer, Schwester und Küster Platz finden; ein ebenfalls gewünschter Kindergarten ließ sich aus Raummangel nicht verwirklichen. Die Bauarbeiten begannen im November 1962. Zu den Planern zählte Pfarrer Wolfram Buisman, der vor Kriegsbeginn den zur Bekennenden Kirche gehörenden Erich Klapproth gefördert hatte und ab 1952 mit seinem über drei Jahrzehnte nachgedruckten Buch „Du und die Religion“ bekannt wurde; er wirkte anschließend einige Jahre im Haus.

© © 1971markus · CC BY-SA 4.0

Gemeindeleben

Überliefert ist ein reges Gemeindeleben quer durch alle Altersgruppen; die ausgeprägte Jugendarbeit rief zeitweise Klagen der Nachbarschaft über Lärm hervor. Von 1974 bis 1981 war Martin Kahle Chorleiter und Organist. 1991 formierte sich hier eine Spielegruppe für Kleinkinder, aus der die bis heute (Stand 2022) bestehende Initiative „Die Mozartkugeln e. V.“ hervorging. Weil die 1972 gegründete finnische evangelisch-lutherische Gemeinde Köln – Anfang der 2000er-Jahre mit über 1000 Gemeindegliedern die zweitgrößte der 16 finnischen Gemeinden in Deutschland – über kein eigenes Gotteshaus verfügte, hielt sie ihre Gottesdienste im Jeremiahaus ab.

© Pfarrer Friedrich Karl Weber · CC BY-SA 4.0

Schließung

Ab den 1980er-Jahren bis zur Auflösung 2006 war Friedrich Karl Weber Pfarrer am Jeremiahaus. Angesichts wachsenden finanziellen Drucks fasste das Presbyterium im Sommer 2005 Sparbeschlüsse, die neben dem Jeremiahaus auch die nahe dem Hauptbahnhof gelegene Kreuzkirche betrafen. Zur Begründung hieß es, die Trennung von einem nicht sofort als Kirche erkennbaren Gebäude falle leichter. Während die Kreuzkirche erst zum Jahresende schloss, fand der Entwidmungsgottesdienst des Jeremiahauses bereits Ende November statt. An jenem Tag blies Stadtsuperintendent Rolf Domning die Kerzen aus.

© KlausMiniwolf · CC BY-SA 4.0

Galerie

© KlausMiniwolf · CC BY-SA 4.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-08-30

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