stuff to do in.cologne
Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.

Hildebold-Dom

Karolingischer Vorgängerbau des Kölner Doms, der bis zum Abriss 1248 die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergte.

Als karolingischer Bau aus dem 9. Jahrhundert stand der Hildebold-Dom – auch Alter Dom genannt – an der Stelle des heutigen Kölner Doms. Er hatte Bestand, bis 1248 der gotische Neubau einsetzte.

Auf einen Blick

Art
Karolingischer Dom, Vorgängerbau des Kölner Doms
Lage
Altstadt-Nord im Stadtbezirk Innenstadt
Benannt nach
Erzbischof Hildebold von Köln
Weihe
durch Erzbischof Willibert 870 (oder 873)
Langhaus
97,50 m, später fünfschiffig
Bestand
bis zum Abriss 1248
Wusstest du?

Um den riesigen karolingischen Dom abzureißen, unterhöhlten Arbeiter 1248 die Fundamente, stützten sie mit Holz ab und zündeten dieses dann gezielt an – doch der Wind ließ das Feuer außer Kontrolle geraten und zerstörte den Dom bis auf die Mauern, statt ihn kontrolliert zum Einsturz zu bringen.

Bau und Namensgebung

Wann der Bau begann, lässt sich aus den spärlichen Quellen bis heute nicht sicher klären. Einer Deutung zufolge fällt die Errichtung in die Zeit nach dem Tod des Erzbischofs Hildebold (818) und vor 857. Andere Forscher verorten den Beginn um 850 unter Erzbischof Gunthar. Weil man Gunthar 863 exkommunizierte, schied er als Bauherr und Namensgeber aus, sodass die Kirche nachträglich seinem Vorgänger Hildebold zugeordnet wurde. Erzbischof Willibert wurde hier am 11. September 889 beigesetzt.

Gestalt

Mit 97,50 m Länge erstreckte sich das Langhaus, an dessen beiden Enden Querhäuser ansetzten. Im Osten wie im Westen schloss die dreischiffige Basilika je eine Apsis mit eigener Krypta ab – im Osten den Marienchor, im Westen den Peterschor. Vor 965 fügte Erzbischof Bruno I. im Norden und Süden je ein Seitenschiff hinzu, womit eine fünfschiffige Anlage entstand.

Blitzeinschlag und Wikinger

Während eines Unwetters traf am 15. September 857 ein Blitz den Dom und richtete schwere Schäden an; dabei kamen drei Menschen ums Leben. Als die Wikinger zwischen Dezember 881 und Januar 882 die Stadt verwüsteten, blieb er als eines von wenigen Gebäuden erhalten.

Die Heiligen Drei Könige

Im Jahr 1164 überführte Erzbischof Rainald von Dassel die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln. Die Stadt galt damals mit fast 50.000 Einwohnern als wichtigste und wohlhabendste Stadt des Reiches und war ein Zentrum der Goldschmiedekunst und des Reliquienhandels. Im Alten Dom wurden die Reliquien im Dreikönigenschrein verwahrt.

Abriss und Neubau

Mit Zustimmung des Erzbischofs Konrad von Hochstaden fiel am 13. April 1248 die Entscheidung zum Abriss. Die Bauarbeiter untergruben die östlichen Mauern, sicherten sie mit Holz und steckten die Stützen am 30. April 1248 absichtlich in Brand, um den Einsturz herbeizuführen. Starker Wind ließ das Feuer außer Kontrolle geraten, das den Dom bis auf die Restmauern zerstörte; der Dreikönigenschrein blieb gerettet. Am 15. August 1248 legte Konrad von Hochstaden in Anwesenheit des Gegenkönigs Wilhelm von Holland den Grundstein des heutigen Kölner Doms.

Zeitstrahl

  1. um 800
    Baubeginn einer ersten Kirche laut Grabungsbefunden (Doppelfeld 1948)
  2. 818
    Tod Erzbischof Hildebolds (3. Sept.); Bau soll nach seinem Tod begonnen haben
  3. 857
    Blitzschlag am 15. Sept. beschädigt den Dom schwer; drei Menschen sterben
  4. 870 (oder 873)
    Weihe der Kirche durch Erzbischof Willibert (27. September)
  5. 881/882
    Dom übersteht die Wikinger-Zerstörung Kölns beschädigt
  6. vor 965
    Erzbischof Bruno I. erweitert den Dom um je ein Seitenschiff (fünfschiffig)
  7. 1164
    Reliquien der Heiligen Drei Könige kommen am 23. Juli in den Dom
  8. 1248
    Abriss ab 27. April; Brand am 30. April; Grundstein gotischer Dom am 15. August

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Das könnte dich auch interessieren

Abtei Deutz

1002 gegründetes Benediktinerkloster in Köln-Deutz; aus seiner Kirche Alt St. Heribert stammt der goldene Heribertschrein.

Adolph-Kolping-Denkmal

4,3(12)· Google

Bronzedenkmal für Adolph Kolping, den Gründer der katholischen Gesellenvereine, vor der Kölner Minoritenkirche, in der er beigesetzt ist.

Alt St. Alban – Kirchenruine und Mahnmal am Quatermarkt

4,5(121)· Google

Erhaltene romanische Kirchenruine am Quatermarkt; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg seit 1959 Gedenkort für die Kriegstoten.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26