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Alt St. Maternus

Romanisches „Kapellchen" am Rheinufer – eine der 13 kleinen früheren Dorfkirchen vor Kölns mittelalterlicher Stadtmauer.

Im historischen Ortskern von Köln-Rodenkirchen steht dicht am Rhein die Kirche Alt Sankt Maternus, vor Ort „Kapellchen" gerufen. Sie zählt zu den 13 kleinen romanischen ehemaligen Dorfkirchen, die vor Kölns mittelalterlicher Stadtmauer liegen.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige Dorfkirche, romanisch
Aufbau
Zwei Schiffe mit Chor und Sakristei
Ältester Teil
Mittelschiff mit halbrunder Apsis, wohl 10. Jahrhundert
Benannt nach
Maternus
Betreuung
Förderverein Romanische Kirchen Köln
Wusstest du?

Im massiven Kirchturm aus dem 17. Jahrhundert wurden mehrere Zimmer eingerichtet, die als Wohnräume für den Küster dienten – der Kirchturm diente also nicht nur als Glockenturm, sondern auch als Wohnung.

Baugeschichte

Die Kirche entstand über mehrere Bauperioden hinweg. An das ältere Mittelschiff fügte man im 15. Jahrhundert ein Seitenschiff mit gotisch gestalteten Fenstern an, im 17. Jahrhundert folgte ein westlich davor gesetzter Turm. In diesem massiven Turm richtete man Zimmer ein, die in früheren Jahrhunderten dem Küster als Wohnraum dienten.

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Frühe Spuren

1925 kamen bei Sanierungsarbeiten Memoriensteine aus frühchristlicher Zeit im Mauerwerk zum Vorschein. Üblicherweise fanden solche Steine nur bei Kirchen Verwendung, denen das den Pfarrkirchen vorbehaltene Tauf- und Begräbnisrecht zustand. Ein frühchristlicher Vorgängerbau erscheint deshalb möglich oder sogar wahrscheinlich.

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Maternus am Steuerruder

Die zum Rhein gewandte Chorwand birgt eine Nische mit einer Figur des heiligen Maternus, der am Steuerruder eines Kahnes steht und in einer Hand eine Mitra hält. Vorbeifahrende Schiffer wandten sich früher mit Fürbitten an ihn. Unterhalb umrahmt ein Wellenkranz das Wappen von Rodenkirchen mit Anker, dem Kölner Petrischlüssel und dem Bergischen Löwen. Eine Madonna von 1470, die einst hier stand, befindet sich heute in der neuen Kirche.

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Leben am Wasser

Obwohl Kirche und angrenzender Kirchhof etwas erhöht liegen, blieb der Bau vor Hochwasser zu keiner Zeit verschont. Zum Schutz entstand zwischen 1764 und 1766 ein Mauerwerk um die Kirche, in dessen Fundament eichene Schwellen und ineinander gezapfte Bäume eingelassen wurden. Vom Friedhof, der die Kirche einst umgab, ist in einem kleinen angrenzenden Bereich noch ein Rest vorhanden; die Grabsteine sind stark verwittert, ihre Inschriften kaum noch lesbar.

Glocke

Eine Glocke für die Kirche schuf Andreas Rodenkirchen im Jahr 1873. Mit 411 mm Durchmesser bringt sie rund 40 kg auf die Waage und klingt im Schlagton b2. Das zweite Gefach des kleinen hölzernen Glockenstuhls bleibt unbesetzt.

Zeitstrahl

  1. 10. Jahrhundert
    Ältestes Mittelschiff mit halbrunder Apsis erbaut
  2. 15. Jahrhundert
    Seitenschiff mit gotischen Fenstern angebaut
  3. 17. Jahrhundert
    Massiver Westturm mit Küsterwohnräumen errichtet
  4. 1673
    Glocke gegossen (Inschrift: „Maria heißen ich … anno 1673")
  5. 1731
    Tabernakel aufgebrochen, ältere Monstranz gestohlen
  6. 1764–1766
    Schutzmauer um Kirche und Kirchhof errichtet
  7. 1854
    Neuer Friedhof im Westen des Ortes angelegt
  8. 1925–1929
    Sanierung durch Heinrich Renard; frühchristliche Memoriensteine in Mauern entdeckt

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