Heinzelmännchen – Kölner Hausgeister und ihr Brunnen
Kölner Sagengestalten, die nachts heimlich die Arbeit erledigten – bis man sie beobachtete und sie verschwanden. Ihr Brunnen steht nahe dem Dom.
Die Heinzelmännchen sind der Sage nach Kölner Hausgeister, die nachts die Arbeit der schlafenden Bürger erledigten. Als man sie dabei einmal beobachtete, verschwanden sie für immer.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kölner Sagengestalten (Hausgeister) und ein ihnen gewidmeter Brunnen
- Brunnenlage
- Straße Am Hof, nahe dem Dom, im Stadtteil Altstadt-Nord
- Gegenüber
- das Brauhaus Früh, das älteste Brauhaus Kölns
- Brunnen entstanden
- 1899–1900 von Architekt Heinrich Renard und Bildhauer Edmund Renard dem Älteren
- Gestiftet von
- dem Kölner Verschönerungsverein zum 100. Geburtstag des Dichters August Kopisch
- Reliefs
- acht an der Sandsteinbrüstung – sechs Handwerke und zwei Gedichtauszüge
Der Brunnen wurde 1899/1900 eigens zum 100. Geburtstag des Dichters August Kopisch gestiftet – dabei war der beteiligte Bildhauer Edmund Renard der Ältere eigentlich der religiösen Kunst verpflichtet, nicht dem Sagenwesen. Die Original-Skulptur der Schneidersfrau steht heute im Kölnischen Stadtmuseum, am Brunnen selbst befindet sich nur eine Kopie.
Die Sage
Durch ihre geringe Größe, die Zipfelmütze und ihren Fleiß werden die Heinzelmännchen den Kobolden, Wichteln und Zwergen zugeordnet. Als mögliche Vorlage der Kölner Erzählung gilt eine 1816 mündlich überlieferte Sage aus der Sammlung der Brüder Grimm. Schriftlich erschien sie 1826 beim Kölner Schriftsteller Ernst Weyden; populär wurde die Ballade von August Kopisch aus dem Jahr 1836, mit der er die ursprünglich rheinländische Sage aus dem Siebengebirge nach Köln verlegte.
Herkunft des Namens
Die Volkskundlerin Marianne Rumpf nannte 1976 zwei mögliche Ursprünge: „Heinzelmännlein“ war eine Bezeichnung für die als Hausgeist verwendete Alraune. Zudem hießen „Heinz“ oder „Heinzenkunst“ Vorrichtungen im Bergbau zur Wasserabführung – deren Bediener könnten Heinzelmänner genannt worden sein.
Der Heinzelmännchenbrunnen
Die Grundform bildet ein Kreissegment um eine dreipassförmige Brunnenschale aus Granit. Darüber steht auf einer Doppeltreppe die Schneidersfrau mit einer Laterne, die auf die zu beiden Seiten heruntergestürzten Heinzelmännchen leuchtet. Am Mittelpfeiler steht über einem Schneiderwappen der Kernsatz des Gedichts: „Neugierig war des Schneiders Weib“. Eine Sandstein-Brüstung schließt nach Westen und Osten an. Acht Reliefs zieren sie: sechs zeigen die nächtlichen Arbeiten – Zimmermann, Schreiner, Bäcker, Metzger, Schenk und Schneider –, dazwischen tragen zwei Reliefplatten Gedichtauszüge in Frakturschrift. An der Rückseite sitzt eine Eule mit Lupe auf einem Buch und verweist auf das Werk von Kopisch. Die Original-Skulptur der Schneidersfrau steht im Kölnischen Stadtmuseum im Zeughaus, am Brunnen ersetzt sie eine widerstandsfähigere Kopie. Edmund Renard der Ältere war dabei eigentlich der religiösen Kunst verpflichtet.
Verwandte Figuren und Rezeption
Ähnliche Gestalten sind die Wolterkens in Schleswig-Holstein, die Brownies im englischen Sprachraum, die Nisse in Norwegen und Dänemark sowie die Tomte in Schweden; in den Niederlanden heißen sie Kabouters. Die Heinzelmännchen zählen zu den Vorbildern der Ende des 19. Jahrhunderts erfundenen Gartenzwerge. Eine kommerzielle Variante neuerer Zeit sind die Mainzelmännchen als Maskottchen des ZDF. In Köln nennt sich der Weihnachtsmarkt auf dem Heumarkt und dem Alter Markt „Heinzels Wintermärchen“; dort werden Heinzelmännchenfiguren in verschiedenen Situationen dargestellt.
Zeitstrahl
- 1816Sage „Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg" erstmals mündlich überliefert (Brüder Grimm)
- 1826Erste schriftliche Fassung der Kölner Sage durch Ernst Weyden (1805–1869)
- 1836Populäre Balladenversion von August Kopisch (1799–1853) verlegt Sage nach Köln
- 1899–1900Heinzelmännchenbrunnen erbaut von Heinrich Renard und Edmund Renard d. Ä.
- 1899Brunnen gestiftet zum 100. Geburtstag von August Kopisch durch den Kölner Verschönerungsverein
- 1976Marianne Rumpf veröffentlicht Beitrag zur Namensherkunft der Heinzelmännchen in „Fabula"
- 2017/18Renovierung des Heinzelmännchenbrunnens
- 2021Erscheinen des Buches „Die Heinzelmännkes. Auf Abenteuer im Ruhrgebiet"
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26




