Schloss-Röttgen-Tunnel
Bahntunnel in Köln-Eil, dessen geplante Länge in mehreren Schritten von 400 auf 1.047 m wuchs, zuletzt im Zuge eines Rechtsstreits um das Gestüt Röttgen.
Seinen Namen hat der Tunnel vom Schloss Röttgen mit dem Gestüt Röttgen, die er unter anderem unterquert. Er dient dem Schutz der Landschaft vor Ort sowie der Gestütsanlagen mit den davorliegenden Weide- und Koppelflächen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Eisenbahntunnel der Flughafenschleife Köln
- Lage
- Köln-Eil, Stadtbezirk Porz
- Länge
- 1.047 m
- Gleise
- zwei, befahrbar mit 130 km/h
- Bauweise
- geschlossener Rahmen auf ganzer Länge
- Inbetriebnahme
- 12. Juni 2004
Weil das Gestüt Röttgen fürchtete, der Zuchterfolg der Pferde könnte unter dem Bahnlärm leiden, wurde der Tunnel von ursprünglich 400 Metern auf 1.047 Meter verlängert – die Mehrkosten betrugen 7,7 Millionen Euro, und die Verzögerung von rund 18 Monaten verhinderte die rechtzeitige Fertigstellung der Flughafenschleife zur Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke 2002.
Planung in mehreren Stufen
Anfang 1992 sahen die Pläne in diesem Bereich noch keinen Tunnel vor. Ende 1995 war ein 400 Meter langes Bauwerk vorgesehen. Im Planfeststellungsverfahren, dessen Unterlagen 1996 eingereicht wurden, kam eine Verlängerung hinzu. Mitte 1999 und Anfang 2000 lag die geplante Länge jeweils bei 517 Metern.
Der Rechtsstreit um das Gestüt
Die Betreiber des Gestüts Röttgen klagten gegen das Vorhaben. Ihre Sorge: Der Lärm der Züge auf der geplanten Flughafenschleife könne den Zuchterfolg verhindern. Einen geforderten Baustopp wies das Oberverwaltungsgericht Münster im Frühjahr 1999 nach einer summarischen Prüfung vorläufig zurück, weil die Klage voraussichtlich ohne Erfolg bleiben würde. Nach über einem Jahr Auseinandersetzung schloss sich das Gericht einem Gutachten des Rechtsanwalts und Dressurreiters Reiner Klimke an. Dieser ging davon aus, dass sich die Pferde schnell an das Geräusch vorbeifahrender Züge gewöhnen. Der befürchtete Tunnelknall trat nicht ein.
Kompromiss und Verlängerung
Schließlich verständigten sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Mehl-Mühlen-Stiftung auf einen Kompromiss: Der Tunnel wurde um 530 auf 1.047 Meter verlängert. Nachdem die Planung entsprechend geändert worden war, nahm die Stiftung die letzte ihrer drei Klagen vor dem Oberverwaltungsgericht zurück. Damit wurde die Planfeststellung am 2. Februar 2001 wirksam. Die direkten Mehrkosten betragen 7,7 Millionen Euro.
Bau und Betrieb
Die Bauvorbereitung startete im Februar 2000, geplant war zunächst eine offene Bauweise. Sichtschutzzäune sollten den Zuchtbetrieb vor Störungen bewahren. Um die Belastungen durch die Baustelle zu verringern, entstand der Tunnel in Abschnitten. Nach Angaben der Deutschen Bahn verzögerte sich der Bau durch die Verhandlungen mit dem Gestüt um rund 18 Monate, sodass die Schleife nicht zum Start der Schnellfahrstrecke 2002 fertig war. Seit der Eröffnung gemeinsam mit der Flughafenschleife fahren Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge durch den Tunnel.
Zeitstrahl
- 1996Unterlagen zur Planfeststellung eingereicht
- 1998Planfeststellungsbeschluss im ersten Halbjahr
- 1999OVG Münster lehnt Baustopp vorläufig ab
- Februar 2000Bauvorbereitende Maßnahmen beginnen
- 2. Februar 2001Planfeststellungsbeschluss mit Verlängerung auf 1.047 m wirksam
- 12. Juni 2004Inbetriebnahme mit der Flughafenschleife
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