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Veedel

Belgisches Viertel

Im Stadtteil Neustadt/Nord

Das Belgische Viertel liegt im südlichen Teil der Neustadt-Nord und zählt zu den begehrtesten und kostspieligsten Wohnlagen Kölns. Seinen Namen verdankt es den Straßen, die nach belgischen Städten wie Antwerpen, Gent, Brüssel und Lüttich sowie nach Provinzen und Regionen wie Brabant, Limburg und Flandern benannt sind. Mit der Maastrichter, Venloer und Utrechter Straße finden sich zudem Bezüge zu niederländischen Städten.

Quelle: Wikipedia

Belgisches Viertel
© Bordeaux · CC BY-SA 3.0

Auf einen Blick

Mittelpunkt
Brüsseler Platz mit St. Michael
Straßennamen
Nach belgischen & niederländischen Städten
Charakter
Teure, kreative Szenelage
Bekannt für
Boutiquen, Szenegastronomie, Brüsseler Platz

„Ganz Holland und Belgien“

Als der Stadtrat 1884 die neuen Straßen der Erweiterung benannte, wollte er hier ausdrücklich „ganz Holland und Belgien sich versammeln lassen“. So entstand ein ganzes Viertel voller Antwerpener, Genter, Brüsseler und Lütticher Straßen, ergänzt um Brabant, Limburg und Flandern — und mit Maastrichter, Venloer und Utrechter Straße auch die niederländischen Nachbarn. Bis heute ist das Belgische Viertel das Quartier, in dem man an fast jeder Ecke in ein anderes Land „abbiegt“.

Der Brüsseler Platz — Kölns Wohnzimmer

Rund um die Kirche St. Michael wurde der Brüsseler Platz seit dem Weltjugendtag 2005 zum sommerlichen Freiluft-Treffpunkt für junge Kölner — mit Bier vom Kiosk auf den Kirchenstufen. Was die einen als „Kölner Wohnzimmer“ feiern, bringt den Anwohnern laue Nächte mit hunderten Feiernden. Seit 2008 gibt es Beschwerden, 2011 bestätigte das Verwaltungsgericht eine Sperrzeit — das Ringen zwischen Szenefreiheit und Nachtruhe hält bis heute an.

Chic Belgique

Entlang der Brüsseler Straße reihen sich Boutiquen, Galerien, Goldschmieden und Szenekneipen. Das Belgische Viertel zählt heute zu den teuersten und beliebtesten Wohnlagen Kölns; 2010 kürte es das Magazin „Prinz“ zum lebenswertesten Stadtteil der Stadt. Die Interessengemeinschaft „Chic Belgique“ pflegt seit 2004 diesen Ruf als Kreativ- und Modeviertel.

Sehenswert im Viertel

St. Michael

Die Kirche am Brüsseler Platz; die erste wurde 1894 geweiht, der heutige Bau entstand 1902–1906.

Brüsseler Platz

Szene- und Kulturtreffpunkt vor der Kirche — im Sommer das „Wohnzimmer“ des jungen Köln.

Jugendstilhäuser

Repräsentative Gründerzeit- und Jugendstilbauten, etwa am Brüsseler Platz 11–21, teils denkmalgeschützt.

Geschichte im Zeitraffer

  1. bis 1881
    Das Gelände dient als Gartenland vor der Stadtmauer.
  2. 1881
    Erster Durchbruch der mittelalterlichen Stadtmauer am Gereonswall.
  3. 1884
    Der Stadtrat benennt die Straßen nach belgischen und niederländischen Städten.
  4. 1902–06
    Der heutige Bau der Kirche St. Michael entsteht am Brüsseler Platz.
  5. 1944
    Bombardierung zerstört viele Patrizierhäuser und St. Michael schwer.
  6. 2005
    Nach dem Weltjugendtag wird der Brüsseler Platz zum Freiluft-Treffpunkt.
  7. 2011
    Das Verwaltungsgericht bestätigt eine nächtliche Sperrzeit am Platz.

Wusstest du?

Die Straßennamen des Belgischen Viertels sind ein politisches Freundschaftssymbol: 1884 wollte der Kölner Stadtrat ausdrücklich „ganz Holland und Belgien sich versammeln lassen“ — geografische Logik spielte keine Rolle, es ging um die gute Nachbarschaft.

Der spätere Kölner Oberbürgermeister Theo Burauen wohnte vor dem Krieg am Brüsseler Platz 20 und kehrte nach 1945 ins Viertel zurück — es war lange auch eine Adresse des Kölner Bürgertums.

Dieses Viertel ist Teil des Stadtteils

Neustadt/Nord
28.155 Einwohner3,5 km²

Alle Strukturdaten (Alter, Arbeitsmarkt, Haushalte, Wahlen) findest du auf der Stadtteil-Seite.

Verwandte Viertel

Rund um dasselbe Gebiet — im Kölner Alltag oft unter mehreren Namen bekannt.

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Quellen & Links

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