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Veedel

Agnesviertel

Im Stadtteil Neustadt/Nord

Das Agnesviertel bildet den nördlichsten Zipfel des Stadtteils Neustadt-Nord und liegt im Stadtbezirk Innenstadt. Seinen Namen verdankt es der neugotischen Pfarrkirche St. Agnes, die um 1900 auf dem Neusser Platz inmitten des damals vom Stadtbaumeister Stübben angelegten Vorstadtgebiets entstand. Als zweitgrößte Kirche Kölns wurde sie auf Initiative des Stifters Peter Joseph Roeckerath errichtet, der sie im Gedenken an seine verstorbene Frau der heiligen Agnes weihen ließ.

Quelle: Wikipedia

Agnesviertel
© unbekannt · PD-alt-100

Auf einen Blick

Wahrzeichen
St. Agnes — zweitgrößte Kirche Kölns
Lage
Nördliche Neustadt-Nord, Achse Neusser Straße
Charakter
Gründerzeitlich, grün, bürgerlich-engagiert
Bekannt für
Grün-affines Milieu, Böll & Böhm

St. Agnes — die Kirche, die alles benennt

Um 1900 ließ der Kaufmann und Stifter Peter Joseph Roeckerath am Neusser Platz die neugotische Pfarrkirche St. Agnes errichten — im Gedenken an seine verstorbene Frau Agnes. Als zweitgrößte Kirche Kölns nach dem Dom prägt ihr mächtiger Bau bis heute die Silhouette des Viertels und gab ihm seinen Namen. Sie entstand mitten in dem Vorstadtgebiet, das Stadtbaumeister Josef Stübben mit seinen Radialstraßen angelegt hatte.

Ein Viertel mit Haltung

Das Agnesviertel gilt als grün und politisch engagiert — und das nicht erst seit gestern. Der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll lebte hier; im Viertel entstand seine Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Die Publizistin Carola Stern gründete hier die deutsche Sektion von Amnesty International. Bis heute schlägt sich diese Tradition in den Wahlergebnissen nieder.

Sehenswert im Viertel

St. Agnes

Neugotische Stifterkirche um 1900, nach dem Dom die zweitgrößte Kirche Kölns.

St. Gertrud

Moderner Sichtbetonbau von Gottfried Böhm (1962–65), ein Schlüsselwerk der Nachkriegsarchitektur.

Fort X

Preußisches Festungswerk unter Denkmalschutz, heute Parkanlage mit Rosengarten.

Oberlandesgericht

Neubarocker Justizpalast von 1907–1911 am Reichenspergerplatz.

Geschichte im Zeitraffer

  1. 1227
    Erste urkundliche Erwähnung des Gebiets als Ackerland.
  2. 1819–25
    Bau von Fort X als Teil des preußischen Festungsrings.
  3. 1881
    Josef Stübben wird Stadtbaumeister und plant das Radialstraßennetz der Neustadt.
  4. um 1900
    Die neugotische Kirche St. Agnes wird fertiggestellt.
  5. 1907–11
    Der neubarocke Justizpalast des Oberlandesgerichts entsteht.
  6. 1962–65
    Gottfried Böhm baut die moderne Kirche St. Gertrud.

Wusstest du?

Unter dem Agnesviertel liegt römische Geschichte: Bei Grabungen kam eine römische Nekropole mit Grabbeigaben aus dem 3. Jahrhundert zutage — lange bevor hier gründerzeitliche Wohnhäuser standen.

Heinrich Böll schrieb im Agnesviertel „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, und Carola Stern gründete hier die deutsche Sektion von Amnesty International — das Viertel hat eine ungewöhnlich dichte Tradition des bürgerlichen Engagements.

Dieses Viertel ist Teil des Stadtteils

Neustadt/Nord →
28.155 Einwohner3,5 km²

Alle Strukturdaten (Alter, Arbeitsmarkt, Haushalte, Wahlen) findest du auf der Stadtteil-Seite.

Verwandte Viertel

Rund um dasselbe Gebiet — im Kölner Alltag oft unter mehreren Namen bekannt.

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