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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.

Hohenstaufenbad

Kölns größtes öffentliches Schwimmbad: ein Prunkbau am Hohenstaufenring – nicht im Krieg zerstört, sondern 1958 bewusst abgerissen.

Das Hohenstaufenbad war ein öffentliches Hallenbad am Hohenstaufenring, einem Teil der Kölner Ringe, und galt als das größte öffentliche Schwimmbad der Stadt. Obwohl es den Zweiten Weltkrieg überstand, wurde es 1958 abgerissen.

Auf einen Blick

Art
Öffentliches Hallenbad, repräsentativer Profanbau
Lage
Hohenstaufenring, Altstadt-Süd, Stadtbezirk Innenstadt
Planung
Stadtbaumeister Josef Stübben, Büro de Voss & Alfred Müller
Bauzeit
Baubeginn Dezember 1884, rund zwei Jahre
Eröffnung
Quellen unterschiedlich: 1. Juli 1885 bzw. Juni 1886
Größe
Größtes öffentliches Bad der Stadt
Ende
1958 abgerissen
Wusstest du?

Am 27. März 1913 wurde das Kind Elly Grünheck als einmillionster Besucher des Hohenstaufenbads gefeiert – obwohl das Bad schon kurz nach seiner Eröffnung 1886 wirtschaftlich scheiterte und bereits 1887 von der insolventen Betreibergesellschaft an die Stadt übernommen werden musste.

Hintergrund und Bau

Städtische Bäder hatten im 19. Jahrhundert aus Hygienegründen Bedeutung: 1883 verfügten in Köln nur 3 % aller Wohnungen über ein Bad. Josef Stübben beauftragte im März 1883 das Büro de Voss & Alfred Müller mit Ausarbeitung und Bau. Der Komplex erstreckte sich über den gesamten Block zwischen Ringstraße, Badstraße (heute Schaevenstraße), Mauritiuswall und Rubensstraße. Zur Finanzierung wurde am 12. Mai 1883 die AG Hohenstaufenbad mit einem Kapital von 600.000 Mark gegründet, die nach der Eröffnung als Betreiberin auftrat.

Architektur

Der straßenseitige Hauptbau war ein zweigeschossiger Rechteckbau mit hohem Sockel, zwei einachsigen Seitentrakten und einem dreiachsigen Mittelrisalit. Das äußere Erscheinungsbild prägten eine Freitreppe, ein Dreierbogeneingang und eine offene Loggia im ersten Obergeschoss. Ausgeführt wurde der Ziegelbau mit Werksteingliederungen.

Nutzung und Betrieb

Das Bad richtete sich an das gehobene Bürgertum und führte in der Tradition der römischen Thermen eine neue Badekultur ein, nachdem die Bürger zuvor auf die Rheinbadeanstalten angewiesen waren. Da sich der Betrieb als unwirtschaftlich erwies, übernahm die Stadt Köln die Gesellschaft 1887 und führte den Betrieb ab 1889 endgültig in eigener Regie. Ab 1892 durfte das „Fürstenbad“ nur noch von einer statt von drei Personen zugleich genutzt werden. Am 27. März 1913 wurde mit dem Kind Elly Grünheck der millionste Besucher begrüßt; 1916 zählte das Bad 316.576 „abgegebene Bäder“. Wegen Kohlenmangels musste es im Februar und März 1917 sowie vom 25. Dezember 1920 bis zum 9. Februar 1921 schließen.

Abriss

Beim Luftangriff am 30. Juni 1943 brannte das Hohenstaufenbad aus, blieb sonst aber erhalten; nach dem Krieg wurden sogar wieder Fenster eingesetzt. Die Leiter des Wiederaufbaus stuften Bauten der Kaiserzeit als nicht erhaltenswert ein und nahmen selbst geringe Schäden zum Anlass des Abbruchs. So wurde der Bau bis 1958 abgerissen – zeitgleich mit anderen wiederaufbaufähigen Ruinen wie der alten Kölner Oper, dem Rathaus, dem Hauptbahnhof, dem neugotischen Gürzenich-Treppenhaus und den Hohenzollernbrückentürmen.

Zeitstrahl

  1. 1883
    Planungsauftrag an de Voss & Alfred Müller; Gründung der AG Hohenstaufenbad (12. Mai)
  2. 1884
    Baubeginn im Dezember
  3. 1885
    Gerichtsurteil im Baustreit (21. Jan.); Eröffnung laut einer Quelle am 1. Juli 1885
  4. 1886
    Laut anderer Quelle Übergabe zur Benutzung im Juni 1886
  5. 1887
    Stadt Köln übernimmt die AG Hohenstaufenbad (10. Oktober)
  6. 1889
    Endgültige städtische Betriebs- und Haushaltsführung ab 1. April
  7. 1913
    Elly Grünheck begrüßt als 1.000.000ster Besucher (27. März)
  8. 1958
    Abriss des Hohenstaufenbades

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26