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© Schweinepeter ( Schweinepeter ) (now: Rolf H. ) · CC BY-SA 3.0

St. Theodor

Moderner Rundbau aus ockerfarbenem Beton über einem sozial genutzten Sockelgeschoss — geprägt von Pfarrer Franz Meurer.

Indoor Aussicht

St. Theodor ist ein moderner Rundbau aus ockerfarbenem Beton, in den der ältere, dunklere Kirchturm einbezogen wurde. Der Bau ist auf das soziale Wirken der Gemeinde hin angelegt, das Pfarrer Franz Meurer beim Neubau im Gebäude selbst verankerte.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Pfarrkirche (St. Theodor und Elisabeth, Dekanat Köln-Deutz)
Lage
Köln-Vingst, Stadtbezirk Kalk
Architekt
Paul Böhm (Neubau, geweiht 2002)
Baustil
Moderne
Benannt nach
Theodor Tiro
Orgel
25 Register, ca. 1.700 Pfeifen
Besonderheit
Sozial nutzbares Sockelgeschoss; begehbares Dach
Wusstest du?

Die Kirche trägt ihren Namen nicht nach einem Heiligen, sondern nach Pfarrer Theodor Baaken, der 10.000 Reichsmark für den Kirchbau stiftete – und dann kurzerhand Namensgeber wurde.

Geschichte

Die erste Vingster Kirche war St. Martin, geweiht am 12. November 1905 mit 150 Sitz- und etwa 350 Stehplätzen. Als sie zu klein wurde, legte man 1937 den Grundstein für einen größeren Bau, in den die Gemeinde 1938 umzog; das Taufbecken aus St. Martin wurde übernommen. Den neuen Namen St. Theodor erhielt die Kirche auf Vorschlag von Pfarrer Theodor Baaken, der 10.000 Reichsmark beigesteuert hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie ab Juni 1943 getroffen und durch weitere Angriffe 1944 völlig zerstört.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Neubau nach dem Erdbeben

Nach Kriegsende diente bis 1949 eine Notkirche, danach entstand aus schlechtem Material ein neuer Bau. Beim Erdbeben am 13. April 1992 wurde die marode Kirche so schwer beschädigt, dass sie bis auf den auf eigenen Fundamenten ruhenden Turm abgerissen werden musste. Aus einem anonymen Architektenwettbewerb ging Paul Böhm als Gewinner hervor; den alten Turm bezog er in den Rundbau ein. Erzbischof Joachim Kardinal Meisner weihte den Bau am 16. März 2002.

© Unbekannt · CC BY-SA 3.0

Soziales Programm

Beim Neubau legte Pfarrer Franz Meurer Wert auf ein für soziale Zwecke nutzbares Sockelgeschoss mit Kleiderkammer, Küche, Lebensmittelausgabe, Gemeindewerkstatt und Garage. Darin sollen die Grunddimensionen kirchlichen Handelns Ausdruck finden: Gottesdienst, Dienst am Menschen, Verkündigung und Gemeinschaft. Meurer verstand die Barmherzigkeit als Fundament des gesamten Kirchbaus. An den runden Kirchenraum schließen tangential ein Café und eine lange Galerie für Kunstausstellungen an, sodass weltlicher und sakraler Raum aufeinander bezogen bleiben. Über einen spiralförmigen Außenweg mit den Stationen eines Kreuzwegs (Entwurf: Matthias Heiermann) gelangt man auf das begehbare Dach, das einen Blick über die Stadt eröffnet.

Orgel

Die Orgel wurde 2001/02 vom Orgelbauer Siegfried Schulte aus Kürten gebaut, wobei Material der Vorgängerorgel wiederverwendet wurde. Sie verfügt über 25 Register mit etwa 1.700 Pfeifen auf zwei Manualen und Pedal; die Spiel- und Registertrakturen arbeiten elektrisch.

Zeitstrahl

  1. 1905
    Weihe der ersten Kirche (St. Martin) am 12. November
  2. 1937
    Grundsteinlegung für eine größere Kirche
  3. 1938
    Weihe des Neubaus; Umbenennung in St. Theodor
  4. 1943
    Erster Bombenangriff in der Nacht vom 16./17. Juni
  5. 1944
    Weitere Angriffe (Juli + November) führen zur völligen Zerstörung
  6. 1949
    Notkirche aus schlechtem Material als Provisorium bis 1949 genutzt
  7. 1992
    Erdbeben am 13. April; Kirche bis auf den Turm abgerissen
  8. 2002
    Weihe des Neubaus (Paul Böhm) durch Kardinal Meisner am 16. März

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