Christuskirche
Evangelische Kirche im Belgischen Viertel: historischer neugotischer Turm, dahinter ein 2016 neu eingeweihter Kirchenbau.
Die Christuskirche steht im Belgischen Viertel der Kölner Neustadt. Ihr historischer Turm überdauerte mehrere Generationen von Kirchenschiffen – das jüngste wurde 2016 eingeweiht.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Evangelische Kirche, benannt nach Jesus Christus
- Lage
- Belgisches Viertel, Stadtteil Neustadt/Nord, Stadtbezirk Innenstadt
- Ursprünglicher Bau
- 1891–1894, im Stil der Neugotik
- Architekten (Erstbau)
- August Hartel und Skjøld Neckelmann, ausgeführt von Heinrich Wiethase
- Turmhöhe
- 77 Meter, mit umlaufender Galerie auf 42 Metern Höhe
- Denkmalschutz
- Turm, Orgelempore und Gewölbekeller seit 1982
- Auszeichnung
- „Denkmal des Monats“ im Mai 2005
Albert Schweitzer gab 1928 sein einziges Orgelkonzert im Kölner Raum in der alten Christuskirche.
Geschichte
Nach dem Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer beschloss die Gemeinde 1885 einen Neubau mit 1200 Sitzplätzen; 1888 folgte ein reichsweiter Wettbewerb. Sie wurde zur ersten Kirche in der Kölner Neustadt und zur ersten, die aus eigenen Mitteln der evangelischen Kirche finanziert wurde. Das Grundstück hatte die Stadt Köln 1886 geschenkt.
Vom Hallenbau zur Saalkirche
Der erste Bau war eine saalartige Hallenkirche mit dreiseitiger, bestuhlter Galerie und mehr als 1200 Sitzplätzen. In der Nacht vom 20. zum 21. April 1944 wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1951 entstand in nur neun Monaten eine schlichte Saalkirche als Stahlbau mit 520 Sitzplätzen, nach dem Vorbild der Stahlkirche von Otto Bartning. Am 2. Advent 1951 wurde sie als erster neuer Saalbau in Köln nach Kriegsende eingeweiht. Zwischen Stadtgarten und Kaiser-Wilhelm-Ring stand die oft „Alte Dame“ genannte Kirche fortan als Solitär – eine Mischung aus neugotischem Turm und nüchternem Nachkriegsschiff.
Turm und Aussicht
Der 77 Meter hohe Turm wurde 1990 und 1991 aufwändig saniert. Von der umlaufenden Galerie auf 42 Metern Höhe öffnet sich ein allseitiger Ausblick. Über der historischen Uhr ist der Turmhelm in 60 Metern Höhe durch eine offene Laterne durchbrochen.
Abriss und Neubau
In den 1970er Jahren begannen Überlegungen zur Umgestaltung, da Wohnungen und Einwohnerzahl durch die Umwandlung in Büroraum zurückgegangen waren. Ein Abrissbeschluss von 1980 wurde vom Stadtkonservator gestoppt. Im Februar 2014 wurde das Kirchenschiff abgerissen, während die denkmalgeschützten Teile – Turm, Empore und Kellergewölbe – erhalten blieben. An seiner Stelle entstand ein kleineres Kirchenschiff samt Wohn- und Gewerbegebäude mit Gemeinderäumen nach Plänen von Klaus Hollenbeck Architekten und MAIER ARCHITEKTEN. Die Evangelische Gemeinde führte den Neubau für rund 9,1 Millionen Euro in Eigenregie aus und hielt diesen Kostenrahmen weitgehend ein. Sowohl Abriss als auch Neubau stießen in der Bürgerschaft und in der Gemeinde auf Widerstand.
Wissenswertes
Albert Schweitzer gab 1928 in der alten Christuskirche sein einziges Orgelkonzert im Kölner Raum. Carl Jatho wirkte hier ab 1894 als Pfarrer, bis er 1911 gegen großen Widerstand in der Gemeinde abberufen wurde.
Zeitstrahl
- 1885Gemeindebeschluss zum Bau einer neuen Kirche mit 1200 Sitzplätzen
- 1891–1894Bau der Christuskirche als erste eigenfinanzierte evang. Kirche Kölns
- 1928Albert Schweitzer gibt sein einziges Orgelkonzert im Kölner Raum hier
- 1944Schwere Beschädigung in der Nacht vom 20. auf den 21. April im Zweiten Weltkrieg
- 1951Wiederaufbau als schlichter Stahlbau; Einweihung am 2. Advent
- 1982Kirchturm, Orgelempore und Gewölbekeller unter Denkmalschutz gestellt (21. Mai)
- 2014Abriss des Kirchenschiffs ab 12. Februar
- 2016Neueinweihung der kleineren, neu errichteten Kirche
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





