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Alt St. Pankratius (Köln-Worringen)

Ehemalige Pfarrkirche von Köln-Worringen mit gotischem Langhaus und umstritten datiertem Westturm – heute als Wohnhaus genutzt.

Alt St. Pankratius versah einst den Pfarrdienst im Kölner Stadtteil Worringen. Seit der Aufgabe des Gottesdienstes 1838 wechselte das Gebäude mehrfach seine Bestimmung – erst als Schule, mittlerweile als bewohntes Haus mit Anbauten.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige römisch-katholische Pfarrkirche
Lage
Stadtteil Worringen, Stadtbezirk Chorweiler
Bauteile
Westturm und einschiffiges Langhaus mit polygonal geschlossenem Chor
Baustil
Gotische Architektur (Wikidata); Datierung des Turms umstritten
Benannt nach
Pankratius
Heutige Nutzung
Wohnhaus
Wusstest du?

Die Fenster des Westturms sehen romanisch aus, sind es aber nicht: Die Biforienfenster wurden erst um 1484 – also in der Spätgotik – bewusst in historisierenden romanischen Formen nachgebaut, nachdem die Kirche 1474 im Neusser Krieg beschädigt worden war.

Geschichte

Schriftlich greifbar wird das Gotteshaus erstmals im Liber valoris kurz nach 1300; über das Kollationsrecht verfügte der Kölner Dompropst. 1474 zog der Bau im Neusser Krieg Schäden davon. Weil man 1838 weiter westlich eine neue, dem heiligen Pankratius gewidmete Pfarrkirche vollendete, gab man das ältere Bauwerk auf. Ein Brand am 6. November 1859 zerstörte das Innere; anschließend richtete man es als Schule ein und entfernte dabei das nördliche Seitenschiff.

Architektur und ihre Datierung

Die Einordnung des Westturms ist in der Forschung umstritten. Paul Clemen sowie Becker-Huberti und Menne datieren ihn als romanisches Bauwerk ins 12. Jahrhundert. Dagmar Hötzel hingegen liest das Spiel von Basalt- und Ziegelstein als Pendant zur nahen Feste Zons von 1373/80 und veranschlagt die reinen Ziegelgeschosse um 1484; demnach gehörten die Biforienfenster nicht der Romanik an, sondern wären erst in der Spätgotik in romanischem Formgewand ausgeführt worden. Das im Kern bewahrte Langhaus samt polygonal geschlossenem Chor entstammt eindeutig einer gotischen Bauzeit.

Bauliche Details

Die Strebepfeiler des Langhauses blieben erhalten – nordseitig zweifach, südseitig einfach gestuft. Den dreiseitig mit Achteckkanten endenden Chor stützen zweiteilige Strebepfeiler. Da eine Aufmessung von 1757 das nördliche Seitenschiff übergeht, dürfte dieses erst danach hinzugekommen sein.

Zeitstrahl

  1. 1153
    Erzbischof Arnold II. erwirbt Vogtei zu Worringen; Kirche unerwähnt
  2. nach 1300
    Erste urkundliche Erwähnung der Worringer Kirche im Liber valoris
  3. 12. Jh.
    Bau des Westturms (Romanik)
  4. 1373/80
    Bau der benachbarten Feste Zons (Vergleichsbau für Turmform)
  5. 1474
    Kirche im Neusser Krieg beschädigt
  6. um 1484
    Errichtung der Ziegelstein-Obergeschosse des Turms
  7. 1757
    Vermessung: nördliches Seitenschiff noch nicht vorhanden
  8. 1838
    Kirche außer Gebrauch genommen, neue Pfarrkirche errichtet
  9. 6. Nov. 1859
    Kirche brennt aus; danach Umbau zum Schulgebäude

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26