Römergrab Köln-Weiden
Unterirdische römische Grabkammer des 2. Jahrhunderts – zählt zu den besterhaltenen Grabbauten nördlich der Alpen, 1843 entdeckt.
Im Stadtteil Weiden führt eine Treppe hinab in eine unterirdische römische Grabkammer aus dem 2. Jahrhundert, in der mehrere Generationen einer wohlhabenden Familie bestattet wurden.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- unterirdische Grabkammer (Hypogäum), genutzt als Columbarium
- Entstehung
- 2. Jahrhundert n. Chr.
- Lage
- Stadtteil Weiden, Stadtbezirk Lindenthal
- Maße
- Kammer 3,60 × 4,40 m, Höhe 4,06 m unter dem Scheitel
- Material
- Tuff aus dem Brohltal, Türfassung aus rotem Buntsandstein
- Entdeckt
- 1843, seit 1848 für Besucher zugänglich
Der Fuhrmann Ferdinand Sieger entdeckte die Grabkammer 1843 nur, weil er nach einem vermeintlichen Schatz suchte – und als hinter der Verschlussplatte kein Gold, sondern nur Schutt zum Vorschein kam, wollte er die Grube einfach wieder zuschütten.
Lage und Hintergrund
Römische Gräber lagen meist an den Ausfallstraßen, damit Reisende der Toten gedenken konnten. Dieses Grab gehörte zu einer nahe gelegenen Villa rustica und stand an der Fernstraße Via Belgica von Tongern nach Köln, etwa neun Kilometer vor dem Westtor der Colonia Claudia Ara Agrippinensium.
Fundgeschichte
Der Fuhrmann Ferdinand Sieger stieß im April 1843 bei Ausschachtungsarbeiten für ein Wirtschaftsgebäude auf eine Treppe, die in mehr als fünf Meter Tiefe zu einer steinernen Verschlussplatte führte. In der Erwartung eines Schatzes zerschlug er die Platte, fand dahinter jedoch nur Schutt. Der Üsdorfer Bürgermeister Weygold und der Lövenicher Gutsbesitzer Dapper finanzierten gegen eine Fundteilung eine weitere Ausgrabung.
Der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner erwarb 1844 Grundstück und Grabkammer für 2300 Taler für das Königreich Preußen. Er ließ den Bau rekonstruierend wiederaufbauen und verwendete für die Ergänzungen bewusst andere Materialien als die Originalsubstanz, sodass sich die rekonstruierten Teile abheben. Schutzbau und Wärterhaus entstanden, und 1848 gab Zwirner das Grabmal für Besucher frei.
Bau und Ausstattung
Die Wände des Hypogäums bestehen aus großen, unvermörtelt geschichteten Blöcken; darüber spannt sich eine Tonnendecke aus kleineren, vermörtelten Quadern. Die Türfassung setzt den Zugang farblich ab. Die ursprüngliche Treppe und die mit einem schweren Bronzering versehene Verschlussplatte sind nicht mehr erhalten. In drei Hauptnischen sind mit Marmor abgesetzte Ruhebetten (Klinen) herausgearbeitet; die darunter liegenden Kammern waren für eine Körperbestattung zu klein und hatten daher symbolischen Charakter. In den Seitenwänden sind 29 kleinere Nischen für Ascheurnen und Opfergaben angelegt – ein Befund, der die Nutzung als Columbarium belegt. Vom einst oberirdischen Grabbau blieben nur fragmentarische Säulenbruchstücke tuskischer Ordnung erhalten, weshalb sich dieser Oberbau nicht rekonstruieren lässt.
Heute
Mit der Eingemeindung Weidens nach Köln 1975 ging die Zuständigkeit an das Römisch-Germanische Museum über, das umfangreiche Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durchführte. Seit Juli 2019 bilden die Grabkammer, der Schutzbau darüber, das benachbarte Wärterhaus aus preußischer Zeit sowie ein als „Römisch Grün“ gestalteter Garten einen Lern- und Erlebnisort. Über einen interaktiven 360°-Rundgang lässt sich die Grabkammer auch online erkunden.
Zeitstrahl
- 2. JahrhundertBau der unterirdischen Grabkammer (Hypogäum) an der Via Belgica
- April 1843Entdeckung der Grabkammer durch Fuhrmann Ferdinand Sieger
- 1843Veröffentlichung des Grabungsberichts (Schneider; Ulrichs in Bonner Jahrbüchern)
- 1844Erwerb durch Dombaumeister Zwirner für Preußen (2300 Taler); Rekonstruktion beginnt
- 1848Freigabe des Grabmals für den Publikumsverkehr
- 1957Umfassende wissenschaftliche Vorlage durch Fritz Fremersdorf
- 1975Eingemeindung Weidens zu Köln; Übernahme durch das Römisch-Germanische Museum
- Juli 2019Eröffnung als Lern- und Erlebnisort (Grabkammer, Schutzbau, Wärterhaus, Garten)
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27




