Weiberfastnacht
Der Donnerstag vor Aschermittwoch gehört den Frauen: Krawattenabschneiden, Rathaussturm und der Start des Straßenkarnevals – Weiberfastnacht hat viele Gesichter.
Der Donnerstag vor Aschermittwoch markiert im Karnevalskalender den Wechsel vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval — und ist traditionell der Tag, an dem die Frauen das Zepter übernehmen.
Auf einen Blick
- Art
- Karnevalstradition / Brauchtumstag
- Termin
- Donnerstag vor Aschermittwoch
- Regionale Namen
- Wieverfastelovend (Köln/Rheinland), Fettdonnerstag (Aachen), Schwerdonnerstag (Koblenz), Weiberfasnet (Schwaben), Altweiber (Niederrhein)
- Hauptverbreitungsgebiet
- Rheinland, Eifel, Hunsrück
- Feierbeginn
- traditionell um 11:11 Uhr
- Besonderheit
- Im Rheinland gilt der Tag als inoffizieller Feiertag; an vielen Arbeitsplätzen wird ab mittags nicht mehr gearbeitet
Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-25
Geschichte und Ursprung
Die Idee, Frauen für einen Tag die Macht zu überlassen, reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals galt das als „verkehrte Welt", da Frauen rechtlich und gesellschaftlich den Männern untergeordnet waren. In manchen Orten entwickelte sich der Brauch aus sogenannten Weiberzechen, bei denen Frauen von der Herrschaft zu Wein eingeladen wurden. Belege deuten darauf hin, dass ursprünglich der heutige Aschermittwoch der Frauentag war; erst mit der Verschiebung der Fastnachtszeit setzte sich im Rheinland der Donnerstag davor als fester Termin durch.
Bräuche im Rheinland
Traditionell verkleideten sich die Frauen als alte Frauen, überließen den Männern Haushalt und Kinder und feierten unter sich — daraus entstanden die Möhnenvereine. In Köln geht der Brauch auf das sogenannte Mötzenbestot der Marktfrauen auf dem Alter Markt im 18. Jahrhundert zurück: Pünktlich um 12 Uhr rissen sich die Frauen ihre Haube (Mötz) vom Kopf und warfen sie — teils zusammen mit Kohlköpfen — durch die Menge. Im Bonner Stadtteil Beuel schlossen sich 1824 die Wäscherinnen zum Alten Damenkomitee von 1824 e. V. zusammen, um am bis dahin rein männlichen Karneval teilzuhaben; noch heute stürmt die Beueler Wäscherprinzessin mit ihrem Komitee das Rathaus, was der WDR live überträgt. Das Abschneiden von Männerkrawatten als Symbol männlicher Macht ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet; als Ausgleich erhalten die Betroffenen ein Küsschen. Das Amtsgericht Essen stellte fest, dass ohne vorheriges Einverständnis eine Eigentumsverletzung vorliegen kann — allerdings könne das Einverständnis unterstellt werden, wenn jemand am Karnevalstreiben teilnimmt und den Brauch kennen müsste.
Schwäbisch-alemannische Varianten
Im schwäbisch-alemannischen Raum wird die Weiberfastnacht an unterschiedlichen Terminen gefeiert. So findet beispielsweise am zweiten Januar-Wochenende in Meisterschwanden und Fahrwangen in der Schweiz die Meitli-Zyt statt, bei der die Frauen drei Tage die Herrschaft übernehmen und Männer mit Grasbogen einfangen. In verschiedenen Schweizer Städten wird der Einzug der Wyber gefeiert, in der Gemeinde Mels das Ih-Huttle.
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25




