Tünnes und Schäl
Zwei Puppenfiguren aus dem Kölner Hänneschen-Theater – der gutmütige Tünnes und der listige Schäl. Seit 1803 prägen sie Kölns Volkskultur bis heute.
Tünnes und Schäl sind zwei fiktive Figuren aus dem Hänneschen-Puppentheater der Stadt Köln, die weit über das Theater hinaus zu einem festen Bestandteil der Kölner Volkskultur geworden sind.
Auf einen Blick
- Art
- Figuren des Kölner Hänneschen-Puppentheaters
- Tünnes eingeführt
- 1803 durch Theatergründer Johann Christoph Winters
- Schäl eingeführt
- 1850er Jahre, als Reaktion auf einen konkurrierenden Puppenspieler
- Äußeres Tünnes
- Knollige Nase, rustikales Auftreten, ruhiges Gemüt
- Äußeres Schäl
- Schlanke Figur, stets im Frack, schielende Augen
- Besonderheit
- Die KVB-Leitstelle verwendet „Tünnes" bis heute als Erkennungsnamen im Funkverkehr
Quelle: Wikipedia · abgerufen 2026-06-25
Herkunft der Namen und Charaktere
Der Name Tünnes leitet sich von der rheinischen Form des Vornamens Anton ab. Seine Figur vereint einen friedlichen Charakter mit Bauernschläue. Der Name Schäl ist bewusst zweideutig gehalten: Er verweist auf das Schielen der Figur und bedeutet im Kölschen zugleich „schlecht" oder „falsch". Die Figur des Schäl gilt als schlitzohrig und hinterhältig. Brauchtumsexperten führen ihre Einführung auf die Verärgerung von Winters über Franz Andreas Millowitsch zurück – einen Vorfahren des Volksschauspielers Willy Millowitsch –, der auf der gegenüberliegenden Rheinseite, der sogenannten Schäl Sick, ein konkurrierendes Puppentheater betrieb.
Tünnes und Schäl im Karneval und in der Kunst
Auf Kölner Karnevalsbühnen traten bereits vor dem Ersten Weltkrieg Rednerduette als Tünnes un Schäl auf. In den 1920er Jahren übernahmen etwa Gerhard Ebeler und Karl Simons diese Rollen. Die Brüder Gerd und Karl Jansen verkörperten das Duo schließlich über 40 Jahre lang im Kölner Karneval. Der Grafiker Otto Schindler, der bis Mitte der 1980er Jahre den Kölner Rosenmontagszug und dessen Motto-Bilder gestaltete, griff dabei wiederholt auf die beiden Figuren zurück. 1950 schuf der österreichische Bildhauer Wolfgang Wallner eine vier Meter hohe Figurengruppe der beiden, die anlässlich des Wiederaufbaus des Gürzenich ausgestellt wurde und sich noch heute dort befindet. Darüber hinaus sind Tünnes und Schäl im rechten Spitzbogen des dem Hauptbahnhof zugewandten Seitenportals des Kölner Doms dargestellt.
Rechtliche Geschichte
1993 zeigte die Kölner Stunksitzung ein Kruzifix mit der Aufschrift „Tünnes" anstelle von „INRI". Das Schild wurde nach einer Strafanzeige wegen Beschimpfung von Religionsgesellschaften polizeilich beschlagnahmt. Dem Einspruch des Regisseurs gegen den daraufhin ergangenen Strafbefehl über 6.000 DM wurde jedoch mit Verweis auf den Vorrang der Kunstfreiheit stattgegeben.
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Quellen & Links
- 🌐 Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-06-25)
- Wikidata (abgerufen 2026-06-25)
- Wikipedia (abgerufen 2026-06-25, rev 268211581)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-25




