Ehrenfeld
Früherer Arbeiter- und Industriestadtteil im Kölner Westen, heute Wohn- und Szeneviertel – mit dem Heliosturm als Industriedenkmal.
Ehrenfeld ist ein Stadtteil im gleichnamigen Kölner Stadtbezirk 4 im Westen der Stadt. Aus einem früheren Arbeiter- und Industriestadtteil ist ein Wohnviertel mit aktiver Kulturszene geworden.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kölner Stadtteil im Stadtbezirk Ehrenfeld (4)
- Lage
- im Kölner Westen; grenzt an Neustadt-Nord, Lindenthal, Braunsfeld, Müngersdorf, Bickendorf und Neuehrenfeld
- Zu Köln
- seit 1888
- Stadtbild
- Bauten der Gründerzeit, Industriedenkmäler, Nachkriegs-Mietshäuser
- Industriedenkmal
- Heliosturm an der Heliosstraße
- Mundart
- kölsch „Ihrefeld“
Der spätere Audi-Gründer August Horch entwickelte ab 1899 in Ehrenfeld sein erstes Automobil – und die Benedikt Klein Margarinewerke produzierten dort in Spitzenzeiten bis zu 16 Tonnen Margarine pro Stunde.
Geschichte
Schon im ersten bis dritten Jahrhundert war das Gebiet besiedelt; 1996 kam bei der Mechternkirche eine römische Landvilla zum Vorschein. Der Flurname Mechtern geht auf das lateinische „ad martyres sanctos“ („zu den heiligen Märtyrern“) zurück – der Legende nach wurde hier der Heilige Gereon wegen seines christlichen Glaubens getötet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die Fläche kaum besiedelt und diente der Landwirtschaft: 1840 lebten in den drei Häusergruppen Mechtern, Subbelrath und Ziegelfeld nur 32 Menschen. Die Idee zur Gründung einer Vorstadt wird dem Kölner Buchdrucker und Antiquar Franz Anton Kreuter zugeschrieben; 1845 fiel die Entscheidung über den Bau. Der Name leitet sich vom Weg durch das Ehrentor über die Ehrenstraße zum Ehrenstraßener Feld ab. 1867 wurde Ehrenfeld mit über 4000 Einwohnern eigenständige Gemeinde, das Stadtrecht folgte am 8. Oktober 1879.
Älteste Fassade
Die ersten Wohnhäuser entstanden 1845 als Dreifensterhäuser an der Venloer und der Subbelrather Straße. Die älteste erhaltene Fassade dieses Typs trägt das 1853 in Backstein errichtete Haus Mertens an der Venloer Straße 260, das lange eine Metzgerei beherbergte.
Industrie
Noch im Gründungsjahr nahm die Tapetenfabrik von Philipp Hoffmann ihren Betrieb auf, danach siedelten sich Betriebe der Metallverarbeitung, Chemie, Glasherstellung und später der Elektrotechnik an. Die 1882 gegründete Helios AG arbeitete an der Wechselstromtechnik. Die Benedikt Klein Margarinewerke stellten ab 1888 an der Nußbaumerstraße/Hüttenstraße die Marke „Botterram“ her – in Spitzenzeiten liefen dort bis zu 16 Tonnen Margarine pro Stunde vom Band, bevor die Produktion 1983 endete. Auch der spätere Audi-Gründer August Horch begann hier 1899 mit seinem Unternehmen.
Heute
Die Geschäftsstraßen sind von türkisch geführten Betrieben sowie von Geschäften mit Inhabern aus Nah- und Fernost und aus Afrika geprägt. Mit einer wachsenden Zahl an Theatern, Restaurants und Kneipen wird Ehrenfeld als Wohnviertel zunehmend beliebter, was sich auch in steigenden Mieten zeigt.
Zeitstrahl
- 1845Gründungsbeschluss; erste Wohnhäuser an Venloer & Subbelrather Straße entstehen
- 1853Haus Mertens erbaut – älteste erhaltene Gründerzeit-Fassade Ehrenfelds
- 1867Ehrenfeld wird selbstständige Gemeinde mit über 4.000 Einwohnern
- 1875Erhebung in den „Stand der Städte"
- 1879Verleihung der Städteordnung (8. Oktober) – offizielles Stadtrecht
- 1882Helios AG für elektrisches Licht und Telegraphenbau gegründet
- 1888Eingemeindung nach Köln; Benedikt Klein Margarinewerke gegründet
- 1899August Horch entwickelt Automobile in seinem Unternehmen in Ehrenfeld
Galerie
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26



