Lutherkirche
Evangelische Kirche der Kölner Südstadt mit Luther-Bezug bis ins Geläut – 1944 bis auf den Turm zerstört, Entwidmung für Herbst 2026 vorgesehen.
Die Lutherkirche in der Kölner Südstadt führt das Reformationsthema bis in die Ausstattung: Ihre Glocken tragen Verse aus Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“, und im Vorgängerbau zeigten zwei Querschiff-Fenster den „Reichstag zu Worms“ und die „Bibelübersetzung“.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Evangelische Kirche, eigener Bezirk der Evangelischen Gemeinde Köln
- Lage
- Südstadt, Stadtbezirk Innenstadt, am Martin-Luther-Platz
- Benannt nach
- Martin Luther
- Erstbau
- Grundsteinlegung 1904, Einweihung 1906
- Turm
- 65 m hoch, seitlich an der Kirche
- Denkmalschutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Geläut
- Sechs Glocken, rund 6,8 Tonnen
Die große Stahlglocke von 1923 trägt ein Familienwappen – ein Schmuckelement, das laut Wikipedia kunsthistorisch betrachtet nahezu einzigartig für Zierrat auf Stahlglocken ist.
Geschichte
Um 1900 zählte das Gebiet innerhalb der Stadtumwallung knapp 50.000 evangelische Bewohner. Das Presbyterium beschloss daraufhin, neben Antoniterkirche, Trinitatiskirche und Christuskirche ein viertes Gotteshaus im südlichen Stadtgebiet zu errichten. Aus dem Architektenwettbewerb von 1902 ging der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf der Berliner Johannes Vollmer und Heinrich Jassoy hervor. Die Einweihung fand 1906 vor dem rheinischen Präses sowie Gästen aus Staat und Stadt statt.
Der erste Bau und seine Zerstörung
Der ursprüngliche Renaissance-Bau ordnete die Bänke ringförmig um den Altar an und bot in Schiff und Empore etwa 800 Sitzplätze; Kanzel und Altar waren miteinander verbunden, die Orgel lag auf der gegenüberliegenden Empore. Für Fassaden und Turm dienten rheinischer Tuffstein und Pfälzer Sandstein, die Kosten betrugen 600.000 Mark. Am 15. Oktober 1944 schlugen mehrere Bomben ein und legten den Bau bis auf die Grundmauern nieder. Allein der Turm überdauerte, schwer beschädigt und ohne Helm.
Wiederaufbau
1964 entstand unter dem Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel ein Neubau, der hinter den früheren Ausmaßen zurückblieb. Ein U-förmiges Gemeindezentrum rahmt seither einen kleinen, atriumartigen Kirchplatz ein. Der Kirchbau wurde in schlichten Handstrich-Ziegeln ausgeführt; die Rückwand des Altars malte der Mainzer Glaskünstler Alois Plum.
Glocken
Die drei größeren Glocken goss der Bochumer Verein 1923 aus Gussstahl; sie tragen Zeilen aus Luthers Choral, und eine zeigt zusätzlich das Familienwappen des Stifters des einstigen Bronzegeläuts – ein laut Quelle kunsthistorisch ungewöhnlicher Zierrat auf Stahlglocken. Drei kleinere Bronzeglocken aus der Glockengießerei Maria Laach ergänzten das Geläut 2014 zur Sechsstimmigkeit.
Zukunft
Wegen sinkender Mitgliederzahlen ist die Entwidmung der Lutherkirche für Herbst 2026 zusammen mit der Thomaskirche vorgesehen. Die Thomaskirche soll danach abgerissen werden; auch bei der Lutherkirche ist ein Abriss bis auf den Kirchturm denkbar.
Zeitstrahl
- 1902Architektenwettbewerb ausgeschrieben
- 1904-01Beginn der Fundamentierungsarbeiten
- 1904-05-08Feierliche Grundsteinlegung
- 1906-05-20Einweihung der Kirche
- 1923Stahlglocken gegossen (Bochumer Verein)
- 1944-10-15Kirche durch Bomben bis auf Grundmauern zerstört
- 1964Wiederaufbau unter Architekt Heinrich Otto Vogel
- 2014Geläut auf sechs Glocken erweitert (drei Bronzeglocken)
- Herbst 2026Geplante Entwidmung gemeinsam mit der Thomaskirche
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Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26





