Poller Köpfe
Historische Uferbefestigung am rechten Rheinufer gegenüber Köln – über 250 Jahre erbaut, um den Fluss in seinem Bett zu halten.
Die Poller Köpfe sind eine historische Uferbefestigungsanlage auf der rechtsrheinischen Seite gegenüber Köln. Sie entstand, um zu verhindern, dass sich der Rhein ein neues Flussbett östlich um Deutz herum suchte und die Stadt mitsamt ihren Hafenanlagen vom Strom abschnitt.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Historische Uferbefestigung am Rhein
- Lage
- Rechtsrheinisch, Stadtteil Poll (Stadtbezirk Porz)
- Bauzeit
- Großprojekt ab 1560, über 250 Jahre fortgeführt
- Umfang
- Drei schwere Befestigungen, sogenannte „Köpfe“
- Maße
- Nördlicher Kopf soll 1.500 Meter lang gewesen sein, bis zu 3,5 Meter über dem Wasserspiegel
- Schutz
- Kulturdenkmal; Poller Wiesen seit 2005 unter Bodendenkmalschutz
Um zu verhindern, dass der Rhein Köln vom Strom abschneidet, ließ die Stadt ab 1560 auf eigene Kosten Hunderte von Schiffen auf Grund legen, mit Kies verfüllen und mit eisernen Eichenstämmen sowie Basaltbrocken beschweren – ein Bauprojekt, das über 250 Jahre lang fortgeführt wurde. Zwei dieser versenkten Schiffe wurden erst 2003 bei Baggerarbeiten wiederentdeckt und erwiesen sich als 12 bis 15 Meter lange „Niederländer" aus den Jahren 1530 und 1590.
Hintergrund und Gefahr
Seit dem Hochmittelalter beobachteten die Kölner, dass der Rhein nach mehreren Durchbrüchen zwischen Poll und Mülheim ein neues Flussbett suchen könnte. Hochwasser und Eisgänge begünstigten diese Veränderungen. Ein dauernder östlicher Durchbruch hätte Köln und besonders seine Hafenanlagen vom Strom getrennt.
Bau und Konflikte
Anfang des 15. Jahrhunderts erlaubte ein Vertrag mit Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden den Kölnern, den Flusslauf unter Einbeziehung der Rheininseln Poller Werth und Osterwerth zu regulieren. 1479 wurde der Vertrag aufgehoben, woraufhin der Herzog von Berg die Befestigungen zerstörte. Erst 1557 einigten sich Rat und Erzbischof Anton von Schaumburg auf eine Erbpacht des Poller Ufers, und ab 1560 begann das langwierige Großprojekt.
Bauweise und Unterhalt
Für die Befestigung wurden Hunderte Schiffe auf Grund gelegt und mit Kies verfüllt sowie Weiden und Buhnen eingebracht. Eisenbewehrte, mit Basaltbrocken beschwerte Eichenstämme wurden durch schwere Querbalken verbunden in den Flussgrund getrieben. 1641 ersetzte ein steinernes Wehr die Pfähle. Das schwere Hochwasser im Februar 1784 zerstörte die Weidenbepflanzung der Poller Wiesen fast vollständig und führte den fortwährenden Kampf gegen den Strom vor Augen.
Ein Kleinod für die Stadt
1582 hielt der Kölner Ratsherr Hermann von Weinsberg in seinen Aufzeichnungen fest, der Kopf des Poller Werths reiche mit dicken Eichenhölzern ein gutes Stück weit bis zum Osterwerth, doch sei noch nicht alles mit Eichenbohlen verkleidet. Es sei viel Arbeit geleistet worden, und es entstehe ein „köstliches Kleinod für die Stadt Köln“, um den Rhein in seinem Bett zu halten.
Heute und Funde
Mit dem Bau des Deutzer Hafens wurden die Schutzanlagen durch moderne Befestigungen und Buhnen ersetzt. 2003 fand man bei Baggerarbeiten am südlichen Ende zwei der auf Grund gelegten Schiffe, sogenannte „Niederländer“ von 12 bis 15 Metern Länge, 1530 und 1590 gebaut. Sie wurden teilweise archäologisch gesichert.
Zeitstrahl
- Anfang 15. Jh.Vertrag mit Erzbischof Friedrich III. erlaubt Kölnern, den Flusslauf zu regulieren
- 1479Vertrag aufgehoben; Befestigungen vom Herzog von Berg zerstört
- 1557Neuer Erbpachtvertrag mit Erzbischof Anton von Schaumburg; erneute Befestigung beschlossen
- 1560Baubeginn des Großprojekts, das über 250 Jahre fortgeführt wurde
- 1641Steinernes Wehr ersetzt die Holzpfähle
- 1784Schweres Hochwasser zerstört Weidenbepflanzung der Poller Wiesen fast vollständig
- 2003Zwei historische Schiffe (gebaut 1530 bzw. 1590) bei Baggerarbeiten entdeckt
- 2005Poller Wiesen als historische Uferlandschaft unter Bodendenkmalschutz gestellt
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





