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Heizkraftwerk Köln-Merkenich

Hier steht mit 250 m der nach dem Colonius zweithöchste Bau Kölns – ein Kraftwerk, das den Kölner Norden mit Fernwärme versorgt.

Das Heizkraftwerk Köln-Merkenich ist eine Anlage der RheinEnergie im Stadtteil Merkenich und der zentrale Erzeuger von Fernwärme für den Kölner Norden.

Auf einen Blick

Art
Heizkraftwerk der RheinEnergie
Lage
Stadtteil Merkenich, Stadtbezirk Chorweiler
Funktion
zentrale Fernwärme-Erzeugung für den Kölner Norden
Strom
Einspeisung aus Kraft-Wärme-Kopplung
Belegschaft
rund 75 Mitarbeitende (Stand 2005)
Zugang
Besichtigung möglich
Wusstest du?

Der 250 Meter hohe Schornstein des Heizkraftwerks – obwohl längst außer Betrieb – ist nach dem Fernsehturm Colonius das zweithöchste Bauwerk in Köln und überragt damit sogar den Kölner Dom deutlich; zugleich zählt er zu den 100 höchsten Bauwerken ganz Deutschlands.

Der 250-Meter-Kamin

Am Standort stehen drei Kamine. Der höchste misst 250 m und ist außer Betrieb. Mit dieser Höhe ist er nach dem Fernsehturm Colonius das zweithöchste Bauwerk Kölns – deutlich höher als der Kölner Dom – und zählt zu den 100 höchsten Bauwerken Deutschlands. Seine Außerbetriebnahme war mit der Stilllegung des Kessels 5 der Altanlage im Jahr 2004 verbunden.

Versorgung des Kölner Nordens

Über das „Nordnetz“ mit einer Länge von 75 km werden die Stadtteile Bocklemünd, Chorweiler und Merkenich mit Heizwärme versorgt. Neben privaten Haushalten beziehen auch Gewerbe- und Industriebetriebe Wärme, Prozessdampf und Deionat, darunter die Werke von Ford, Deutsche Infineum und Vinnolit in Köln-Niehl. Der in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Strom wird in das Netz eingespeist.

Geschichte

Errichtet ab 1956, ging die Anlage 1958 mit zwei Kesseln in Betrieb; zunächst wurde benachbarte Industrie mit Dampf beliefert. 1961 beschloss der Kölner Stadtrat, den Norden der Stadt mit Fernwärme aus Merkenich zu versorgen, und ab 1962 erhielten die ersten Haushalte Wärme.

Braunkohle und Umbau

Im 1990 in Betrieb genommenen Kessel 6 wurde rheinische Braunkohle in einer zirkulierenden Wirbelschichtfeuerung verbrannt. 2025 wurde die Verfeuerung von Braunkohle eingestellt; die Wärme- und Stromversorgung soll künftig die bestehende GuD-Anlage übernehmen. Für 2029 ist am Standort eine Klärschlammverbrennungsanlage geplant; ob zusätzlich eine Großwärmepumpe errichtet wird, soll geprüft werden. Die Anlagen werden nahezu ausschließlich in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben, was zu einer Brennstoffausnutzung von bis zu 80 Prozent beiträgt.

Kritik

Die Bürgerinitiative „Tschö RheinEnergie“ kritisiert, dass die Verbrennung von Braunkohle einen deutlich höheren Ausstoß an Schadstoffen und CO2 verursacht als die Nutzung von Erdgas.

Zeitstrahl

  1. 1956–1958
    Bau und Inbetriebnahme mit zwei Kesseln; Dampflieferung an Esso AG
  2. 1961–1962
    Stadtratsbeschluss zur Fernwärmeversorgung Kölner Norden; erste Haushalte beliefert
  3. bis 1969
    Erweiterung um drei Kessel; Ausbau des Fernwärmenetzes Neustadt
  4. 1985–1989
    Umfassende Modernisierung: Blöcke 4+5 auf Erdgas/Leichtöl mit Low-NOx-Brennern umgestellt
  5. 1990
    Blöcke 1–3 stillgelegt; neuer Braunkohle-Wirbelschichtkessel 6 in Betrieb
  6. 1998–2000
    Bau und Inbetriebnahme der GuD-Anlage als Ersatz für Kessel 5
  7. 2010
    Trennung Sammelschienenanlage; Block 4 und Block 6 neu gebildet; Turbine 3 stillgelegt
  8. 2025
    Einstellung der Braunkohleverbrennung; GuD-Anlage übernimmt die Versorgung

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26