Gremberger Wäldchen
Stadtwald in Köln-Humboldt, in dem mit einer alten Rotbuche vermutlich der älteste Baum der Stadt steht.
Das Gremberger Wäldchen ist ein städtisches Naherholungsgebiet am Rand des rechtsrheinischen Kölner Ortsteils Gremberg. In seinem Laubwald wächst der wahrscheinlich älteste Baum Kölns.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Städtisches Naherholungsgebiet mit Laubwald
- Lage
- Stadtteil Humboldt, Stadtbezirk Kalk (rechtsrheinisch)
- Größe
- rund 72 Hektar (Erwerb 1899)
- Besonderheit
- Rotbuche aus dem frühen 18. Jahrhundert, wahrscheinlich ältester Baum Kölns
- Denkmalschutz
- als Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen eingestuft
- Spitzname
- aktivistisch „Grembi“
Im Gremberger Wäldchen stand im Zweiten Weltkrieg ein NS-Krankensammellager für arbeitsunfähige Zwangsarbeiter – bei seiner Räumung im April 1945 wurden Baracken angezündet und es gab rund 30 Tote.
Wald und alter Baumbestand
Der Laubwald erinnert an die ursprüngliche Bewaldung der Niederterrasse der Kölner Bucht, die sich über Gremberg hinaus erstreckte. In ihm steht eine Rotbuche aus dem frühen 18. Jahrhundert, die als wahrscheinlich ältester Baum Kölns gilt.
Vom Klosterbesitz zum Stadtwald
Der Gremberger Hof mit seinen umgebenden Waldflächen gehörte einst zur Abtei Deutz und wurde 1003 urkundlich erwähnt. Wegen der abgeschiedenen Lage blieb das Gelände über Jahrhunderte weitgehend unberührt. Mit der Säkularisation in der Franzosenzeit ging der kirchliche Besitz an den Staat über. 1899 erwarb die Stadt Köln das verwilderte Waldgelände für 400.000 Mark, einschließlich eines Forsthauses und der Wirtschaftsgebäude des Gremberger Hofes.
Erschließung um 1900
Der Wald befand sich zur Jahrhundertwende in ungeordnetem Zustand: dichtes Unterholz aus Linden, Hainbuchen und Eichen, über dem sich alte Eichen und Buchen erhoben. Ab Herbst 1901 erschloss der städtische Obergärtner Hermann Robert Jung das Gelände, ließ den Wald lichten und ein Wegenetz anlegen. 1912 wurden ein Förster eingestellt und das Forsthaus neu gebaut; mit einer Gastwirtschaft darin wurde das Wäldchen zu einem Ausflugsziel. Das Gebäude ist in seiner alten Form erhalten und dient heute als privater Wohnraum.
Krankensammellager 1940–1945
Von Anfang der 1940er Jahre bis 1945 betrieb die NS-Organisation „Deutsche Arbeitsfront“ hier ein Krankensammellager, in dem nicht mehr arbeitsfähige Zwangsarbeiter – viele aus Osteuropa – für die Ausweisung in ihre Heimatländer erfasst wurden. Laut Zeitzeugen herrschten schlechte Verhältnisse. Bei der Räumung im April 1945 fielen zahlreiche Schüsse, Baracken wurden in Brand gesetzt; es soll mehrere Verletzte und etwa 30 Tote gegeben haben. Am 11. Juli 2024 wurde das Gelände unter der Nummer 506 in die Denkmalliste der ortsfesten Bodendenkmäler der Stadt Köln eingetragen.
Wandel bis heute
Anfang der 1970er Jahre durchtrennte der Bau des östlichen Autobahnzubringers das Waldstück in seiner Mitte. Als Ausgleich kam das weiter östlich um das Zwischenwerk IX gelegene Waldgebiet am Autobahnkreuz Gremberg hinzu. Eingeengt von Autobahn, deren Zubringer, einer S-Bahntrasse und Straßen ist das Wäldchen heute dauerhaftem Verkehrslärm ausgesetzt und hat seine Funktion als Naherholungsgebiet weitgehend verloren; das frühere Gartencafé stellte den Betrieb schon vor vielen Jahren ein.
Zeitstrahl
- 1003Gremberger Hof der Abtei Deutz urkundlich erwähnt
- 1899Stadt Köln kauft 72 ha Waldparzelle für 400.000 Mark
- 1901Obergärtner Hermann Robert Jung beginnt Erschließung des Waldes
- 1912Förster angestellt, Forsthaus neu gebaut, Gastwirtschaft eingerichtet
- 1916Foto belegt Forsthaus als Gartenwirtschaft mit Außenbestuhlung
- 1940Krankensammellager der Deutschen Arbeitsfront eingerichtet
- 1945Lager geräumt, Schüsse und Brände, ~30 Tote
- 1970Autobahnzubringer durchtrennt das Waldstück in seiner Mitte
- 11.07.2024Lagergelände als Bodendenkmal Nr. 506 eingetragen
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26




