Zur Heiligen Familie
Profanierte Waisenhauskirche in Köln-Sülz von Dominikus und Gottfried Böhm – mit einem Glasfenster-„Kinderorchester“ aus 128 Fenstern.
Die ehemalige Waisenhauskirche „Zur Heiligen Familie“ im Kölner Stadtteil Sülz war die Kirche des früheren Waisenhauses am Sülzgürtel. Nach 2010 wurde sie profaniert und zu einem Kultur- und Multifunktionszentrum umgebaut.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- ehemalige Kirche, heute Kultur- und Multifunktionszentrum
- Lage
- Stadtteil Sülz, Stadtbezirk Lindenthal
- Beiname
- Waisenhauskirche
- Architekten
- Dominikus und Gottfried Böhm
- Besonderheit
- 128 achteckige Fenster mit einem „Kinderorchester“
- Denkmalschutz
- seit 1989 Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Eigentümerin
- Stadt Köln
Gottfried Böhm – später erster Deutscher, der den Pritzker-Preis gewann – übernahm den Kirchenauftrag nach dem Tod seines Vaters Dominikus und schuf einen Kirchenraum, der von 128 achteckigen Fenstern mit musizierenden Kindern umgeben ist und so ein vollständiges, den ganzen Raum umschließendes Kinderorchester aus Glas bildet.
Geschichte
Die neubarocke Kirche bildete den Mittelpunkt des vor dem Ersten Weltkrieg errichteten Waisenhauses in Köln-Sülz. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bis auf den Turm zerstört. Den Auftrag für den Neubau erhielt zunächst Dominikus Böhm; nach dessen Tod führte sein Sohn Gottfried Böhm die Planung weiter und errichtete den heutigen Bau unter Einbeziehung des erhaltenen neobarocken Turms. Leitgedanke war eine Kirche für Kinder mit viel Licht und frohmachenden Symbolen.
Architektur und Ausstattung
Die Außenmauern wurden in Schüttbeton gegossen, teils unter Verwendung der Ziegel der zerstörten alten Kirche. Der eigentliche Kirchenraum lag im Obergeschoss über einem Saal des Kinderheims. Den rechteckigen Raum gliederten 128 achteckige Fenster, deren blüten- und sternförmige Muster singende und musizierende Kinder zeigten – ein den ganzen Raum umfassendes Kinderorchester, dessen Rosetten die Heilige Familie aufgriffen. Die Chorwand schmückt ein Relief von Jochem Pechau. An der Eingangsseite ist der Gute Hirte dargestellt, begleitet von einer Herde aus 126 Lämmern und einem Hütehund. Mittelpunkt war ein erhöhter, von Säulen getragener Altarbaldachin. Von Eva Burgeff stammten der 1958 geschaffene Tabernakel sowie ein Taufstein mit zwei angeschlossenen Weihwasserbecken.
Heutige Nutzung
2007 ernannte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz die Kirche zum Denkmal des Monats. Zuletzt nutzte sie die Kirchengemeinde St. Bruno liturgisch, ohne dass sie zu einem Seelsorgebereich gehörte. Im Zuge der Profanierung seit 2010 wurden Altar und Baldachin entfernt; Stücke wie Tabernakel, Orgel und Bänke gingen an andere Gemeinden, Museen und Depots. Die fest verbauten Beichtstühle und der Kreuzweg blieben erhalten.
Wissenswertes
Im Turm hängen drei kleine Glocken, von denen die mittlere einen hohen historischen Wert besitzt.
Zeitstrahl
- vor 1914Waisenhaus mit neubarocker Kirche in Köln-Sülz errichtet
- Zweiter WeltkriegKirche bis auf den Turm zerstört
- 1951–1966Wiederaufbau der Kirche
- 1955Dominikus Böhm erhält Auftrag für den Kirchenneubau
- 1956–1958Gottfried Böhm errichtet den heutigen Sakralbau
- 1958Tabernakel von Eva Burgeff geschaffen
- 1989Kirche unter Denkmalschutz gestellt
- Mai 2007RVDL ernennt die Kirche zum Denkmal des Monats
- nach 2010Profanierung; Umbau zu Kultur- und Multifunktionszentrum
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27





