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© Andreasdziewior · CC BY-SA 2.0 de

St. Maternus

Neugotische Backsteinkirche in Rodenkirchen mit US-amerikanischer Orgel von 1869 und jährlichem Maternus-Wallfahrtstag im September.

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St. Maternus ist eine katholische Kirche im Norden des Kölner Stadtteils Rodenkirchen, gelegen zwischen Rhein und Hauptstraße. Sie entstand 1865 bis 1867 im neugotischen Stil.

Auf einen Blick

Art
Katholische Pfarrkirche
Baustil
Neugotik
Bauzeit
1865–1867
Architekt
Vincenz Statz
Bauform
Dreischiffige Hallenkirche aus unverputztem rotem Ziegel
Lage
Rodenkirchen, zwischen Rhein und Hauptstraße
Patron
Heiliger Maternus
Besonderheit
Wallfahrtsort jährlich im September
Wusstest du?

Die Orgel der Kirche wurde 1869 von der amerikanischen Firma Steere & Turner gebaut und stand ursprünglich in einer Kirche im US-amerikanischen Keene, New Hampshire – erst 2011, also gut 140 Jahre später, fand sie ihren Weg nach Köln-Rodenkirchen.

Geschichte

Die ältere Kirche Alt St. Maternus wurde im 19. Jahrhundert für die wachsende Bevölkerung Rodenkirchens zu klein. Vincenz Statz begann daraufhin 1865 mit dem Neubau, der 1867 fertiggestellt wurde. Wegen der Nähe zur Rodenkirchener Rheinbrücke trug das Gebäude im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden davon.

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Architektur

Die Halle ist west-östlich ausgerichtet: Im Westen liegen Portal und Kirchturm, im Osten der Chor mit je einer Sakristei zu beiden Seiten. Innen wie außen ist der Bau klar gegliedert und verzichtet auf Verzierungen; schlanke Säulen trennen die drei gleich hohen Schiffe. Direkt neben der Kirche steht ein freistehendes Pfarrhaus aus gelben und roten Ziegeln, das rund zwanzig Jahre später entstand und vermutlich ebenfalls von Statz geplant war.

Ausstattung

Die farbigen Fenster gestaltete Hanns Kirchner, der 1962 auch die Rose über dem Westportal schuf; im Chor stehen sich Bilder aus der Johannesoffenbarung und dem Bombenkrieg gegenüber. Die Altäre entwarf Elmar Hillebrand, das umlaufende Bronzerelief des Hauptaltars stammt von Helge Kühnapfel. Der neugotische Kreuzweg kam von der Mosel. Kirchenbänke und Beichtstühle sind Originale aus dem 19. Jahrhundert; aus Alt St. Maternus stammen die Madonna mit Kind von etwa 1470 sowie die Pietà.

Orgel und Glocken

Die Orgel mit 23 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1869 von Steere & Turner gebaut und stand zunächst in einer Kirche in Keene (New Hampshire, USA); 2011 wurde sie restauriert und in St. Maternus aufgestellt. Im Turm hängen vier Glocken. Die Bronzeglocke von 1927 überstand als einzige des Vorgängergeläuts den Zweiten Weltkrieg und läutet seit dem Einbau einer Gegenpendelanlage 2007 wieder mittags und abends zum Engel des Herrn. Die drei übrigen Glocken lieferte der Bochumer Verein 1949 als unterdurchschnittliche Gussstahlglocken in einer Versuchsrippe, der sogenannten Sekundschlagtonrippe.

Zeitstrahl

  1. um 1470
    Madonna mit Kind aus Alt St. Maternus, heute in der Kirche
  2. 1865–1867
    Bau der neugotischen Hallenkirche durch Architekt Vincenz Statz
  3. 1869
    Orgel von Steere & Turner für eine Kirche in Keene (New Hampshire) erbaut
  4. um 1900
    Nikolaus Steinbach schuf Statuen der Heiligen Maternus, Elisabeth und Agnes
  5. 1927
    Kleine Bronzeglocke gegossen; einzige Glocke, die den Zweiten Weltkrieg überstand
  6. 1949
    Bochumer Verein lieferte drei Gussstahlglocken in Sekundschlagtonrippe
  7. 1962
    Rosenfenster über dem Westportal von Hanns Kirchner errichtet
  8. 2011
    Orgel durch Orgelbaufirma Schulte (Kürten) restauriert und in St. Maternus aufgestellt

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