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Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.

St. Johann und St. Cordula

Abgegangene Kölner Johanniterkommende mit den Reliquien der heiligen Cordula – 1807 abgerissen, fortlebend im Straßennamen „Jakorden".

St. Johann und St. Cordula war eine Niederlassung (Kommende) des Johanniterordens in der Kölner Altstadt-Nord, in der die Gebeine der heiligen Cordula aufbewahrt wurden. Die Anlage wurde nach der Säkularisation aufgehoben und 1807 abgerissen; erhalten ist sie heute nur noch in Überlieferung und Straßennamen.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige Kommende des Johanniterordens mit Ordenskirche
Lage
Altstadt-Nord, Stadtbezirk Innenstadt, nahe St. Ursula
Erste Kapelle
1239
Bauwerk (abgegangen)
Gotisches doppelschiffiges Langhaus mit dreijochigem Langchor
Reliquien
Gebeine der heiligen Cordula
Abriss
1807
Wusstest du?

Beim Bau der Johanniterkommende im 13. Jahrhundert wurden im angrenzenden Weingarten Gebeine entdeckt, die Albertus Magnus – einer der bedeutendsten Gelehrten des Mittelalters – persönlich der Kölner Heiligen Cordula zusprach, woraufhin die gesamte Niederlassung nach ihr benannt wurde.

Geschichte

Eine erste Kapelle des Ritterordens entstand 1239. 1263 vergrößerte die Kommende ihre Besitztümer erheblich und konnte mit den gestiegenen Einnahmen auch die Niederlassung ausbauen. Das Gotteshaus wurde mehrfach umgestaltet: nach einem Brand bis 1388 größer wiederaufgebaut, danach erneut von 1422 bis 1427 sowie nach 1571, für das ein Plan von Arnold Mercator überliefert ist.

Die heilige Cordula

Im westlich gelegenen Weingarten wurden Gebeine gefunden, die Albertus Magnus 1278 der Kölner Heiligen Cordula zusprach. Der Legende nach erlitt sie mit der heiligen Ursula in Köln den Märtyrertod; die Kirche St. Ursula steht ganz in der Nähe. In der 1331 neu erbauten Kapelle wurden ihre Reliquien aufbewahrt und verehrt.

Bauwerk

Unter einem einheitlichen steilen Satteldach vereinten sich ein gotisches, doppelschiffiges und dreijochiges Langhaus sowie ein ebenfalls dreijochiger Langchor, der besonders den Konventmitgliedern diente. Das nördliche Seitenschiff trug vier Zeltdächer, zwischen die sich die Strebepfeiler der Obergadenmauer lehnten. Den First bekrönten Johanniterkreuze; in der Mitte stand zunächst ein hoher gotischer Dachreiter, der später durch einen mit Zwiebeltürmchendach und Johanniterkreuz ersetzt war. In dessen offener Laterne hingen wohl Glocken. Der Westfront war ein sechseckiger Treppenturm vorgesetzt, vor der Mauer der Kommende ein Passionskreuz mit den Folterwerkzeugen.

Ende und Nachwirken

Nach der Säkularisation durch Napoleon wurde 1798 der öffentliche Gottesdienst eingestellt, 1802 die Kommende aufgehoben und 1807 die Kirche abgerissen. Einige Reliquien kamen in die Kirche St. Remigius nach Königswinter. An die Johanniter erinnern Johannisstraße und Johannishaus. 1846 wurde die Jakordenstraße nach der Kirche benannt – „Jakorden" ist die kölnische Abkürzung für Johannes und Cordula; auch die nahe Cordulastraße trägt den Namen der Heiligen.

Zeitstrahl

  1. 1239
    Erste Kapelle des Johanniterordens errichtet
  2. 1263
    Kommende vergrößert Besitztümer und baut Niederlassung aus
  3. 1278
    Albertus Magnus spricht gefundene Gebeine der Kölner Heiligen Cordula zu
  4. 1331
    Neu erbaute Kapelle nimmt Reliquien auf
  5. 1388
    Wiederaufbau nach Brand abgeschlossen (größer als zuvor)
  6. 1422–1427
    Kirche erneut umgestaltet
  7. nach 1571
    Weitere Umgestaltung (Mercator-Plan von 1571 belegt Stand)
  8. 1798–1807
    Gottesdienst eingestellt (1798), Kommende aufgehoben (1802), Kirche abgerissen (1807)

Karte

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