Nikolaus-Kapelle
Um 1100 nahe dem Rhein in Westhoven gebaut – das kleinste erhaltene romanische Dorfkirchlein Kölns, umgeben von einem alten Friedhof.
In Westhoven, einem Stadtteil unweit des Rheins, steht die römisch-katholische Nikolaus-Kapelle, deren Bau auf etwa 1100 zurückgeht. Ihr Patron ist Nikolaus von Myra, der über Schiffer und Seeleute wacht.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Saalkirche, römisch-katholisch
- Lage
- Westhoven, Stadtbezirk Porz
- Grundfläche
- 8 × 13 m
- Baumaterial
- Tuff, Grauwacke und Rheinkiesel
- Status
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Betreut von
- Förderverein Romanische Kirchen Köln
Als das Kölner Stapelrecht von 1259 Händler zwang, ihre Waren in der Stadt umzuschlagen, umgingen viele es kurzerhand, indem sie im rechtsrheinischen Zündorf entluden und ihre Güter auf dem Landweg weiterkarrten – und unterwegs in der Nikolaus-Kapelle segnen ließen.
Geschichte
Anfangs zählte das Bauwerk zur Deutzer Abtei St. Heribert, sodass die Westhovener für den Gottesdienst nicht bis dorthin gehen mussten. Das Recht auf Bestattungen kam 1128 hinzu. Als 1802 sämtliche Kölner Klöster und Stifte im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurden, löste sich auch die Bindung an die Abtei in Deutz. Zwischen 1794 und 1814 ließen französische Besatzungstruppen den gesamten Ort Westhoven abtragen und verschonten allein die Kapelle, um den Blick zum Rhein offenzuhalten.
Schiffer und Stapelrecht
Neben den Einheimischen kamen auch reisende Kaufleute und Rheinschiffer zum Gottesdienst. Ihr Zustrom wuchs, nachdem Händler das seit 1259 in Köln geltende Stapelrecht umgangen hatten: Sie löschten ihre Fracht im rechtsrheinischen Zündorf, schafften sie über Land bis Mülheim und ließen die Waren auf dem Weg in der Nikolaus-Kapelle weihen.
Bauwerk
Die Saalkirche schließt nach Osten mit einem eingezogenen Chorquadrat ab. Bei den Renovierungen der 1960er und 1990er Jahre erhielt das schlichte, kompakte Mauerwerk mit seinen wenigen rundbogigen Fenstern einen weißen Putz. Den schiefergedeckten Satteldachfirst krönt ein Dachreiter mit spitzem Helm. Drinnen öffnet sich der Altarraum über einen auf zwei Kämpferplatten ruhenden Rundbogen, flankiert von barocken Figuren der Muttergottes und des heiligen Nikolaus. Den Altartisch im Chor schmückt eine Weinranke.
Friedhof und Pflege
Die Kapelle ist von einem alten Friedhof eingefasst, der bis 1929 belegt und 1987 instand gesetzt wurde. Sie selbst erfuhr zwischen 1959 und 1964 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen.
Zeitstrahl
- um 1100Kapelle erbaut, gehörte zur Abtei St. Heribert in Deutz
- 1128Kapelle erhält das Begräbnisrecht
- 1259Kölner Stapelrecht eingeführt; Händler lassen Waren in der Kapelle segnen
- 1794–1814Französische Besatzer reißen Westhoven bis auf die Kapelle nieder
- 1802Säkularisation: Zugehörigkeit zur Deutzer Abtei endet
- 1929Friedhof rund um die Kapelle wird letztmalig genutzt
- 1959–1964Erste umfassende Restaurierung der Kapelle
- 1987Friedhof restauriert; weitere Kapellenrestaurierung in den 1990er Jahren
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26




