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© Superbass · CC BY-SA 3.0

Nathanaelkirche (Bilderstöckchen)

Evangelische Kirche von 1965 mit sechseckigem Grundriss; ihr freistehender Campanile steht als Betonskulptur auf drei Standbeinen.

Indoor

In Köln-Bilderstöckchen versammelt sich die evangelische Nathanael-Kirchengemeinde in der nach dem Jünger Nathanael benannten Nathanaelkirche. Der Bau ist Teil eines Gemeindezentrums, zu dem auch eine Kindertagesstätte zählt.

Auf einen Blick

Art
Evangelisches Kirchengebäude mit Gemeindezentrum
Lage
Köln-Bilderstöckchen, Stadtbezirk Nippes
Fertiggestellt
1965, Campanile 1974 ergänzt
Architekten
Jürgen Hartmann und Hans Berger
Baustil
Moderne
Grundriss
Sechsseitig
Sitzplätze
300
Besonderheit
Freistehender Glockenturm als Betonskulptur auf drei Standbeinen
Wusstest du?

Der freistehende Glockenturm der Nathanaelkirche ist als Betonskulptur auf drei spitz zulaufenden Standbeinen konstruiert, wobei eines dieser Standbeine absichtlich zusammen mit der Grundplatte ein Kreuz bildet – Architektur und christliches Symbol werden hier buchstäblich zur Tragstruktur.

Geschichte

Kirchlich war Bilderstöckchen anfangs Nippes zugeordnet, wechselte 1957 nach Weidenpesch und wurde 1962 zu einer selbstständigen Gemeinde, die heute dem Kirchenkreis Köln-Linksrheinisch der Evangelischen Kirche im Rheinland angehört. Nachdem 1963 ein Grundstück gekauft worden war, begann 1964 der Bau des Zentrums samt eingegliederter Kirche.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Architektur

Neben der Kirche folgen auch mehrere Gemeinderäume und der Saal einem sechsseitigen Zuschnitt. Über das rotgeklinkerte Zentrum ragt die geknickte gläserne Giebelfassade der Kirche hinaus, die den größten Raum der Anlage bildet. Zum Einsatz kamen weite Sichtbetonflächen, Holz und Glas, Metallverstrebungen sowie ein ausgedehntes Schieferdach. Über einen trichterförmigen Vorplatz gelangt man zum Kircheneingang, dem ein Vestibül vorgelagert ist.

© Chris06 · CC BY-SA 4.0

Der Glockenturm

Seinen vom Gebäude getrennten Campanile bekam die Kirche 1974 an der Kreuzung Escher Straße/Parkgürtel. Drei spitz zulaufende Standbeine tragen den als Betonskulptur geformten Turm; darauf ruht der hölzerne Glockenstuhl auf quadratischer Grundplatte unter einer dreieckigen Deckplatte. Zusammen mit der Grundplatte formt eines der Standbeine ein Kreuz. Die drei Glocken sind auf das Geläut der katholischen St.-Franziskus-Kirche abgestimmt.

Innenraum

Weite Sichtbetonwände und eine Decke aus Holz bestimmen den zurückhaltend gehaltenen Innenraum. Weil der Grundriss leicht zum Altar hin verläuft, rückt der zwei Stufen höher gesetzte Altar ins optische Zentrum; er sowie die übrige zentrale Ausstattung gehen auf den Künstler Heinz Heiber zurück. Den ochsenblutroten Quader krönt ein feingliedriges Stahlkreuz. Hinter der Kanzel hängt mit dem Wandbild „Sich begegnen“ das einzige mehrfarbige Stück des Raumes; es steht für das Verhältnis der Menschen zueinander und zu Jesus Christus. Auf der gegenüberliegenden Altarseite bilden eine vorgezogene Wand und eine abgesenkte Decke optisch einen kleineren Raum für die Taufstätte; das Taufbecken zeigt einen thronenden Christus.

Das Altarfenster

Hinter dem Altar setzt sich das Fenster aus einem Quadrat und zwölf umgebenden, verschachtelten kleineren Fenstern zusammen. Es verweist auf das himmlische Jerusalem mit seinen zwölf Stadttoren ebenso wie auf Christus mit seinen zwölf Aposteln. Die Orgel schuf 1974 Willi Peter.

Zeitstrahl

  1. 1957
    Bilderstöckchen gehört zur Kirchengemeinde Nippes
  2. 1962
    Zugehörigkeit zur Gemeinde Weidenpesch endet, eigenständige Gemeinde entsteht
  3. 1963
    Grundstück für das Gemeindezentrum erworben
  4. 1964
    Bau des Gemeindezentrums mit integrierter Kirche beginnt
  5. 1965
    Kirchengebäude vollendet
  6. 1974
    Markanter Campanile an der Straßenkreuzung Escher Straße/Parkgürtel errichtet
  7. 1974
    Orgel von Willi Peter gebaut (II/P, 8 Register)

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26