Krieler Dömchen
Nach St. Gereon das zweitälteste Gotteshaus Kölns – ein kleines romanisches Dorfkirchlein in Lindenthal, dessen Anfänge um 900 liegen.
Unter dem Namen Krieler Dömchen ist die Kirche Alt St. Stephan bekannt; in Köln-Lindenthal gilt sie als ältestes kirchliches Gebäude und stadtweit, hinter St. Gereon, als zweitältestes. Sie gehört zu jenen 13 kleinen romanischen Dorfkirchen, die früher außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer standen und mittlerweile zum Stadtgebiet zählen.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Romanische Kirche, dem Erzmärtyrer Stephanus geweiht
- Lage
- Lindenthal, am Suitbert-Heimbach-Platz zwischen Zülpicher und Gleueler Straße, neben St. Albertus Magnus
- Entstehung
- 10. bis 11. Jahrhundert; Übergang zum festen Bau um 900
- Bauform
- Zweischiffige asymmetrische Basilika mit eingezogenem Chorjoch und halbrunder Apsis
- Maße
- 18,95 m lang (samt Turm und Apsis), bis zu 6,50 m breit
- Schutz
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
- Betreuung
- Förderverein Romanische Kirchen Köln
Nach einer Legende soll Karl der Große an dieser kleinen Dorfkirche einen Pfarrer namens Hildebold entdeckt haben – und ihn später zum Kölner Erzbischof gemacht haben.
Geschichte
In welchem Jahr hier erstmals ein christliches Gotteshaus gegründet wurde, lässt sich nicht sagen. Kölner Archäologen stießen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf Kellerfundamente, Scherben und ein Bruchstück einer Reliefbandamphore aus karolingischer Zeit – Funde, die eine Entstehung um 900 nahelegen. Für die Krieler und die katholische Bevölkerung Lindenthals blieb Alt St. Stephan Pfarrkirche, bis 1887 an der Bachemer Straße die neue Pfarrkirche St. Stephan eingeweiht wurde.
Bauwerk
Forscher rechnen mit drei Bauphasen, die jeweils tiefgreifende Veränderungen brachten. Vermutlich löste um 900 ein steinerner Flachdeckensaal mit etwas niedrigerem Altarraum eine ältere hölzerne Saalkirche ab – dieser zweiräumige Typ war im frühmittelalterlichen Rheinland verbreitet. Den Ausbau der Apsis sowie den Turm mit Pyramidenhelm an der Westseite ordnet man der Zeit um 1100 zu. Weitere Umbauten um 1250, 1775 und im 20. Jahrhundert prägten die heutige Gestalt.
Römische Spuren im Fundament
Im südwestlichen Lindenthal gab es schon zur Römerzeit Ziegeleien, die im frühen Mittelalter aufgegeben wurden. Das frühromanische Kirchengebäude steht auf dem Fundament eines noch älteren Baus, für den offenbar römische Ziegel wiederverwendet wurden.
Wissenswertes
Drei frühchristliche Memoriensteine fanden beim Bau Verwendung: ein trapezförmiger Stein mit Auferstehungskreuz dient als Scheitelstein über dem Westportal, zwei rechteckige Steine mit Volutenkreuzen stecken in der südlichen Seitenwand. Kreuzsteine dieser Art kennt man fast ausschließlich aus dem engeren Kölner Raum. Der Überlieferung zufolge soll der spätere Kölner Erzbischof Hildebold hier als Pfarrer tätig gewesen sein und dabei von Karl dem Großen entdeckt worden sein.
Lage und Umgebung
Nicht weit entfernt verläuft der äußere Kölner Grüngürtel. Den Bau umfasst an der Südseite halbkreisförmig der Kirchhof, Lindenthals älteste Begräbnisstätte, auf der bis 1869 bestattet wurde.
Zeitstrahl
- 6. JahrhundertStephanus als Patron fränkischer Kirchen belegt (Gregor von Tours)
- um 900Umbau von Holz-Saalkirche zum steinernen Flachdeckenbau
- um 900Karolingische Artefakte datieren Kirchenbau; Kellerfundamente nördlich der Kirche
- um 1100Ausbau der Apsis und Bau des Westturms mit Pyramidenhelm
- 1250Weitere bauliche Veränderungen
- 1775Weitere bauliche Veränderungen
- 1869Letzte Beerdigungen auf dem ältesten Lindenthal Kirchhof
- 1887Einweihung der neuen Pfarrkirche St. Stephan; Krieler Dömchen verliert Pfarrstatus
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26




