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Kölner Dreigestirn

Trio aus Prinz, Bauer und Jungfrau, das den Kölner Karneval anführt — Jahr für Jahr neu vom Festkomitee benannt.

Während der Session führt das Kölner Dreigestirn als offizieller Regent das närrische Volk an und vertritt die Stadt nach außen. Es besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau und wird deshalb auch Trifolium („Dreiblatt“) genannt.

Auf einen Blick

Art
Repräsentantengruppe des Kölner Karnevals
Besetzung
jährlich neu durch das Festkomitee Kölner Karneval bestimmt
Als Einheit seit
1870
Name „Dreigestirn“ seit
1938
Eröffnung des Straßenkarnevals
Weiberfastnacht, 11:11 Uhr, heute auf dem Heumarkt
Wusstest du?

Die Kölner Jungfrau wird traditionell stets von einem Mann verkörpert – lediglich 1938 und 1939 musste die Rolle auf Anweisung der NSDAP von einer Frau übernommen werden.

Herkunft und Entwicklung

Mit der Reform von 1823 stand der Held Carneval an der Spitze des Festes. Zur Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde daraus der Prinz Karneval, dem zeitweise die selten auftretende und bald wieder verschwundene Prinzessin Venetia beigegeben war. Bauer und Jungfrau zeigten sich im Rosenmontagszug zunächst nur, wenn das jeweilige Motto es erlaubte, ehe sie sich in den 1870er Jahren fest etablierten.

© Unbekannt · Public domain

Besetzung

Gestellt wird das Dreigestirn von den Karnevalsgesellschaften, die dem Festkomitee Kölner Karneval unterstehen, in der Regel jeweils aus den Mitgliedern einer einzigen Gesellschaft. Bei den Bewerbungen kommen vor allem Gesellschaften zum Zug, die im betreffenden Jahr ein Jubiläum begehen.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Die drei Figuren

„Seine Tollität“, der Prinz Karneval, gilt als oberster Vertreter des Kölner Karnevals; bei der Proklamation erhält er vom Oberbürgermeister die Pritsche und beschließt den Rosenmontagszug auf dem letzten und größten Wagen. Der Bauer, „Seine Deftigkeit“, steht für die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt und erinnert an die Befreiung Kölns aus der Macht der Erzbischöfe in der Schlacht von Worringen sowie an den Reichsstand der Stadt. Er trägt die Stadtschlüssel am Gürtel, einen Dreschflegel in der linken Hand und 125 Pfauenfedern auf dem Hut, die die Unsterblichkeit Kölns darstellen sollen. Die Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, verkörpert die schützende Mutter Colonia und wird stets von einem Mann gespielt — nur 1938 und 1939 musste auf Anweisung der NSDAP eine Frau die Rolle übernehmen. Ihre zinnenförmige Mauerkrone und ihre Jungfräulichkeit verweisen auf die Uneinnehmbarkeit Kölns hinter der einstigen halbkreisförmigen Stadtmauer, ihr römisches Gewand auf Agrippina die Jüngere, die laut den Annalen des Tacitus als Gründerin der Stadt gilt.

© Raimond Spekking · CC BY-SA 4.0

Auftritte und Begleitung

Bei den Aufzügen und im Rosenmontagszug begleitet die Prinzen-Garde Köln 1906 e. V. den Prinzen, während die EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e. V. dem Bauern und der Jungfrau zur Seite steht. Am Rosenmontag teilen sich Bauer und Jungfrau einen gemeinsamen Wagen.

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Wissenswertes

Seit 1993 erhält die Jungfrau bei der Proklamation zusätzlich einen silbernen Spiegel — eine Idee von Oberbürgermeister Norbert Burger, damit sie nicht leer ausging, während der Prinz die Pritsche und der Bauer die Stadtschlüssel bekam. Daneben besteht seit 1965 ein Kölner Kinderdreigestirn, das auf Hans Wallpott zurückgeht, den damaligen Präsidenten der Bürgergarde „blau-gold“ von 1904; es wird durchweg von kleinen Gardisten und Pagen in blau-goldenen Uniformen begleitet.

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Zeitstrahl

  1. 1823
    Reform des Kölner Karnevals; Held Carneval an die Spitze gestellt
  2. 1870
    Dreigestirn als Einheit erstmals vorhanden
  3. 1871
    Gründung des Deutschen Reichs: aus dem Helden wird Prinz Karneval
  4. 1872
    Kölner Bauer wird Prinz und Jungfrau fest zur Seite gestellt
  5. 1938
    Offiziell als „Dreigestirn" bezeichnet; NSDAP ordnet Frau als Jungfrau an
  6. 1939
    Letzte NSDAP-angeordnete weibliche Darstellung der Jungfrau
  7. 1965
    Kölner Kinderdreigestirn gegründet (Idee von Hans Wallpott)
  8. 1993
    Spiegel als offizielles Symbol der Jungfrau bei der Proklamation eingeführt

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