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Tünnes und Schäl

Kölsches Brauhaus am Alter Markt, benannt nach den beiden Figuren des Kölner Hänneschen-Puppentheaters; kölsche Küche und Kölsch vom Fass.

Das „Tünnes und Schäl“ ist ein kölsches Brauhaus, das die Namen zweier Figuren aus dem Kölner Hänneschen-Puppentheater trägt.

Auf einen Blick

Art
Kölsches Brauhaus mit Gaststätte
Lage
Köln, Altstadt-Nord (Innenstadt), am Alter Markt
Küche
deftige, kölsche Speisen
Getränke
vier Biere frisch vom Fass, dazu Flaschenbier
Namensgeber
Tünnes und Schäl aus dem Hänneschen-Puppentheater
Wusstest du?

Die Figur des Schäl entstand in den 1850er Jahren, weil Theatergründer Johann Christoph Winters über einen Konkurrenten verärgert war: Franz Andreas Millowitsch – ein Vorfahre des berühmten Willy Millowitsch – betrieb auf der gegenüberliegenden Rheinseite ein rivalisierendes Puppentheater, und der listige, hinterhältige Schäl soll genau diese Feindschaft verkörpern.

Die beiden Namensgeber

„Tünnes“ ist die rheinische Form von Anton; die Figur hat eine Knollennase, wirkt rustikal und gutmütig und zeigt eine gewisse Bauernschläue. Schäl ist schlanker, trägt stets einen Frack und gilt als listig und hinterhältig. Sein Name spielt auf das Schielen an und bedeutet in der kölschen Mundart zugleich „schlecht“ oder „falsch“ — die Doppeldeutigkeit ist gewollt.

© Superbass · CC BY-SA 3.0

Wie die Figuren entstanden

Den Tünnes führte Theatergründer Johann Christoph Winters 1803 in sein Ensemble ein. Den Schäl ergänzte er in den 1850er Jahren — Brauchtumsexperten führen dies auf Winters’ Ärger über Franz Andreas Millowitsch zurück, einen Vorfahren des Volksschauspielers Willy Millowitsch, der auf der „Schäl Sick“ ein konkurrierendes Puppentheater betrieb.

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Kölsche Originale

Obwohl es erfundene Gestalten sind, zählen viele Kölner sie zu den Kölschen Originalen, da sie Eigenheiten der Stadtbewohner verkörpern. Über das Puppentheater hinaus kursieren zahlreiche „Tünnes-und-Schäl“-Witze. Die Leitstelle der Kölner Verkehrs-Betriebe nutzt „Tünnes“ bis heute als Erkennungsnamen im Funkverkehr.

© Geolina163 · CC BY-SA 4.0

Im Kölner Karneval

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg traten auf den Kölner Karnevalsbühnen Rednerduette als Tünnes un Schäl auf. Die Tradition setzte sich bis Anfang des 21. Jahrhunderts fort; zuletzt verkörperten die Brüder Gerd und Karl Jansen das Paar über 40 Jahre lang.

Im Stadtbild

Über dem dem Hauptbahnhof zugewandten Seitenportal des Kölner Doms findet sich rechts am Spitzbogen eine figürliche Darstellung der beiden. Der Bildhauer Wolfgang Wallner schuf 1950 eine vier Meter hohe Figurengruppe als Nagelplastik für den Wiederaufbau des Gürzenich, die dort steht.

Zeitstrahl

  1. 1803
    Tünnes als Figur im Hänneschen-Theater von Johann Christoph Winters eingeführt
  2. 1850er
    Figur des Schäl ins Ensemble aufgenommen, inspiriert durch Rivalität mit Millowitsch
  3. 1920er
    Gerhard Ebeler und Karl Simons treten als Tünnes un Schäl im Karneval auf
  4. 1930
    Willi Ostermann gibt humoristisches Wochenblatt „Tünnes und Schäl" heraus
  5. 1931
    Wochenblatt „Tünnes und Schäl" wird wieder eingestellt
  6. 1950
    Wolfgang Wallner schafft 4 m hohe Figurengruppe für den Wiederaufbau des Gürzenich
  7. 1993
    Stunksitzung zeigt Kruzifix mit „Tünnes"-Inschrift; Beschlagnahme, Verfahren eingestellt

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