Mülheim
Über Jahrhunderte maß sich der einst bergische Ort mit Köln auf der anderen Rheinseite — bis 1914 eine eigenständige Stadt.
Mülheim war lange eine eigenständige bergische Stadt und gab dem Kölner Stadtbezirk Mülheim seinen Namen. Aus den einst am Strunderbach gelegenen Mühlen leitet sich der Name ab.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Kölner Stadtteil, vormals eigenständige Stadt
- Stadtbezirk
- Mülheim
- Einwohner
- 43.055 (Stand 31. Dezember 2019), einwohnerstärkster Stadtteil Kölns
- Nachbarn
- Höhenhaus und Buchheim (Osten), Buchforst und Deutz (Süden), Stammheim (Norden); im Westen der Rhein
- Eingemeindung
- 1914 nach Köln
- Stadtrecht
- 1785
- Namensherkunft
- Mühlen am Strunderbach
Die Grafen von Berg hofften ernsthaft darauf, dass der Rhein oberhalb von Köln bei Poll sein Bett dauerhaft nach Mülheim verlegt und die Handelsmetropole Köln damit von ihrer wichtigsten Verkehrsader abschneidet – und wehrten sich deshalb aktiv gegen jede Befestigung des Poller Rheinufers.
Geschichte
Bis ins 9. Jahrhundert lassen sich die Ursprünge des Ortes verfolgen; im Mittelalter zählte Mülheim zum Herzogtum Berg. Anfangs blieb der Ort hinter dem benachbarten Buchheim zurück und hing kirchlich bis zum Ende des 16. Jahrhunderts von dessen Pfarrei ab. Wegen seiner Hochuferlage übernahm Mülheim 1268 die Fährstelle des Klosters Altenberg und behielt diese Funktion bis 1700; den Grafen von Berg diente es zugleich als Vorposten gegen Köln. Eine Mauerbefestigung kam 1275 hinzu, und Adolf von Berg ließ hier eine Münzstätte einrichten. Am 7. März 1322 stattete Adolf von Berg den Ort mit den Rechten einer Freiheit aus — bewahrt im bis heute bestehenden Straßenzug Mülheimer Freiheit.
Gegenspieler Kölns
Die gegen die Stadt gerichteten Pläne der Grafen von Berg beobachtete Köln mit Argwohn. Auf Kölner Betreiben wurden die zur Stadt hin angelegten Wälle und Gräben mehrfach niedergelegt, ein letztes Mal 1641. Die Rivalität ging so weit, dass die Grafen von Berg darauf hofften, der Rhein möge oberhalb Kölns bei Poll nach Mülheim durchbrechen, sein Bett dauerhaft verlagern und Köln so von der Wasserstraße abschneiden — deshalb wehrten sie sich lange gegen eine Befestigung des Poller Ufers. 1656 durfte Mülheim dreimal jährlich Markt halten.
Wirtschaft und religiöse Toleranz
Im Bergischen Land bestand ab 1609 die freie Religionsausübung; 1610 bauten Protestanten in Mülheim eine evangelische Kirche. Weil sich wohlhabende protestantische Kaufleute im katholischen Köln nicht ansiedeln durften, zog die Glaubensfreiheit sie nach Mülheim — unter ihnen die Seidenfabrik von Christoph Andreae. Außerdem unterstützte der Ort rheinaufwärts ziehende Händler dabei, das Kölner Stapelrecht zu umgehen.
Hochwasser von 1784
Ein schweres Rheinhochwasser mit Eisgang verwüstete Mülheim im Februar 1784 nahezu gänzlich. Auch die erste Synagoge der Mülheimer Judengemeinde fiel ihm zum Opfer. Um 1788/89 entstand ein Neubau, der 1938 in den Novemberpogromen zerstört wurde.
Zeitstrahl
- 9. JahrhundertAnfänge des Ortes an den Mühlen des Struderbachs
- 1151Erste gesicherte urkundliche Erwähnung als „Mulnehim"
- 1268Mülheim wird Fährplatz des Klosters Altenberg (bis 1700)
- 1275Ort wird mit Mauern befestigt
- 1322Adolf von Berg verleiht Mülheim die Rechte einer Freiheit
- 1610Protestanten errichten erste evangelische Kirche in Mülheim
- 1784Rheinhochwasser mit Eisgang zerstört Mülheim fast völlig
- 1785Mülheim erhält das Stadtrecht
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26



