Tersteegenhaus
Evangelische Kirche in Köln-Sülz, 1928 als Gemeindehaus geweiht – mit Gottesdienstsaal im ehemaligen Veranstaltungssaal und kreisförmig um den Altar gestellten Stühlen.
Das Tersteegenhaus an der Emmastraße in Köln-Sülz ist eine evangelische Kirche der Kirchengemeinde Köln-Klettenberg. 1928 als Gemeindehaus geweiht, erhielt es erst nach 1945 seinen Namen nach Gerhard Tersteegen, einem Theologen und Schriftsteller des reformierten Pietismus.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Evangelische Kirche (zweite Kirche der Gemeinde nach der Johanneskirche)
- Lage
- Emmastraße, Stadtteil Sülz, Stadtbezirk Lindenthal
- Geweiht
- Oktober 1928
- Architekten
- Heinrich Mattar und Eduard Scheler
- Bauweise
- Ziegelrohbau mit Architektur- und Bildhauerarbeiten in Basaltlavastein
- Benannt nach
- Gerhard Tersteegen (1697–1769)
- Status
- Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen
Das Tersteegenhaus war ursprünglich gar nicht als Kirche geplant, sondern als Gemeindehaus – der heutige Gottesdienstraum im ersten Stock war schlicht ein Veranstaltungssaal mit Bühne, die erst durch die Weltwirtschaftskrise zum Altarraum wurde, weil das Geld für eine eigene Kirche fehlte.
Geschichte
Durch wachsende Bevölkerung und den Zuzug evangelischer Christen wurden im frühen 20. Jahrhundert neue Kirchenräume im Bereich Sülz/Klettenberg benötigt. 1924 erwarb die Gemeinde den Bauplatz an der Ecke Wittekindstraße, 1927 folgte die Grundsteinlegung, 1928 die Einweihung. Eigentlich sollte daneben noch eine Kirche entstehen, doch wegen der Weltwirtschaftskrise fehlte das Geld, weshalb das Gemeindezentrum selbst zur Kirche umfunktioniert wurde.
Vom Veranstaltungssaal zur Kirche
Die Gottesdienste fanden fortan im großen Saal im ersten Stock statt, der ursprünglich nur als Veranstaltungsraum gedacht war. Dessen Bühne an der Nordseite diente zunächst als Altarraum. Die Ausrichtung wechselte im Lauf der Zeit mehrfach: kurzzeitig stand der Altar in einem Nebensaal an der Südseite, heute ist er in der Mitte des Saals platziert, umgeben von kreisförmig aufgestellten Stuhlreihen. An der Westwand, gegenüber der Fensterfront, steht eine metallfarben beschichtete Platte mit kreuzförmiger Aussparung.
Krieg und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg beschädigten Bombentreffer das Gebäude stark, die Bausubstanz und die Orgel blieben jedoch erhalten. Der Gottesdienstsaal mit zerstörten Fenstern ließ sich zunächst nur provisorisch mit offenem Koksfeuer nutzen. Nach der Wiederherstellung wurde er am 3. April 1949 erneut eingeweiht.
Gestaltung
1956 erhielt das Gebäude einen kleinen Glockenturm mit drei Glocken, um es von außen deutlicher als Kirche erkennbar zu machen. 1958 kamen eine Holzdecke und fünf Buntglasfenster nach Entwürfen von Elsa Schultz hinzu, die das Heilsgeschehen in leicht abstrahierten Darstellungen zeigen. Sie bilden eine zusammenhängende Bildfolge aus „Schöpfungsfenster“, „Gesetzesfenster“, „Christusfenster“, „Fenster der Kirche“ und „Fenster der Vollendung des himmlischen Jerusalems“.
Heute
Der Gottesdienstsaal liegt im ersten Stock und ist über einen Aufzug erreichbar. Im Erdgeschoss befinden sich ein Gemeindebüro und ein Kindergarten; drei Gemeinderäume, der Kirchsaal und das Foyer stehen für Gruppen und Veranstaltungen zur Verfügung. Gottesdienste finden sonntags und feiertags statt, das Abendmahl wird jeden Sonntag gefeiert. Auf dem ursprünglich für die Kirche vorgesehenen Nachbargrundstück entstand 2010 bis 2011 das Friedrich-Lamerdin-Haus mit seniorengerechten Wohnungen.
Zeitstrahl
- Herbst 1924Gemeinde erwirbt Bauplatz an der Emmastraße / Wittekindstraße
- 6. November 1927Grundsteinlegung
- Oktober 1928Einweihung des neuen Gemeindehauses
- 3. April 1949Wiedereinweihung des Gottesdienstraals nach Kriegsschäden
- 1956Anbau eines kleinen Glockenturms mit drei Glocken
- 1958Holzdecke und fünf Buntglasfenster (Entwurf Elsa Schultz) eingebaut
- 1988Renovierung: Fahrstuhl und Kellerausbau
- 2004Letzter Innenumbau und Renovierung
Karte
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27



