stuff to do in.cologne
Nicht mehr vorhanden
Dieses Bauwerk existiert heute nicht mehr – der Eintrag erzählt seine Geschichte.
© Anonym Unknown author · Public domain

Presbyterkirche (Kalk)

Neogotische evangelische Pfarrkirche in Köln-Kalk, 1951 für die Erweiterung der Chemischen Fabrik Kalk gesprengt.

Errichtet wurde die Presbyterkirche, weil der Betsaal im Kalker Gemeindehaus zu klein geworden war. Ihr Entwurf folgte dem Eisenacher Regulativ, den Vorgaben des evangelischen Kirchenbaus von 1861.

Auf einen Blick

Art
Evangelische Pfarrkirche (nicht mehr vorhanden)
Lage
Vietorstraße, Stadtteil und Stadtbezirk Kalk
Baujahr
1878 bis 1880
Architekt
August Albes, Schüler von Conrad Wilhelm Hase
Baustil
Neogotik
Bauform
Dreischiffige Backsteinhallenkirche mit Einturmfassade
Ende
1951 gesprengt
Wusstest du?

Die Presbyterkirche wurde 1951 nicht etwa aus Baufälligkeit abgerissen, sondern gezielt gesprengt – einzig um der benachbarten Chemischen Fabrik Kalk mehr Baugrund zu verschaffen, obwohl Turm und Außenmauern den Krieg noch intakt überstanden hatten.

Geschichte

Zu Beginn der 1870er Jahre fasste die Gemeinde den Plan für ein eigenes Gotteshaus. August Albes lieferte den Entwurf, der zwischen 1878 und 1880 an der Vietorstraße verwirklicht wurde. Im Zweiten Weltkrieg trug das Gebäude Schäden davon; Dach und Gewölbe brachen ein, lediglich Turm und Außenmauern hielten stand. Für die Erweiterung des Geländes der Chemischen Fabrik Kalk sprengte man die Kirche 1951. Schon am 23. Dezember desselben Jahres weihte die Gemeinde an der Buchforststraße die neue Jesus-Christus-Kirche.

© Anonym Unknown author · Public domain

Architektur

Das Eisenacher Regulativ gab eine gotische Formensprache, eine Ost-West-Ausrichtung sowie die getrennte Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel vor. Über drei Schiffen erhob sich der Backsteinbau mit einem einzelnen Turm und einem nur leicht hervortretenden Querhaus im Westen; dessen Arme fassten den Turm zwischen zweigeschossigen Treppentürmen ein. Die schmalen Seitenschiffe dienten allein als Gänge und führten zu Taufkapelle und Sakristei. Hinter einem Vorjoch endete der Chor in drei Seiten, und über dem Inneren spannten sich Kreuzrippengewölbe.

© Anonym Unknown author · Public domain

Wissenswertes

In Köln-Nippes erhielt die evangelische Lutherkirche von 1886 bis 1889 nahezu dieselbe Gestalt. Für die Orgel kam das Geld vom Chemiker Hermann Grüneberg, während sein in Stettin ansässiger Bruder Barnim Grüneberg sie anfertigte. Das Geläut verdankte sich einer Schenkung der Ehefrau von Julius Vorster.

Zeitstrahl

  1. 1861
    Eisenacher Regulativ: Kirchenbaubeschluss der Evangelischen Landeskirchen
  2. um 1870
    Entschluss zum Bau einer eigenen Pfarrkirche in Kalk
  3. 1878–1880
    Bau der Presbyterkirche an der Kalker Vietorstraße
  4. 1886–1889
    Bau der nahezu baugleichen Lutherkirche in Köln-Nippes
  5. 1939–1945
    Beschädigung im Zweiten Weltkrieg; Dach und Gewölbe eingestürzt
  6. 1951
    Sprengung der Kirche zur Erweiterung der Chemischen Fabrik Kalk
  7. 23. Dezember 1951
    Einweihung der neuen Jesus-Christus-Kirche an der Buchforststraße

Karte

Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.

Das könnte dich auch interessieren

260 m

Lichtspiele Kalk

4,8(570)· Google

Das einzige Kino im rechtsrheinischen Köln zeigt täglich Erstaufführungen, Filmreihen, Specials sowie Kinder- und Jugendfilme – auf der Kalk-Mülheimer Straße.

Auferstehungskirche (Köln-Buchforst)

4,4(55)· Google

Denkmalgeschützte evangelische Kirche von 1968 in Tetraeder-Form, heute als „Kulturkirche Ost" für Lesungen, Musik und Kabarett genutzt.

Dauerhaft geschlossen 1,2 kmDeutz-Kalker Bad© HOWI - Horsch, Willy · CC BY 3.0

Deutz-Kalker Bad

Ehemaliges Jugendstil-Hallenbad von 1913 in Köln-Deutz, heute ein denkmalgeschütztes Hotel mit Restaurant in der einstigen Schwimmhalle.

Kommentare

  • Lade Kommentare…

Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-27