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Idiotenbrücke

Spitzname einer früheren Kölner Eisenbahnbrücke in Neuehrenfeld, an der sich wegen nur 3,9 m Durchfahrt immer wieder Lastwagen verkeilten.

Geheimtipp

„Idiotenbrücke“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine unfallträchtige Eisenbahnbrücke in Köln, die die Innere Kanalstraße im Stadtteil Neuehrenfeld überspannte. Ihren Namen verdankte sie den vielen Lastwagen, die sich an ihr festfuhren.

Auf einen Blick

Art
Ehemalige Eisenbahnbrücke (Fachwerk) über die Innere Kanalstraße
Lage
Stadtteil Neuehrenfeld, Stadtbezirk Ehrenfeld
Erbaut
1911, abgerissen ab September 2007
Maße
30 m lang, Stahlüberbau mit 150 Tonnen
Durchfahrtshöhe
ehemals 3,9 m
Besonderheit
Teil des Kölner Gleisdreiecks; 2008 durch höheren Neubau ersetzt
Wusstest du?

Um Unfälle zu verhindern, wurde sogar ein Sicherheitsdienst eingerichtet, dessen Mitarbeiter bei Auslösung einer Lichtschranke winkend auf die Straße liefen – und trotzdem blieben allein 1997 noch 14 LKW im Brückenfachwerk stecken.

Die Brücke

Die Fachwerkbrücke überspannte die hier fünfspurige Innere Kanalstraße samt zweier Gehwegstreifen vollständig; oben verliefen zwei Bahngleise mit Gleisschotter. Da sie als Bogenbrücke ausgeführt war, lag die Durchfahrt an den Rändern noch niedriger als in der Mitte.

Das Kölner Gleisdreieck

Die Brücke gehörte zum Kölner Gleisdreieck, wo sich die vom Hauptbahnhof kommenden Gleisstränge nach Norden, Süden und Westen verteilen. Innerhalb des Dreiecks liegen neben Abstellgleisen der Betriebsbahnhof Gladbacher Wall. Insgesamt führen acht Eisenbahnbrücken über die stark vom Lastverkehr befahrene Innere Kanalstraße.

Woher der Name stammt

Die geringe Durchfahrtshöhe führte bis September 2007 immer wieder zu Unfällen mit zu hohen Lastwagen, deren Fahrer das durch Verkehrszeichen angeordnete Verbot missachteten. Allein 1997 blieben 14 LKW hängen, obwohl Warnhinweise, Baken und gelbe Blinklichter aufgestellt waren. Selbst ein Sicherheitsdienst, der bei Auslösen einer Lichtschranke winkend auf die Straße lief, senkte die Zahl der Unfälle nur, verhinderte sie aber nicht. Schätzungsweise blieben über 100 Lastwagen stecken und verstopften die Innere Kanalstraße, eine wichtige Kölner Verkehrsader. Die Brücke war daher häufig Thema in den Regionalnachrichten und Stadtgespräch.

Neubau und heute

Ab September 2007 wurde die alte Brücke abgerissen, im Juli 2008 ging ein Neubau mit 4,5 Metern Durchfahrtshöhe in Betrieb. Die übrigen sieben Brücken am Gleisdreieck behielten technisch bedingt ihre geringeren Höhen zwischen 3,60 und 4 Metern, sodass es dort weiterhin zu Kollisionen kommt. Der Name „Idiotenbrücke“ ging dadurch auf diese Bauwerke über.

Wissenswertes

Die Bezeichnung ist nicht auf Köln beschränkt: In Sankt Petersburg trägt eine 2009 eingeweihte Überführung einer Schnellstraße denselben Namen, weil dort bereits mindestens 170 Lastwagen steckenblieben. Im englischen Sprachraum ist für solche Bauwerke auch der Ausdruck „Canopener Bridge“ gebräuchlich.

Zeitstrahl

  1. 1911
    Bau der Eisenbahnbrücke über die Innere Kanalstraße
  2. 1997
    14 LKW bleiben an der Brücke hängen (dokumentiertes Rekordjahr)
  3. 2007
    Abriss der alten „Idiotenbrücke" ab September 2007
  4. 2008
    Neue Brücke mit 4,5 m Durchfahrtshöhe im Juli 2008 in Betrieb genommen
  5. 2009
    Gleichnamige Brücke in Sankt Petersburg eingeweiht

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26