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Bützchen

Rheinisches Wort für einen Kuss mit geschlossenen Lippen — im Kölner Karneval unverbindlich und reichlich verschenkt als Zeichen der Sympathie.

Mit Bützchen meint man im Rheinland einen Kuss, der mit geschlossenen Lippen gegeben wird. Das dazugehörige Tätigkeitswort heißt bützen; berührt wird dabei die Wange mit gespitzten Lippen.

Auf einen Blick

Art
rheinischer Ausdruck für einen Kuss mit geschlossenen Lippen
Verb
bützen
Weitere Formen
Bützje, Bützche
Verbreitung
Rheinland, besonders im Kölschen
Anlass
verstärkt während der Karnevalssession
Im Duden
seit 1973 verzeichnet
Wusstest du?

Das kölnische Sprichwort „Heute bützen und lecken, morgen mit Knüppeln und Stöcken" ist bereits seit 1880 im Deutschen Sprichwörter-Lexikon belegt – und zeigt, dass die Kölner dem flüchtigen Küsschen damals offenbar wenig Vertrauen schenkten.

Herkunft des Wortes

Im Duden gilt der Begriff als „rheinisch“; bützen für „Küsschen“ wird dort über das spätmittelhochdeutsche butzen = stoßen auf das mittelhochdeutsche bōʒen zurückgeführt. Karl Friedrich Wilhelm Wander verzeichnete 1880 in seinem Deutschen Sprichwörter-Lexikon den kölnischen Spruch „Heute bützen und lecken, morgen mit Knüppeln und Stöcken“ und verband bützen mit dem spanischen „Buz“ für Kuss. Auch das albanische puthje trägt die Bedeutung „Kuss“.

Im Kölner Karneval

Verteilt werden Bützchen zu vielen Anlässen — herab von den Zugwagen ebenso wie an Weiberfastnacht. Im Karneval steht das Bützje, anders als sonst, nicht für sexuelles Interesse, sondern für eine unverbindliche Geste der Zuneigung, die niemanden zu etwas verpflichtet. Der WDR führte das Bützen in seinem „lustigen Alphabet des Karnevals“ unter den beliebten Ritualen auf.

Verwandte Begriffe

Laut Robert Sedlaczek finden sich in den bairischen Mundarten Österreichs und Süddeutschlands die passenden Gegenstücke: „Bussl“, „Busserl“ oder „Bussi“ — jenes Zeichen der Zuneigung, das anderswo „Küsschen“ genannt wird.

Zeitstrahl

  1. 1880
    Karl Friedrich Wilhelm Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon dokumentiert „bützen"
  2. 1973
    Duden nimmt „Bützchen" erstmals als rheinischen Begriff auf

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Quellen & Links

Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-06-26